Alt-Friedrichsfelde (Straße)
Alt-Friedrichsfelde
Coat of arms of Berlin.svg
Straße in Berlin
Alt-Friedrichsfelde
Alt-Friedrichsfelde etwa in der Mitte, Blick Richtung Osten
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Berlin-Friedrichsfelde,
Angelegt 19. Jahrhundert
Neugestaltet um 1970
Hist. Namen Chaussee nach Frankfurt, Berliner Straße, Straße der Befreiung
Anschlussstraßen Frankfurter Allee, Alt-Biesdorf
Querstraßen Rosenfelder Straße, Nord-Süd-Straßenzug Rhinstraße–Am Tierpark, Gensinger Straße, Märkische Allee
Bauwerke Bahnhof Berlin-Lichtenberg, Lichtenberger Brücke, Gensinger Brücke
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 2700 Meter

Die Straße Alt-Friedrichsfelde ist ein Teilstück der B1/B5 im Bezirk Lichtenberg. Sie verläuft in West-Ost-Richtung und liegt bis auf vier Hausnummern vollständig im Ortsteil Berlin-Friedrichsfelde. An der Straße und in ihrer Umgebung befinden sich sowohl Zeugnisse aus der Erstbebauungszeit im 18. und 19. Jahrhundert als auch ganze Quartiere aus den 1970er und 1990er-Jahren wie die Wohnbauten um den Rosenfelder Ring oder das Gensinger Viertel. Die Straße Alt-Friedrichsfelde bildet mit den umgebenden Flächen den nördlichsten Bereich von Friedrichsfelde.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Skizze zeigt die Straße Alt-Friedrichsfelde mit den anliegenden Wohngebieten.

Die Straße verläuft südlich der Eisenbahnstrecke der Ostbahn mit den S-Bahn-Linien S5, S7 und S75. Sie beginnt im Westen an der Rosenfelder Straße an der Grenze zum Ortsteil Lichtenberg als Verlängerung der Frankfurter Allee. Dort beginnt (Hausnummer 1) und endet (Hausnummer 127) auch die Nummerierung der Häuser. Im Südwesten schließt sich der Weitlingkiez und im Süden der alte Dorfkern von Friedrichsfelde an. Nördlich der Straße befinden sich die beiden Wohnquartiere Rosenfelder Ring und Gensinger Viertel, die durch die Rhinstraße getrennt sind. Alt-Friedrichsfelde wird in ihrem Verlauf vom Straßenzug Am Tierpark/Rhinstraße gekreuzt und nur fünf Straßen münden auf sie. Der östliche Endpunkt der Straße trägt die Hausnummern 62A und 69C und beherbergt zwei Gewerbeeinheiten. Hier, an der Einmündung der Märkischen Allee hinter den Bahnbrücken des Berliner Außenrings geht die Straße Alt-Friedrichsfelde in die Straße Alt-Biesdorf über. Der äußerste Nordosten der Straße mit den Hausnummern 63 und 64 gehört zum Bezirk Marzahn-Hellersdorf, wo die Technik-Niederlassung der Telekom und ein Großlager von DHL liegen. Die Straße Alt-Friedrichsfelde stößt hier auf die Ortsteilgrenzen Berlin-Biesdorf und Berlin-Marzahn.

