Alsweiler
Ortswappen von Alsweiler

Alsweiler ist ein Ortsteil von Marpingen im Saarland mit etwa 2300 bis 2400 Einwohnern auf 9,24 km².

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Blick auf Alsweiler

Ausgrabungsfunde lassen darauf schließen, dass zur Römerzeit zwar die Gegend an sich, nicht aber das heutige Ortsgebiet von Alsweiler besiedelt war. 633 wurden Tholey und die Weiler der Umgebung im Testament des Adalgisil erwähnt. Obwohl Alsweiler hier nicht namentlich aufgeführt ist, nimmt man an, dass der Ort zu dieser Zeit schon existierte. Durch dieses Testament ging Tholey samt Umgebung in den Besitz der Marienkirche von Verdun über. Schirmherren wurden die Grafen des Bliesgaues. 1231 war eine Gräfin von Luxemburg Lehnsherrin in Tholey, für 1235 ist Graf Gerlach von Veldenz als Lehnsherr belegt und 1278 ging das Schaumberggebiet in die Hände der Grafen von Lothringen über. Das Gebiet wurde später geteilt. Möglicherweise wurde Alsweiler gegen Ende des 15. Jahrhunderts von den Grafen von Bitsch verwaltet. Ab 1590 herrschten die Grafen von Zweibrücken, von 1605 an die Herzöge von Lothringen. Nach dem Tod von Stanislaus Leszczynski, der 1735 das Herzogtum Lothringen erhalten hatte, ging das Herzogtum 1766 in den Besitz der Krone über. Das Oberamt Schaumburg wurde jedoch 1787 im Rahmen eines Tauschhandels an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken veräußert und gehörte, nachdem die Kampfhandlungen der Französischen Revolution auch aufs Saargebiet übergegriffen hatten, zum Arrondissement Thionville. Dieses wiederum gehörte zum Departement Moselle. Nach dem Frieden von Luneville wurde das Gebiet dem neu geschaffenen Saardepartement zugeordnet.

Nachdem Napoleon in den Befreiungskriegen 1813/15 besiegt war, wurde Alsweiler als Teil Preußens und 1819 als Teil des Herzogtums Sachsen-Coburg-Saalfeld wieder deutsch. Der offizielle Name lautete ab 1819 Fürstentum Lichtenberg. Seit dieser Zeit gehört Alsweiler nicht mehr zu Tholey, sondern zu St. Wendel. 1834 wurde die Gegend wieder an Preußen abgetreten und blieb bis 1919 als Kreis St. Wendel ein Teil des Regierungsbezirks Trier. Durch den Versailler Vertrag geriet es wieder unter französische Herrschaft, ehe es 1935 per Volksabstimmung wieder Deutschland zugeordnet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die französische Militärregierung die Herrschaft. Von 1947 bis 1957 war das Saarland autonom; der Verwaltungsbezirk Alsweiler ging zu Beginn dieser Phase im Verwaltungsbezirk St. Wendel-Land auf. 1957 wurde das Saarland in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert. Seit der Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 ist Alsweiler ein Teil der Gemeinde Marpingen.

Wappen

Das Wappen zeigt in rotem Schildhaupt zwischen goldenen Doppelkreuzen einen gestümmelten silbernen Adler. Das eigentliche Wappen ist im Wellenschnitt schräg linksgeteilt. In der oberen Hälfte ist ein wachsender roter Löwe auf goldenem Grund dargestellt, in der unteren ein schräg links liegender goldener Abtsstab, umwickelt mit einem silbernen Velum, auf rotem Grund.

Das Schildhaupt weist auf die Herrschaft des Herzogtums Lothringen hin. Der Löwe geht auf die Grafen von Zweibrücken-Bitsch zurück, der Abtsstab mit Velum deutet die Abgabepflichtigkeit gegenüber der Abtei Tholey an. Der Wellenschnitt könnte auf die Lage bzw. den Namen des Ortes anspielen. Auf dem Gebiet Alsweilers entspringen sowohl der Alsbach als auch der Bruchelsbach.

