Alsen
Die dänische Insel Als

Alsen (dänisch: Als [alʔs]) ist eine dänische Ostseeinsel. Sie wird vom Kleinen Belt im Osten, dem Alsensund im Westen und der Flensburger Förde im Süden umschlossen. Als ist die siebtgrößte Insel Dänemarks, gehört zum Bezirk Sønderjyllands Amt. Seine Bevölkerung lebt meist von Landwirtschaft (Weizen, Obst- und Gemüseanbau) und Fischerei. Der wichtigste Industriebetrieb ist die Firma Danfoss in Nordborg. Alsen verfügt über gute Badestrände und liegt im beliebten Segelrevier der dänischen Südsee.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schloss Nordborg

Obwohl die Insel nur durch den schmalen Alsensund vom Festland getrennt ist, war ihre politische und administrative Entwicklung im Mittelalter oft eigenständig. So gehörte die Insel nicht zum Bistum Schleswig, sondern zum Bistum Odense. Als sich das Herzogtum Schleswig gegen Ende des 12. Jahrhunderts etablierte, wurde Alsen ein Teil desselben. Administrative Zentren waren die beiden landesherrlichen Burgen an den Enden der Insel in Norburg und Sonderburg. Verwaltungstechnisch war die Insel in zwei Harden geteilt. Sonderburg erhielt im 14. Jahrhundert das Stadtrecht und bildete einen eigenständigen Distrikt.

Im Krieg zwischen dem dänischen König Erik VII. von Pommern und dem holsteinischen Grafen Adolf VIII. 1410-1435 gehörte die Insel zu den letzten Bastionen des Königs im Herzogtum Schleswig, bis dieses unter die Herrschaft der Schauenburger geriet. Als Adolf 1459 kinderlos verstarb, wählten die Stände des Herzogtums Schleswig und der Grafschaft Holstein den seit 1448 regierenden dänischen König Christian I. zum gemeinsamen Landesherrn, was im Vertrag von Ripen (dt. Ribe) 1460 beurkundet wurde. Bei den Landesteilungen 1490, 1523 und 1544 blieb Alsen beim königlichen Teil. Von den Landesteilungen ausgenommen waren die Besitzungen des Adels, des Schleswiger Bischofs und des Schleswiger Domkapitels, die trotz der Zugehörigkeit der Insel zu Odense auf Fünen hier einige Höfe besaßen.

Ein neues Kapitel der Geschichte Alsens begann, als bei einer erneuten Erbteilung der Herzogtümer Schleswig und Holstein, der jüngere Bruder von König Friedrich II. von Dänemark, Johann der Jüngere, Herrscher über die Insel wurde. Da die Stände keinen weiteren Landesherrn akzeptieren wollten, entstand das "abgeteilte" Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg, das neben Alsen die westlich vorgelagerte Landschaft Sundewitt, die Insel Ærø und in Holstein ab 1581 auch das Gebiet um Plön und das des Rudeklosters südlich der Flensburger Förde umfasste. Johann kaufte sämtliche Adelsgüter auf der Insel auf und ließ zahlreiche Bauernstellen niederlegen.

Nach Johanns Tod im Jahre 1622 wurde das Herzogtum auf fünf seiner Söhne aufgeteilt. Auch Alsen bestand danach aus zwei Herzogtümern. Diese hatten finanziell einen schweren Stand, vor allem nach den Kriegswirren des 17. Jahrhunderts. Das südliche Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg ging 1667 in Konkurs, zwei Jahre später auch das nördliche Schleswig-Holstein-Sonderburg-Norburg. Ersteres fiel an den König, letzteres wurde dem Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön überlassen. Nach der Teilung von Norburg und Plön erlosch die Plön-Norburg Linie 1729, worauf die gesamte Insel wieder in königlich-dänischer Hand war. Die einzelnen Lehnesdistrikte wurden zu zwei Ämtern mit Norburg und Sonderburg als Zentren zusammengefasst.