Geschichte der Straße

Die Straße Alt-Friedrichsfelde ist ein Teilstück der im Jahr 1708 durch Veranlassung des Markgrafen Albrecht Friedrich von Brandenburg-Schwedt angelegten Fernhandels- und Heerstraße zwischen dem Berliner Zentrum und den östlich gelegenen Handelsstädten. Da ihr dortiger Zielpunkt die Stadt Frankfurt an der Oder ist, erhielt sie den Namen Frankfurter Chaussee. Im Siebenjährigen Krieg rückten russische Truppen über diese Straße nach Berlin vor und bezogen für neun Tage im Ort Friedrichsfelde bei Privatleuten ihre Quartiere. Im gesamten Umkreis nahmen die Kosaken alles fort, selbst die Leinen und Griffe der Kirchenglocken … [1] und sicherlich noch vieles mehr. Auch Truppenteile von Napoleons Armee unter Feldmarschall Davoust schlugen östlich von Berlin ihr Lager auf. Sie besetzten unter anderem das Schloss Friedrichsfelde und richteten im Dorf großen Schaden an. Auf dem Mühlenberg, nahe am heutigen Bahnhof Friedrichsfelde Ost soll auch eine große Heerschau abgehalten worden sein. – So diente die Frankfurter Chaussee bereits mehrfach als militärisches Aufmarschgebiet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestimmte eine Kabinetts-Order die Namensänderung in Frankfurter Allee. Die 1920 erfolgte Eingemeindung größerer Dörfer des damaligen Umlandes zu Berlin führte zu einer abschnittsweisen Aufteilung des Straßennamens. Auf einem Berlin-Plan von 1926 erscheint das beschriebene Straßenstück unter dem Namen Berliner Straße.[2] Der heutige wieder gültige Name Alt-Friedrichsfelde wurde ihr am 26. Juli 1927 erstmalig verliehen.[3] 1975 gab die Ost-Berliner Stadtverwaltung dem hier dargestellten Straßenabschnitt den Namen Straße der Befreiung. Damit wurde am 30. Jahrestag der Befreiung, dem 8. Mai 1945, an den Einzug der Truppen der Roten Armee aus Osten kommend nach Berlin erinnert, in dessen Folge der Zweite Weltkrieg beendet und Deutschland vom Nationalsozialismus befreit wurde. Nach der Wende, im Jahr 1992 erhielt die Straße ihren historischen Namen Alt-Friedrichsfelde zurück.[4] Rund um die Straße Alt-Friedrichsfelde entwickelte sich das Dorf Friedrichsfelde in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts besonders stark, es entstanden lange Häuserzeilen und ausgedehnte Wohnanlagen.

Ehemaliges Lichtenberger Wappen am Hausgiebel

Der Ost-Berliner Magistrat ließ zwischen 1979 und 1984 die noch vorhandenen Altbauten an der Straße der Befreiung rekonstruieren und modernisieren. Das erste alte Gebäude an der Ecke Rhinstraße erhielt am östlichen Giebel ein Putzrelief mit der Darstellung des damals gültigen Lichtenberger Wappens. Bei der Sanierung 2006/2007 wurde das Bild überputzt. Hinter den historischen Häusern in der zweiten Zeile und entlang der Rhinstraße wurden Plattenbauten errichtet und die Straße selbst „autogerecht“ auf sechs bis acht Fahrspuren verbreitert. Die viel befahrene Kreuzung mit der Rhinstraße und Am Tierpark wurde untertunnelt. Der Verkehrstunnel wurde 1995–1997 saniert.[5][6] Für die Fußgänger entstand zur gefahrlosen Überquerung der Straße etwa in Höhe der Robert-Uhrig-Straße eine behindertengerechte Brücke (auf dem Plan zwischen den grauen Strichen angedeutet).

Einzelne Abschnitte von Alt-Friedrichsfelde

Die südliche Straßenseite

Gebäudeensemble Alt-Friedrichsfelde Nummer 18–18B
Hausnummernbereiche 1 bis 40

Direkt am Straßenzug der damaligen Frankfurter Chaussee ließen sich erste Kolonisten nieder und bauten zwischen 1776 und 1783 zahlreiche Wohnhäuser. Die noch erhalten gebliebenen Kolonistenhäuser sind saniert und bilden mit weiteren Gebäuden aus dem 19. und 20. Jahrhundert eine fast geschlossene Straßenrandbebauung (Hausnummern 1–3, 9–22).

