Altaier

Altaier ist die Bezeichnung für eine Gruppe turksprachiger Stämme, deren Siedlungsgebiet in der russischen Republik Altai sowie in der Region Altai liegt. Sie gingen aus alttürkischen und mongolischen Ethnien hervor, die sich hier vermischten. Es gibt unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Altaier ein Volk oder eine Gruppe eng verwandter Ethnien darstellen. Dasselbe gilt für die altaische Sprache. Die Gesamtgruppe der Altaier gehört zu den indigenen sibirischen Völkern.

Inhaltsverzeichnis

Gruppen und Bezeichnungen

Die Altaier unterteilen sich in eine nördliche und eine südliche Gruppe. Im Russischen Reich war die nördliche Gruppe unter den Bezeichnungen Kusnezker Tataren (kusnezkie tatary) oder tschernowye tatary oder orioty bekannt, zu ihnen gehörten die Tubalaren (russ.: tubalary), die am linken Ufer des Flusses Bija und am nordöstlichen Ufer des Telezkoje-Sees (russ.: Telezkoje osero / Телецкое озеро) siedelten, ihre Zahl lag 2002 bei 1565. Die Tschelkanen (auch: Lebediner, 2002: 855) siedeln im Tal des Flusses Lebed liegt, die Kumandiner (2002: 3114) leben am Mittellauf der Bija.

Zur südlichen Gruppe gehört die größte Untergruppe, die wie die Gesamtgruppe Altaier genannt wird (2002: 67.239). Die Telengiten (2002: 2399) siedeln an den Flüssen Tschulyschman, Tschuja und Argut. Die Teleuten (2002: 2650) leben überwiegend im Bezirk Belowo der Oblast Kemerowo, ein kleinerer Teil in der Republik Altai. Die Telesen (Bevölkerungszahl unbekannt) siedeln an den Flüssen Tschulyschman und Tschuja und die Majmalaren (in der Volkszählung 2002 ebenfalls nicht erfasst) am Fluss Majma.

Geschichte

Die Altaier kamen im 18. Jahrhundert unter russische Herrschaft. Nach der Oktoberrevolution richteten die Sowjets innerhalb der russischen Teilrepublik der Sowjetunion das Oirotische Autonome Gebiet ein. 1948 wurde dieses Gebiet umbenannt in Gorno-Altaisches Autonomes Gebiet. Mit dem Ende der UdSSR 1991 wurde das Gebiet zur Republik Altai innerhalb Russlands.

Sprache

siehe Altaisch (Turksprache)

Religion

Vor der russischen Herrschaft waren die Religionen Buddhismus lamaistischer Ausrichtung und Schamanismus, danach wurden die meisten Altaier zum russisch-orthodoxen Glauben bekehrt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es zu einer Renaissance des Lamaismus. Heute sind nach Angaben des Russischen Ethnographischen Museums neben dem russisch-orthodoxen Christentum auch Protestantismus und Baptismus verbreitet. Viele Teleuten bekennen sich zum sunnitischen Islam.

Literatur

  • Rudolf A. Mark: Die Völker der Sowjetunion Opladen Westdeutscher Verlag 1989, ISBN 3-531-12075-1
  • Roland Götz / Uwe Halbach: Politisches Lexikon Rußlands, München, C.G. Beck´sche Verlagsbuchhandlung 1994 ISBN 3-406-35177-8

Weblinks

Siehe auch

Indigene Völker des russischen Nordens


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