Alstätte (Ahaus)
Alstätte
Stadt Ahaus
Koordinaten: 52° 8′ N, 6° 55′ O52.1327777777786.91638888888897Koordinaten: 52° 7′ 58″ N, 6° 54′ 59″ O
Fläche: 34,7 km²
Einwohner: 5040 (2005)
Postleitzahl: 48683
Vorwahl: 02567
Die Kirchstraße mit der katholischen Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Alstätte
Ahaus Alstätter Eisenbahn Bahnhof

Alstätte ist ein Dorf in der Gemeinde Ahaus im westlichen Münsterland.

Inhaltsverzeichnis

Geograpie

Alstätte liegt an der Alstätter Aa und ungefähr zehn Kilometer nordwestlich von Ahaus direkt an der niederländischen Grenze. Alstätte umfasst außer dem Dorf selbst noch die sechs Bauernschaften Besslinghook, Brinkerhook, Alstätter-Brook, Gerwinghook, Schmäinghook und Schwiepinghook.

Nachbargemeinden sind Lünten, Ottenstein, Wessum, Graes und Epe, außerdem Haaksbergen und Enschede in den Niederlanden.

Geschichte

Der Name Alstätte leitet sich aus dem germanischen Wort für Kult- oder Heilige Stätte ab. Es ist also zu vermuten das das Dorf, viel mehr die Örtlichkeit, schon vor 2000 Jahren ein bekannter Ort war. Anfang des letzten Jahrhunderts wurden noch Hügelgräber erforscht und die Funde in Münster ausgestellt. Diese gingen leider im letzten Krieg verloren. Erstmals wurde Alstätte im Jahr 1151 urkundlich erwähnt, und eine selbstständige Pfarre ist seit 1297 nachgewiesen. Auch die Wassermühle „Haarmühle“ an der niederländischen Grenze wurde bereits 1331 in Urkunden genannt. Das heute noch zu besichtigende und unter Denkmalschutz stehende Gebäude der „Haarmühle“ stammt aus dem Jahr 1619. Bei einem Bombenangriff am 22. März 1945 wurden viele historische Gebäude zerstört. Einige davon, z.B. Bahnhof und Kirche (deren spätgotischer Turm aus dem 15. Jahrhundert stammt), wurden nach Kriegsende restauriert. Zum 1. Januar 1975 wurde Alstätte, trotz Widerstand, Ortsteil von Ahaus.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Umgebung des Dorfes ist seit vielen Jahrhunderten landwirtschaftlich geprägt. Etwa ab 1890 wurden u.a. mit dem Aufkommen von zwei Ziegeleien, einer Molkerei und der Eisenbahnlinie Ahaus-Enschede, welche im Jahr 2008 zurückgebaut wurde, neue Arbeitsplätze geschaffen. Um 1950 wurde in Alstätte die erste deutsche "Pommes-frites-Fabrik eröffnet und sicherte manchem Alstätter einen Arbeitsplatz und den Bauern der Umgebung einen sicheren Absatz ihrer Kartoffelernte. In den 60er Jahren waren viele Alstätter Frauen in den Textilindustrie beschäftigt, entweder in den Textilwerken in Twente oder in den Werken in Gronau und Ahaus mit einem Alstätter Nebenwerk. Heutzutage wird das Dorf von verschiedenen Gewerbegebieten umgeben. Traditionell sind Handwerksbetriebe und landwirtschaftliche Betriebe vorhanden. Nach Untergang der Textilindustrie konnte sich keine größere Industrie neu ansiedeln.

Während in der Ortslage Schmutz- und Regenwasserkanäle verlegt sind, werden die Abwässer aus den Bauernschaften überwiegend mittels einer Druckentwässerung entsorgt. Sämtliche Abwässer werden zur zentralen Kläranlage nach Ahaus gepumpt. Die Abfallbeseitigung ist ebenfalls flächendeckend gesichert. Es bestehen um Alstätte herum einige Deponien, von denen jetzt die letzte geschlossen wird. Auch die Bewohner in den Außenbereichen werden zu fast 100% von der städtischen Wasserversorgung bedient. Alstätte ist über eine Buslinie an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen: Im Stundentakt fahren Busse nach Ahaus, auch in den Ferienzeiten und an Sonn- und Feiertagen. Die örtliche Eigenversorgung ist durch Lebensmittelmärkte und sonstige Geschäfte gegeben. Durch Ausweisung neuer Bau- und Gewerbegebiete soll die Situation und geplante Entwicklung der Wirtschaftstruktur als Lebens- und Einkommensgrundlage ausgebaut werden. Hierzu sind in diesen Gebieten z.B. Regenwasserklärbecken in Planung.

Solar- und Photovoltaikanlagen wurden von verschiedenen Besitzern auf ihren Gebäuden angebracht, ebenso auf dem Umkleidegebäude der Sportanlagen. Mehrere Landwirte betreiben Blockheizkraftwerke bzw. eine Windkraftanlage.

Bildung

In Alstätte befinden sich drei Kindergärten (davon ein Heilpädagogischer Kindergarten in der Bauernschaft Brook), eine Grundschule und als weiterführende Schule eine Hauptschule. Des weiteren gibt es lokale Angebote vom katholischen Bildungswerk sowie von der VHS Ahaus. Gymnasien und Realschulen werden in Ahaus sowie in Epe besucht. Zu allen weiterführenden Schulen (Gymnasien, Realschulen, Berufsschulen) in den Nachbarorten bestehen gute Busverbindungen.

Literatur

Alsteer Alstätte, Dorf an der Grenze (Hrsg. Jubiläumsverein "850- Jahre- Alstätte e.V")


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