Ehemaliges Kino „Volkshaus“, Alt-Friedrichsfelde 3, Hof

Für die Bewohner von Friedrichsfelde gab es ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts zwei einfache Kinogebäude, eins waren die „Schlosslichtspiele“ (Nähe U-Bahnhof Friedrichsfelde) und das zweite stand auf dem Hof des Wohnhauses Alt-Friedrichsfelde 3. Es wurde 1928 eröffnet und hieß zuerst nach seinem Betreiber „Kino Busch“ und hatte 600 Sitzplätze. Von 1943 bis 1945 waren es die „Corso“-Lichtspiele. Als Kino „Volkshaus“ wurde es ab 1948 bespielt. Noch 1990 erfolgte eine Modernisierung und die Zahl der Sitzplätze wurde auf 250 reduziert, doch 1992 musste der Betrieb aufgegeben werden. 2008/2009 wurde das Gebäude entkernt, Planungen für eine neue Nutzung sind nicht bekannt.[7][8]

Hinter den früheren Kolonistenhäusern und Wohnblöcken entstanden in den 1970er Jahren modern ausgestattete Neubauten, die sich um die Paul-Gesche-Straße und die Robert-Uhrig-Straße bis zur Straße am Tierpark gruppieren. Kaufhalle, Kindergarten und einige Dienstleistungseinrichtungen vervollständigten die Angebote für die neuen Bewohner. Die Altbauten enthielten zahlreiche kleine Geschäfte oder Handwerksbetriebe, die bis auf wenige ab den 1990er Jahren wirtschaftlich aufgeben mussten. Im Haus Nummer 9A siedelte sich mittlerweile der Sozialverein „Lichtenberger Hilfe für Menschen e. V.“ an.[9] Unter der Hausnummer 22 ist ein älteres unsaniertes Haus erhalten, das auf der Fassade im zweiten Geschoss eine verwitterte Darstellung eines Malers mit Pinsel und Palette zeigt.

Die bei der Wohnbebauung der Kreuzung mit der Straße „Am Tierpark“ angelegte innere Zufahrtsstraße erhielt die Hausnummernbereiche Alt-Friedrichsfelde 23–40.

Zwischen der Straße Am Tierpark und der Brücke zur Auffahrt Märkische Allee

Hausnummernbereiche 41 bis 61
Nummer 60: rechts Stasi-Gebäude

In den 1960er Jahren reichten noch Felder und Wiesen an die Straße Alt-Friedrichsfelde heran mit Ausnahme der unmittelbaren Einmündung der Schloßstraße (heutige Straße Am Tierpark). Diese Flächen wurden für eine eventuelle Erweiterung des Tierparks nach Norden frei gehalten. Anfang der 1970er Jahre hatte die Ost-Berliner Stadtverwaltung zusammen mit dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS) unter Alt-Friedrichsfelde 60 einen längeren sechsgeschossigen Gebäudetrakt errichtet, der mit einer Mauer umgeben und bewacht war. Nach der Auflösung des MfS richtete das Bezirksamt Lichtenberg ab 1992 daraus ein Bildungs- und Verwaltungszentrum her, in dem nach und nach verschiedene Bereiche einzogen wie eine Kraftfahrzeug-Meldestelle (zeitweilig), das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, das „Stadtplanungsamt Schule Sport Soziales“, das Sozialamt Lichtenberg, die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales mit einem Sanitätsmittellager, die Senatsverwaltung für Finanzen mit dem Personalüberhangmanagement. Im Jahr 2005 erfolgten Fassadenrenovierungen in dem nun „Behördenzentrum“ genannten Komplex.[10] Hier befand sich bis zum Jahr 2006 auch das Berliner Institut für Schule und Medien. Nach dessen Zusammenlegung mit dem Bundesland Brandenburg und der Gründung des Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) hat dies jetzt seinen Sitz in Ludwigsfelde-Struveshof.[11]

Im Jahr 2009 zog das Finanzamt Lichtenberg aus einem in den 1990er errichteten Neubau in der Josef-Orlopp-Straße in Lichtenberg ebenfalls in den Gebäudekomplex Alt-Friedrichsfelde. Die Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin erhielt auf dem dahinter liegenden Gelände einen Neubau. Diese Bildungseinrichtung fusionierte im April 2009 mit der Fachhochschule für Wirtschaft zur Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und belegt einen Teil des Gebäudekomplexes.[12]

Namenswechsel

Die nördliche Straßenseite von Alt-Biesdorf über das Gensinger Viertel bis Rhinstraße

Hausnummerbereiche 70 bis 86
Straße Alt-Friedrichsfelde, Blick stadtauswärts,
Hochhaus an der linken Seite: Gensinger Straße

