Altalena
Altalena, Modell
Die brennende Altalena vor Tel Aviv
Gedenkstein am Strand von Tel Aviv

Altalena ist der Name des Schiffes, mit dem die Irgun im Jahre 1948 versuchte, Truppen und Material nach Israel zu verschiffen. Die Altalena war nach dem Pseudonym des Zionisten Zeev Jabotinsky benannt.

Ursprünglich sollte die Altalena Israel am 15. Mai 1948, dem offiziellen Tag des Abzugs der britischen Mandatsmacht, erreichen. Der Waffenkauf und die Organisation der Aktion benötigten jedoch mehr Zeit als erwartet. Der Staat Israel war bereits am 14. Mai ausgerufen worden, so dass alle Planungen überholt waren. Die Irgun in Israel hatte einer Übereinkunft zugestimmt, nach der ihre Einheiten in die neu gegründete IDF (Zahal) integriert werden sollten. Als Gegenleistung sollte auf alle Waffenkäufe verzichtet werden.

Am 11. Juni verließ die Altalena mit 940 Kämpfern und Waffen an Bord Frankreich.

Das Irgun-Hauptquartier in Paris informierte ihre Führer in Israel nicht, da es befürchtete, die Nachricht könne abgefangen werden. Diese erfuhren aber noch am gleichen Tag durch Radio London vom Auslaufen des Schiffes.

Am 15. Juni trafen sich Begin und weitere Führer der Irgun mit Repräsentanten des Staates, um über das weitere Vorgehen zu verhandeln. Man einigte sich darauf, das Schiff landen zu lassen. Die Irgun zog den Strand von Tel Aviv, die staatlichen Vertreter den Strand von Kfar Vitkin vor. Streit gab es auch um die Verteilung der Waffen. Menachem Begin forderte unter anderem, die in die IDF neu eingegliederten Bataillone der Irgun mit den Waffen auszurüsten, dem widersprachen die staatlichen Vertreter und forderten die Übergabe der Waffen an die Armee.

Am Spätnachmittag des 20. Juni erreichte die Altalena Kfar Vitkin. Begin und andere Führer der Irgun warteten am Strand, als die Irgunkämpfer von Bord kamen und das Schiff entluden.

Während die Irgun am Strand von Kfar Vitkin die Altalena entlud, trafen sich in Tel Aviv die Mitglieder der provisorischen Regierung. Ben Gurion war zu der Überzeugung gelangt, dass die Irgun eine Bedrohung des Staates sei. Er forderte die bedingungslose Kapitulation der Irgun und die Übergabe aller ihrer Waffen. Die IDF wurde aufgefordert, alles Nötige zu veranlassen, um die Irgun in Kfar Vitkin zur Aufgabe zu bewegen und das Schiff und die Waffen zu konfiszieren. Der Befehlshaber der Alexandroni Brigade Dan Even wurde beauftragt, den Befehl auszuführen.

Am nächsten Tag wurde das Gebiet um Kfar Vitkin weiträumig umstellt. Dan Even forderte die Irgun ultimativ auf, die Waffen zu übergeben. Er räumte der Irgun unter Menachem Begin 10 Minuten Bedenkzeit ein. Begin konnte oder wollte dieses Ultimatum nicht einhalten. Die Brigade griff an.

Auf Vermittlung der Siedler von Kfar Vitkin wurde eine Feuerpause vereinbart und die Übergabe der am Strand befindlichen Waffen an die Armee begann.

Inzwischen war die Altalena mit Begin an Bord auf dem Weg nach Tel Aviv. Er hoffte, dort die restlichen Waffen an Land bringen und gleichzeitig neue Verhandlungen mit der provisorischen Regierung führen zu können. Doch Ben Gurion befahl Jigael Jadin sofort Truppen um Tel Aviv zu konzentrieren und das Schiff mit Gewalt einzunehmen. Um 16:00 Uhr gab Ben Gurion den Befehl, die Altalena anzugreifen. Eine Granate setzte das Schiff in Brand.

Das Ergebnis der Aktion war die Festnahme von 200 Kämpfern der Irgun. 16 Mitglieder der Irgun und drei Soldaten der IDF kamen bei den Aktionen in Kfat Vitkin und Tel Aviv ums Leben. Unter den gefallenen zwölf Kämpfern der Altalena-Truppe befand sich auch Avraham Stavsky - einer der Verdächtigen im Mordfall Arlosoroff.

Die meisten der 200 Irgun-Terroristen wurden nach wenigen Wochen aus der Haft entlassen. Fünf Kommandeure (Moshe Hason, Eliyahu Lankin, Yaakov Meridor, Bezalel Amitzur und Hillel Kook) wurden nach etwas mehr als zwei Monaten, am 27. August 1948, entlassen. Alle wurden später in die Israelische Armee integriert.


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