Alsdorf-Annapark
Grube Anna
Stadt Alsdorf
Koordinaten: 50° 52′ N, 6° 9′ O50.8744444444446.15833333333337Koordinaten: 50° 52′ 28″ N, 6° 9′ 30″ O
Gedenklore in der Alsdorf Innenstadt
Annapark mit Zechendenkmälern
Haltepunkt mit ehemaligem Stellwerk
euregiobahn in Alsdorf-Annapark

Die Grube Anna war ein Steinkohlebergwerk des Eschweiler Bergwerks-Vereins (EBV) in Alsdorf im nordrhein-westfälischen Kreis Aachen im so genannten Aachener Revier.

Die erste Steinkohle wurde dort 1854 gefördert. 1865 übernahm der EBV die Grube, welche in späteren Jahren die wichtigste Grube des Aachener Reviers werden sollte. Westlich der Schachtanlage Anna entstand die Schachtanlage Anna II. Später wurden beide Anlagen zu einem Verbundbergwerk zusammengelegt und unterirdisch auch mit den benachbarten Gruben verbunden.

Am 21. Oktober 1930 kam es auf Anna zum schwersten Unglück in der Bergbaugeschichte im Aachener Revier und zum zweitschwersten Unglück in der deutschen Bergbaugeschichte. Eine Gasexplosion ereignete sich im Bereich des Eduardschachtes (Anna II), welche so heftig war, dass der Förderturm am Schachtausgang umstürzte und in ein umliegendes Gebäude fiel. Die Katastrophe forderte 304 zum Teil schwer Verletzte, 270 Bergleute und eine Frau wurden getötet.

Die zugehörige Kokerei war zeitweise die größte Westeuropas.

Am 31. Dezember 1983 wurde die eigenständige Kohleförderung auf Anna eingestellt. Die Grubenbaue wurden an die Grube Emil Mayrisch in Siersdorf angeschlossen, Anna diente nur noch als Fahr- und Wetterschacht. Die Kokerei erhielt ihre Kohle ab diesem Zeitpunkt aus Siersdorf.

In den Abraumhalden von Anna I und Anna II gibt es seit Mitte des vorigen Jahrhunderts wandernde Schwelbrände, die nicht mit sinnvollem Aufwand gelöscht werden können.

Bei den Delmenhorst-Harpstedter-Eisenbahnfreunden (DHEF) in der Nähe von Bremen ist seit 2001 die ehemalige Werklok Anna 4 in Betrieb. Sie befördert dort die Museumsbahnzüge auf der Strecke zwischen Harpstedt und Delemhorst.

Annapark

Kurz vor der Schließung auch dieser Grube, mit der der Bergbau im eigentlichen Aachener Revier beendet wurde (bis 1997 förderte noch die Grube Sophia Jacoba in Hückelhoven, weit nördlich des eigentlichen Aachener Reviers), wurde im Herbst 1992 die Kokerei stillgelegt und abgerissen. In den folgenden Jahren wurde das Zechengelände in neue Geschäfts-, Wohn- und Industriegebiete umgewandelt. An die Alsdorfer Bergbaugeschichte erinnern nurmehr die Bergehalden, ein als Denkmal stehengelassenes Fördergerüst und einige Betriebsgebäude. In diesen hat unter anderem ein Bergbaumuseum seinen Sitz. Auf einem großen Teil des ehemaligen Grubengeländes befinden sich mittlerweile Wohnungen und ein kleineres Einkaufszentrum. Dass der Annapark auch für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung interessant ist, zeigen Überlegungen der RWTH Aachen (größter Arbeitgeber der Städteregion Aachen), hier zukünftig Standorte einzurichten.

Haltepunkt Alsdorf-Annapark

Alsdorf-Annapark ist seit Dezember 2005 der Endhaltepunkt der Euregiobahn aus Richtung Herzogenrath. Der Bahnhof ist eingleisig, barrierefrei und ausgestattet mit gläsernenen Wartehäuschen, Fahrkartenautomaten, Blindenleitsystem, sanitärer Anlage. Am Haltepunkt kommen alle Alsdorfer Buslinien zusammen, welche den bisherigen Rendezvouspunkt Alsdorf-Denkmalplatz bedienten. Ein Weiterbau bzw. Wiederaufbau der Strecke bis Stolberg in mehreren Bauabschnitten soll bis 2010 realisiert werden. Neben Alsdorf-Busch ist er der zweite Bahnhof, der in Alsdorf betriebsbereit ist. Ein zweites Gleis wurde bis zum 30. März 2008 fertiggestellt.

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