Ein Gebiet mit etwa 21.000 m² wurde zwischen 1990 und 1998 zu Wohnzwecken vollkommen neu erschlossen. Das Büro „Gutzeit Beyer Architektur GmbH“ entwarf und baute für eine Investorengruppe Wohnblöcke und Häuserzeilen mit einem viertelkreisförmigen gestaffelten nordöstlichen Abschluss und Wohnungen für rund 5000 Menschen.[13] Als Zentrum des Gensinger Viertels, das seinen Namen nach der durch dieses Gebiet führenden Straße (die es als Straße bereits seit 1937 gibt) erhielt, dient ein kleiner Platz mit dominanten Hochhäusern und einigen Einkaufs- und Dienstleistungseinrichtungen an seinem östlichen Ende. Einige bereits in den 1980er Jahren errichtete Wohnbauten und das Gebäude einer DDR-typischen Clubgaststätte wurden in das Viertel integriert. Der frühere Dienstleistungswürfel neben dem Gaststättengebäude ist ebenfalls noch erhalten und wurde teilweise von dem Jugendclub Alt-Friedrichsfelde 70 genutzt. Im Jahr 2010 wurde mit dem Neubau einer Kinder- und Jugendeinrichtung in unmittelbarer Nachbarschaft (Adresse: Gensinger Straße 56 A) begonnen, die den Namen Haus der zwei Türen erhalten soll. Das Bezirksamt lässt hier eine neue Freizeiteinrichtung bauen, die einerseits vom Humanistischen Verband Deutschland zur Betreuung von 125 Kindern getragen werden soll, andererseits wird der Sozialistische Jugendverband Deutschlands Die Falken Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche organisieren. Der Bau wird mit 1,2 Millionen Euro des Förderprogramms Stadtumbau Ost finanziert und soll im September 2011 eröffnet werden.[14]

Die größere Fläche zwischen der Straßenkreuzung Alt-Friedrichsfelde/ Rhinstraße und den nördlich begrenzenden Bahnanlagen wird von der Kleingartenanlage „Mühlenberg“ (35.000 m²) und dem nebenliegenden alten Friedhof Friedrichsfelde (rund 40.000 m²) eingenommen. Der zwischen den ehemaligen Dörfern Friedrichsfelde und Marzahn (an der Marzahner Chaussee) befindliche Gemeindefriedhof wurde um 1780 angelegt und steht komplett unter Denkmalschutz.[15] Diese Begräbnisstätte beherbergt eine Kapelle, Erbbegräbnisse und einige wertvolle Wandgrabmale, zum Beispiel von dem 1915 im Ersten Weltkrieg gefallenen Gardefüselier Albert Neumann mit einer lebensgroßen Sandsteinfigur einer Trauernden.[16] Das direkt an der Straßenkreuzung Alt-Friedrichsfelde/ Rhinstraße befindliche Doppel-Wohnhaus erhielt den Namen „Mühlenberg“ an seiner Fassade und erinnert damit an den früheren Straßennamen der rhinstraße. Gleichzeitig dient als Eingangsbereich für die Kleingartenanlage.

