Alraun
Alraunen
Gemeine Alraune (Mandragora officinarum)

Gemeine Alraune (Mandragora officinarum)

Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Asternähnliche (Asteridae)
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Alraunen
Wissenschaftlicher Name
Mandragora
L.

Die Alraunen (Mandragora) sind eine Gattung aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) mit drei Arten, davon kommt eine in Europa vor.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Alraunen sind mehrjährige krautige Pflanzen, die gelegentlich einen übelriechenden Geruch absondern. Sie sind stängellos und bilden eine Blattrosette, deren Durchmesser bis zu 1,5 m betragen kann. Die einzelnen Blätter sind eiförmig bis eiförmig-langgestreckt, meist 5 bis 25 cm lang, die basalen Blätter können jedoch auch bis zu 80 cm lang werden, sie sind beinahe stiellos oder laufen an bis zu 7 cm langen Blattstielen herab. Die Blattoberseite ist runzelig-blasig; der Blattrand ist geschwungen, gezähnt oder flatterig gewellt. Die Wurzeln der Alraunen sind fleischige, dicke Pfahlwurzeln, die oftmals gegabelt sind und dadurch nicht selten einer menschlichen Gestalt ähneln. Meist werden sie bis zu 20 cm lang.[1]

Blüten

Die radiärsymmetrischen, fünfzähligen Blüten stehen einzeln in den Blattachseln in der Mitte der Blattrosette, gelegentlich sind sie herabhängend. Sie stehen an 2 bis über 7 cm langen Blütenstielen. Der Kelch ist (5) 8 bis 18 (20) mm lang, besteht aus fünf dreieckig, länglich zugespitzten Kelchblättern gleicher Gestalt, die im unteren Teil zu einer Kelchröhre verwachsen sind, die jedoch kürzer als die Kelchlappen ist. Die Kronblätter sind bis zur Hälfte oder weniger miteinander verwachsen und bilden eine 1 bis 4 cm lange, glockenförmige Krone. Die Farbe ist grünlich-weiß, gelb, dunkel-violett, violett oder blau; die Kronlappen sind weit- oder eng-dreieckig oder weit-elliptisch, die Spitze ist abgestumpft. Die Kronröhre ist etwas länger oder deutlich kürzer als die Kronlappen. Die Staubblätter sind in der unteren Hälfte der Krone nahe der Basis mit dieser verwachsen. Die Staubfäden sind zur Blütenmitte hin gebogen und länger als die Staubbeutel, diese sind (1,5) 3 bis 4 (4,5) mm lang. Das Konnektivgewebe ist dick und fleischig. Die Narbe ist kopfförmig und leicht zweigelappt, der Griffel ist fadenförmig.[1]

Früchte und Samen

Die Früchte sind saftige Beeren, die kugelig mit einem Durchmesser von (1,5) 2 bis 3 (5) cm oder elliptisch, dabei gelegentlich zugespitzt mit einer Länge von etwa 5,5 und einer Breite von etwa 4,5 cm sein können. Bei Vollreife strömen sie einen angenehmen Geruch aus, der jedoch bald schwer und unangenehm wird. Während der Fruchtreife vergrößert sich der Kelch, so dass er die Frucht überragen, jedoch auch deutlich kürzer bleiben kann. Die Größe der Samen beträgt je nach Art etwa 2,5 × 2,2 mm oder 4 × 5 mm bis 6 × 7 mm.[1]

Verbreitung

Alraunen finden sich im Mittelmeerraum von Portugal bis Griechenland, in Nordafrika sowie im Nahen Osten, in Kleinasien und über Zentralasien bis in den Himalaya.

Systematik

Gemeine Alraune, Früchte

Die Gattung besteht aus drei Arten:

Die lange als eigenständige Art angesehene Herbst-Alraune wird in neuerer Literatur nurmehr als Synonym zur Gemeinen Alraune (Mandragora officinarum) geführt.

Verwendung

In Golestan im Iran werden die aromatischen Blätter und Beeren der Turkmenischen Alraune als Lebensmittel verwendet. Dennoch ist zu beachten, dass alle Teile der Alraune sehr giftig sind. Der Verzehr oder Konsum von nur geringen Mengen kann den Tod durch Atemlähmung zur Folge haben.

Siehe auch

Literatur

  • S. Ungricht, S. Knapp, J.R. Press: A revision of the genus Mandragora (Solanaceae). In: Bulletin of The Natural History Museum, Botany 28, 1998, pp. 17–40
  • M. Wentzel: Über die chemischen Bestandteile der Mandragorawurzel. Diss. Berlin 1900

Einzelnachweise

  1. a b c Armando T. Hunziker: The Genera of Solanaceae. A.R.G. Gantner Verlag K.G., Ruggell, Liechtenstein 2001, ISBN 3-904144-77-4, S. 143-147.

Weblinks


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