Schloss Augustenborg

Mitte des 18. Jahrhunderts gelang es den Nachfahren der 1667 in Konkurs gegangenen Sonderburger Stammlinie, große Güter auf Südalsen zu erwerben. Zentrum des Distrikts wurde das Schloss Augustenborg, das ab 1651 auf dem Gebiet des ehemaligen Bischofsbesitzes errichtet worden war und nun zu einer prächtigen Residenz ausgebaut wurde. Damit war Alsen viergeteilt: Neben dem augustenburgischen Güterdistrikt bestand das Amt Norburg, zu dem seit 1729 und 1749 auch Ærø gehörte. Die Stadt Sonderburg bildete nach wie vor einen eigenen Distrikt. Das Amt Sonderburg machten nur noch wenige Besitzungen im äußersten Süden der Insel aus, die aber 1779 mit dem größten Teil des Sundewitt vereinigt wurden als das letzte der Sonderburger Herzogtümer mit dër älteren Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg erlosch und an den König gefallen war. 1819 wurden die beiden Propsteien auf Alsen (die Propstei Sonderburg mit der Stadt, den Resten des gleichnamigen Amtes und dem Sundewitt gehörte zum Distrikt des Schleswiger General-Superintendenten) kirchlich von Odense getrennt und mit Ærø zu einem eigenen Stift umgewandelt, das bis 1864 bestand.

Als der Konflikt zwischen Deutschland und Dänemark um 1840 ausbrach, schloss sich die Alsener Bevölkerung weitgehend der dänischen Seite an. Der Herzog von Augustenburg unterstützte jedoch die schleswig-holsteinische Seite, weil er im Falle des absehbaren Erlöschens des seit 1460 regierenden oldenburgischen Königshauses Erbansprüche zumindest auf die Herzogtümer Schleswig und Holstein stellen konnte. Nach dem Bürgerkrieg 1848-50, in dem die Insel neben Ærø als einziger Teil des Herzogtums Schleswig vom Krieg verschont blieb, wurden die Augustenburger des Landes verwiesen und mussten ihren Besitz dem dänischen Staat verkaufen. Dadurch kam der Augustenburgische Güterdistrikt wieder an das Amt Sonderburg.

Im Deutsch-Dänischen Krieg gingen die preußischen Truppen am 29. Juni 1864 bei Arnkiel auf die Insel über und führten die endgültige Entscheidung herbei. Zuvor war Sonderburg heftig bombardiert und erheblich zerstört worden. Von 1864 bis 1920 gehörte die Insel zu Preußen und damit seit 1871 auch zum Deutschen Reich. Innerhalb der Provinz Schleswig-Holstein bildete sie gemeinsam mit dem Sundewitt den Landkreis Sonderburg. Alsen wurde durch eine Kreisbahn erschlossen. Die Stadt Sonderburg wuchs beständig, nachdem die kaiserliche Marine einen Stützpunkt eröffnet hatte. Am 8. November 1918 wurde noch bevor in anderen Teilen Deutschlands die Republik ausgerufen wurde, von einem Soldatenrat eine "Republik Alsen" ausgerufen und der hungernden zum größten Teil dänisch gesinnten Bevölkerung der Zugang zu den Proviantlagern ermöglicht, weshalb die Bevölkerung noch Jahrzehnte später des Vorsitzenden des Soldatenrates Bruno Toppf dankbar gedenkt. Nach der Volksabstimmung 1920 gehört die Insel zu Dänemark. Trotz der Randlage erlebte die Insel einen erheblichen Wirtschaftsaufschwung. 1970 ging das Amt Sonderburg in der Nachfolge des Landkreises in Sønderjyllands Amt auf. Gleichzeitig wurden die Kirchspielskommunen zu vier Großkommunen zusammengefasst.

Vorgeschichtliche Denkmäler

Sønderskoven
Sønderskoven

Alsen ist besonders reich an Dolmen (250), Ganggräbern, Schalensteinen und Schiffsetzungen aus der Vorgeschichte.