Rhinstraße bis Skandinavische Straße – Das „Rosenfelder-Ring-Quartier“

Hausnummernbereiche 87 bis 127
Restaurierte Wohnhäuser

Hier erstreckte sich hinter der städtischen Straßenrandbebauung bis zu den nördlichen und westlichen Bahngleisen in den 1920er Jahren eine kleine Wohnsiedlung („Kleinwohnungsbauten“) mit regelmäßig angelegten Straßen mit den Namen Seddiner Straße, Karlsburgstraße, Henriettenstraße, Almatheastraße (West-Ost) bzw. Löwenberger Straße, Friesacker Straße, Wustrauer Straße, Dominikanerstraße, Rhinstraße (Nord-Süd).[2] Als der Neubau der Lichtenberger Brücke beschlossen und dafür die Straßenführung Alt-Friedrichsfelde begradigt wurde, senkten die Bauleute die Skandinavische Straße auf das Niveau der südlich der Frankfurter Allee liegenden Bebauung ab und stellten eine Verbindung zur Weitlingstraße her. Damit war eine neue Zufahrt für die Kleinwohnsiedlung entstanden, die nun abgerissen und in den 1960er Jahre durch Neubauten ersetzt wurde. Dieser östlich von der Rosenfelder Straße ringförmig bebaute Bereich erhielt den einheitlichen Namen Rosenfelder Ring. Die etwa 3000 Wohneinheiten in den bis zu elfgeschossigen Plattenbauten bekamen mit Schulen, Kindergärten, Einkaufshalle und einer Poliklinik eine eigene Infrastruktur. Die vormals vorhandenen Plätze wie Achillesplatz oder Vierradener Platz wurden in das Straßenbegleitgrün bzw. die Hofbereiche einbezogen und verschwanden aus den Stadtplänen.[2] In den späten 1990er Jahren erfolgte eine Grundsanierung fast aller Gebäude, die hinterlüftete Fassadendämmung, neue Eingangsbereiche, moderne Heizanlagen, neue Fenster und Hauseingangstüren umfasste.[17]

Kiezrestaurant „Alt-Friedrichsfelde“

Die alten Mietshäuser entlang des Straßenzuges Alt-Friedrichsfelde konnten ebenfalls erneuert werden und enthalten im Erdgeschossbereich noch einige Handwerksbetriebe bzw. Kleingastronomie. Erwähnenswert ist hier das Restaurant „Alt-Friedrichsfelde“ (Hausnummer 98) in einem historischen Gebäude, dessen Clubraum (Hausnummer 97) als Versammlungsraum des Ortsvereins der „IG Bau“ dient. In Höhe der Fußgängerbrücke befindet sich das „Brauerei-Fangeschäft Hauptstadtgruss“. In der letzten erhaltenen Villa (Hausnummer 103) fand neben Rechtsanwälten auch das Vermessungsamt Lichtenberg sein Domizil.

Das Gensinger Viertel und das Rosenfelder-Ring-Quartier sind im Jahr 2008 in das Projekt „Stadtumbau Ost“ aufgenommen worden, weil mittlerweile Kaufeinrichtungen, Schulen und Einzelhandelsgeschäfte leer stehen oder dringend sanierungsbedürftig sind. Sie sind auch nicht der geänderten Altersstruktur der Bewohner angepasst.[18][19]

Kunst in der Straße Alt-Friedrichsfelde

„Hermes“-Statue
Stahlskulptur „handelundwandel“ über dem Tunnel
  • Alt-Friedrichsfelde 23: Tränkebrunnen, Sandsteinarbeit von Günter Thüre, 1984[20]
  • Alt-Friedrichsfelde 69/71: Koggebrunnen, Betonarbeit von Nikolaus Bode, 1982[21][22]
  • Alt-Friedrichsfelde 106: „Hermes“, Sandsteinstatue von Marguerite Blume-Cárdenas, 1982[23]

Auf einer Verkehrsinsel der Kreuzung Am Tierpark/ Alt-Friedrichsfelde /Rhinstraße befindet sich seit 2001 die Plastik „handelundwandel“, ein großes Knäuel aus blauen Stahlbändern von Erika Klagge.[24]

Verkehr einst und heute

„Autogerechte Straße“

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Straßenbahnen den Personentransport in Berlin mehr und mehr übernahmen, wurde durch die Frankfurter Allee und die Straße Alt-Friedrichsfelde die Linie 69 geführt, die an der Schloßstraße Richtung Karlshorst abbog. Hinzu kamen die Omnibuslinien 37 und 39 (später die Linien 30 und 54), die vom Bahnhof Berlin-Lichtenberg aus ostwärts durch Alt-Friedrichsfelde fuhren. Mit dem Neubau der Lichtenberger Brücke und dem Ausbau zu einer „Autoschnellstraße“ verschwanden alle Nahverkehrsmittel in der Straße Alt-Friedrichsfelde. Seit 1990 wird der Bereich wieder von Buslinien (Nummern 108 und 194) bedient. Die Straßenbahnen der Linie M17 und 27 queren diese Straße und stellen eine Anbindung an die S-Bahnhöfe Friedrichsfelde Ost und Karlshorst sowie den U-Bahnhof Tierpark her.

