Hohes Moor (Stade)

Hohes Moor (Stade)
53.5519444444449.2588888888889
Hohes Moor (Niedersachsen)
Hohes Moor
Hohes Moor
Der Oldendorfer See im Hohen Moor

Das Hohe Moor bei Stade ist ein etwa 5000 Jahre altes Hochmoor. Nach einer etwa 130 Jahre währenden Abbauphase zwischen 1830 und den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde es renaturiert und im Zeitraum von 2001 bis 2006 wiedervernässt. Heute ist es ein Naturschutzgebiet, das sich über eine Fläche von ca. 780 Hektar erstreckt. Es besteht aus einem Mosaik aus offenen Wasserflächen, Feuchtwiesen, Torfmoosrasen und Moorwald.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Wiedervernässungsfläche mit abgestorbenem Birkenbruchwald

Etwa seit 1830 wurde das Hohe Moor entwässert und der Torf im Handstich abgebaut. Von den ursprünglichen großen Moorseen sind heute nur noch der Oldendorfer See und der Elmer See erhalten. Diese beiden großen Wasserflächen werden durch zahlreiche kleine wassergefüllte Torfabbaugruben und ehemalige Entwässerungsgräben ergänzt, denn seit Anfang der 80er Jahre und besonders in den Jahren 2001 - 2006 hat man den Wasserstand des Hohen Moores wieder angehoben. Durch die Wiedervernässung soll das teilweise zerstörte Moor renaturiert werden, abgestorbene Fichten- und Birkenbestände sind sichtbares Zeichen dieser Vernässung. Seit 1985 ist das Hohe Moor ein Naturschutzgebiet, seit dem Jahr 2000 ist es Natura-2000-Gebiet laut FFH-Richtlinie der Europäischen Union.

Flora und Fauna

Gefluteter Handtorfstich

Der bis heute gut erkennbare Torfstich hat zu einem stark strukturierten Landschaftsbild geführt, in dem sich Hochmoorflächen und Bruchwälder mit vollgelaufenen Torfstichgruben und natürlichen Moorseen abwechseln; in den waldfreien Randbereichen liegen zudem verschiedene Feuchtwiesentypen. Auf einigen alten Moordämmen führen Wanderwege durch das Hohe Moor, das Betreten des Naturschutzgebietes außerhalb dieser Wege ist aber zum Schutz der seltenen Pflanzen- und Tierwelt verboten.

Tierwelt

Paarungsrad der Nordischen Moosjungfer

Im Hohen Moor findet man etliche moortypische Libellenarten wie z.B. die Mond-Azurjungfer, die Hochmoor-Mosaikjungfer, die Arktische Smaragdlibelle und - in hoher Individuendichte - die Nordische Moosjungfer. Auch moortypische Schmetterlingsarten wie der Hochmoor-Bläuling werden wieder beobachtet.

Bezüglich der Reptilien und Amphibien sind sowohl Kreuzottern als auch Ringelnattern zu beobachten, Blindschleichen sind eher selten, Moorfrösche treten dagegen mit größeren Beständen auf.

Für viele Vogelarten sind die Moorflächen heute wieder Brut- und Rastplätze, beispielsweise ist der Kranich seit 2002 als Brutvogel zurückgekehrt. Auch äußerst seltene Arten wie die Sumpfohreule oder der Baumfalke brüten in den offenen Bereichen der Moorlandschaft[1]. Auf den offenen Wasserflächen finden sich neben vielen Entenarten während der Zugzeiten größere Bestände an Grau-, Nonnen- und Nilgänsen ein. An den Moorrändern brüten zahlreiche Singvögel, neben Goldammern, Buchfinken, Kohl- und Blaumeisen finden sich auch seltenere wie Kuckuck und Kleiber.

Hinsichtlich des Wildbestandes dominieren zahlreiche Rehe das Bild, seltener sind Wildschweine und Feldhasen zu beobachten. Die ehemals heimischen Dachse sind durch die Wiedervernässung wahrscheinlich verdrängt und seither nicht mehr beobachtet worden.

Pflanzenwelt

Ausgedehnte Bestände an Schmalblättrigem Wollgras

In den höher gelegen Bereichen tritt Schwarzerlen- Kiefern- und Moorbirkenbruch auf. In den tiefer liegenden Flächen finden sich durch die Wiedervernässung, die Wiederherstellung der Nährstoffarmut und den sauren pH-Wert des Wassers inzwischen wieder etliche der typischen Moorpflanzen wie Torfmoose und verschiedene Binsen (Flatterbinse u.a.) Auf den etwas trockeneren Flächen wächst vereinzelt rundblättriger Sonnentau, in großen Beständen steht das schmalblättrige und das scheidige Wollgras, in den offenen Flächen sind Glocken-Heide und Weißes Schnabelried häufig. Die Wegränder und Dämme säumen Zwergsträucher wie Heidelbeere, Eberesche und Gagel.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Klaus Krapohl: LIFE-Nature-Projekt: Wiedervernässung des Hohen Moores

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