  • Blomeskobbel, Dolmen
  • Brandsbøl Skov, Dolmen
  • Dyndved Strand, Schiffssetzung
  • Havrekobbel Dolmen
  • Klintinghøjdysse Dolmen
  • Nygård, Grabhügel, Dolmen und Schalenstein (Den grønne Bro)
  • Oleskobbel, Dolmen
  • Sønderskoven, Grabhügel
  • Stenkobbel, Dolmen
  • Trodsten oder Thorstenen bei Katry, Runddolmen
  • in der Lysabild Kirke ist ein Schalenstein mit 108 Schälchen eingemauert.

Städte

Der Hafen von Sonderburg

Am Alsensund liegt Sonderburg, mit 30.000 Einwohnern die größte Stadt der Insel. Anfang des 12. Jahrhunderts entstand an der südlichen Einfahrt zum Sund eine Burg als Schutz gegen die Wenden, die Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem vierflügeligen Renaissanceschloss umgebaut wurde. Bekannt wurde das Schloss, weil König Christian II. hier gefangen war.

Rund 7 km nordöstlich von Sonderburg befindet sich der kleine Ort Augustenburg mit dem 1770 erbauten Rokokoschloss mit Stuckarbeiten des Italieners Michelangelo Taddei. Der Taufstein ist ein Geschenk des russischen Zaren Alexander I..

Das Städtchen Norburg wird vom Schloss Nordborg dominiert und liegt bei einem Naturgebiet am Norburger See, einem Binnensee. Die ursprüngliche Burg wurde 1159 von Svend III. als Schutz gegen die von Rügen kommenden Wenden errichtet. Während der Schwedenkriege wurde die Burg zerstört und 1165-1670 neu erbaut. In der Nähe von Norburg liegt die Lindewerft, die eine Rekonstruktion des Hjortspringboots zeigt. Das ursprüngliche Boot stammt aus 350 v. Chr. und wurde im Hjortspring Moor in der Nähe von Guderup gefunden. In Nordborg befindet sich auch der größte Industriebetrieb der Insel, die Firma Danfoss.

Geografie

Der nördliche Teil der Insel zeigt deutliche Spuren der Eiszeit. Hier haben sich durch die Gletscherbewegung Anhöhen und Täler gebildet. Der älteste noch existierende Bauernhof von Als – Lundsbjerggård - liegt in Holm an der Nordspitze der Insel und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Er ist der einzige Vierkanthof der noch existiert. Eine andere große Hofanlage, wenige Kilometer südöstlich gelegen, ist der 1863 erbaute Alsingergården. Hierbei handelt es sich um einen so genannten Bol, eine Bezeichnung für größere Hofanlagen. Die Reetdachmühle von Havnbjerg wurde 1835 erbaut und kürzlich restauriert. Nicht weit entfernt befindet sich in Elstrup die letzte dänische Mühle des Typs „Galerie Holländer“. Sie ist seit 1970 außer Betrieb.

Die Südspitze der Insel wird von dem Leuchtturm von Kegnæs dominiert. Er liegt auf dem Naturdamm Drejet, der die Halbinsel Kegnes mit Als verbindet. Die Kirche von Kegnæs in Sonderby ist die kleinste der Insel. Herzog Hans der Jüngere ließ sie 1615 zur Buße errichten, da er im vorangegangenen Winter zehn unschuldige Bauern hatte irrtümlich hinrichten lassen.

Alljährlich im Sommer finden auf der Insel traditionsreiche Ringreiterfeste statt, ansonsten ist Schloss Augustenborg auch über die Grenzen der Insel bekannter Veranstalter klassischer und moderner Konzerte sowie eines Rockfestivals.

Verkehr

Die Insel ist durch die Alsund- und die Christian X.-Brücke mit dem dänischen Festland verbunden. Im Nordosten gibt es von Fynshav aus eine Fährverbindung zu der Insel Fyn (Fünen - 2 Std. Takt) und in Mommark eine nach Ærø. Bei Sønderborg gibt es einen kleinen nationalen Flughafen.

Von 1898 existierte die meterspurige Kreisbahn auf Alsen, die 1933 auf Normalspur umgespurt, und 1962 stillgelegt wurde

Literatur

  • Baedeker Reiseführer: Dänemark. 2005, ISBN 3-8297-1056-9

Siehe auch

Weblinks


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