Persönlichkeiten und Ereignisse in der Straße Alt-Friedrichsfelde

Hausnummern 1 bis 3

Im Mai 1945 zog der sowjetische Stadtkommandant Generaloberst Nikolai Bersarin mit seinem Stab von Karlshorst in die Wohnhäuser Alt-Friedrichsfelde 1 bis 3.[25][26] Als die „Friedensfahrt“, die Drei-Länder-Wettfahrt der Radsportler in den 1960er-Jahren, Berlin als Etappenort vorsah, erfolgte die Streckenführung häufig direkt durch diese Straße. Viele Tausend Berliner jubelten den Sportlern zu. Andere Personen wie der erste Kosmonaut Juri Gagarin oder die indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi wurden ebenfalls hier entlang in das Berliner Stadtzentrum hinein gefahren und von einem begeisterten Menschenspalier gefeiert.

Literatur

  • Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR, Berlin, II; Hrsg. Institut für Denkmalpflege im Henschelverlag, Seiten 165, 210, 211; Berlin 1984
  • Leid und Glück der Dörfler. Blicke in die Geschichte von Friedrichsfelde, Artikel im „Lichtenberg/Hohenschönhausener“, Ausgabe 10(2002), S. 2

Weblinks

 Commons: Alt-Friedrichsfelde (Straße) – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kurze Geschichte von Berlin-Friedrichsfelde und Karlshorst zum Gebrauch für Schule und Haus; (Seite 15), Leipzig 1917
  2. a b c Alt-Berlin Plan von 1926
  3. Frankfurter Allee. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
    Frankfurter Chaussee. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  4. Straße der Befreiung. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  5. Info von Structurae zum Straßentunnel Alt-Friedrichsfelde
  6. Baumaßnahme Tunnel Alt-Friedrichsfelde, Presseinfo der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vom 24. Juli 2007
  7. Datenbank über Berliner Kinos mit Text und 4 Bildern des „Volkshaus“
  8. Kurzinfo über die beiden ungenutzten Kinos in Lichtenberg; Leserbriefe in der „Berliner Zeitung“ vom 13. November 2007: Bezirksrätin wälzt die Verantwortung nur ab. Zu „Lichtenberg will das Theater nicht“ von C. Fuchs (7. November)
  9. Kurzinfo zum Sozialhilfeverein
  10. Homepage von Thyssen Krupp Steel zum Bau an der Str. Alt-Friedrichsfelde
  11. Homepage LISUM
  12. Homepage der HWR
  13. SPD-Fraktion mit Angaben zur Situation im Gensinger Viertel, Stand Januar 2009
  14. "Haus der zwei Türen" wird gebaut. Erster Spatenstich für neues Jugendfreizeithaus/ Eröffnung im September 2011 geplant. In: Berliner Woche vom 23. Juni 2010, Lokales, S. 3
  15. Gartendenkmal Friedhof Marzahner Chaussee
  16. Fotos von Grabmalen auf dem Friedhof Marzahner Chaussee
  17. Infoseiten einer Handwerksfirma aus Hoppegarten, die an der Sanierung im Rosenfelder Ring beteiligt war (PDF)
  18. Informationen der BVV Lichtenberg zum Fördergebiet Friedrichsfelde; abgerufen am 21. April 2009
  19. Info das Gebiet Rosenfelder Ring und die personelle Zusammensetzung des Baubeirats in der BVV Lbg.
  20. Lichtenberger Ansichten: Tränkebrunnen. Abgerufen am 21. Dezember 2009.
  21. Bildhauerei in Berlin: Koggebrunnen. Abgerufen am 21. Dezember 2009.
  22. Lichtenberger Ansichten: Koggebrunnen. Abgerufen am 21. Dezember 2009.
  23. Lichtenberger Ansichten: Hermes. Abgerufen am 21. Dezember 2009.
  24. Lichtenberger Ansichten: handelundwandel. Abgerufen am 21. Dezember 2009.
  25. eine „Zeitreise“ durch den Bezirk Lichtenberg, online vom Bezirksamt Lichtenberg
  26. Infotafel des Geschichtsvereins Berlin-Friedrichsfelde
52.5096513.519

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