Religion und Sakralbauten

Aus dem Jahr 1408 stammt die erste Erwähnung einer Kapelle in Alsweiler. 1800 wurde der Ort Vikarie, 1805 Pfarrei. 1831 war die heute noch bestehende Pfarrkirche St. Mauritius fertiggestellt, die 1861 ihre erste, 1902 ihre zweite und 1938 ihre dritte Orgel erhielt. Die vierte Orgel wurde 1990 von der Firma Hugo Mayer aus Heusweiler gebaut. Seit 1957 ist sie mit einem Mosaikbild des saarländischen Künstlers Ferdinand Selgrad geschmückt. Die St.-Barbara-Statue aus dem Jahr 1899 wurde in den 1980er Jahren restauriert. Der eigentliche Schutzpatron des Ortes und der Kirche ist aber St. Mauritius.

Sehenswürdigkeiten

Das Hiwwelhaus (Haus auf dem Hügel) gilt als ältestes im Originalzustand erhaltenes Bauernhaus des Saarlandes. Es stammt aus dem Jahr 1712 und wurde zum Teil zum Museum und Seminargebäude umgestaltet. Als Einhaus vereint es alle Wirtschafts- und Wohnräume unter einem einzigen Dach. Der Wohnteil ist aus massivem Sandstein gebaut, der Rest wurde als Fachwerkbau errichtet. Das Hiwwelhaus wird nach Vereinbarung zur Besichtigung geöffnet, Führungen sind ebenfalls auf Anfrage möglich.

Besichtigungen sind an jedem ersten Sonntag im Monat von 10:00 bis 11:00 Uhr möglich.

Bildung und Kultur

1819 wurde in der heutigen Mühlenstrasse bei der Kirche eine Schule errichtet, die 1957 abgerissen wurde. Zu der zu klein gewordene Schule wurde 1887 an der Tholeyer Straße ein neues Schulhaus errichtet, das heute nicht mehr erhalten ist. Von 1959 bis Oktober 2008 wurden die Grundschüler in der Schule auf der Lehn unterrichtet.

Verkehr

Alsweiler ist durch die RegioPlusBus-Linien R4 (St. Wendel-Lebach) und R12 (St. Wendel-Neunkirchen) an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden.

Regelmäßige Veranstaltungen

Alljährlich wird Ende September eine Mauritiuskirmes gefeiert. Alle fünf Jahre findet an Pfingsten ein Dorffest statt, das letzte war 2011.

Partnerstadt

Seit 1973 besteht eine Städtepartnerschaft mit Bertrichamps in Frankreich.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Urexweiler — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Marpingen — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Marienerscheinungen in Marpingen 1876/1877 — Marienfigur und Rosenkranz an der neu gestalteten Marienverehrungsstätte im Marpinger Härtelwald Während der Marienerscheinungen in Marpingen berichteten die drei achtjährigen Mädchen Katharina Hubertus, Susanna Leist und Margaretha Kunz, ihnen… …   Deutsch Wikipedia

  • Namborn — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Karl Ferdinand Selgrad — Ferdinand Selgrad (* 1927 in Neunkirchen) ist ein saarländischer Künstler, der sich auf Glasmalerei und Mosaikkunst spezialisiert hat. Er studierte in den 1950er Jahren in Paris. Neben seiner Arbeit als Künstler arbeitete er darüber hinaus als… …   Deutsch Wikipedia

  • Lichtenberg (Fürstentum) — Fürstentum Lichtenberg Das Fürstentum Lichtenberg an der Nahe war seit 1816 eine Exklave des Herzogtums Sachsen Coburg Saalfeld bzw. von 1826 bis 1834 des Herzogtums Sachsen Coburg und Gotha . Geschichte Nach den Niederlagen Napoleons in den… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Baudenkmäler in Marpingen — In der Liste der Baudenkmäler in Marpingen sind alle Baudenkmäler der saarländischen Gemeinde Marpingen und ihren Ortsteilen aufgelistet. Grundlage ist die Veröffentlichung der Landesdenkmalliste im Amtsblatt des Saarlandes vom 22. Dezember 2004 …   Deutsch Wikipedia

  • Selgrad — Ferdinand Selgrad (* 1927 in Neunkirchen) ist ein saarländischer Künstler, der sich auf Glasmalerei und Mosaikkunst spezialisiert hat. Er studierte in den 1950er Jahren in Paris. Neben seiner Arbeit als Künstler arbeitete er darüber hinaus als… …   Deutsch Wikipedia

  • New Zealand general election, 1999 — 1996 ← members November 27, 1999 (1999 11 27) …   Wikipedia

  • Marpingen — Marpingen …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”