Altberlin
Stadtviertel in Berlin-Mitte: Altkölln (Spreeinsel) [1] (mit Museumsinsel [1a], Fischerinsel [1b]), Alt-Berlin [2] (mit Nikolaiviertel [2a]), Friedrichswerder [3], Neukölln am Wasser [4], Dorotheenstadt [5], Friedrichstadt [6], Luisenstadt [7], Stralauer Vorstadt (mit Königsstadt) [8], Gebiet Alexanderplatz (Königsstadt und Altberlin) [9], Spandauer Vorstadt [10] (mit Scheunenviertel [10a]), Friedrich-Wilhelm-Stadt [11], Oranienburger Vorstadt [12], Rosenthaler Vorstadt [13]
Alt-Berlin (rot gefärbt) auf einem Stadtplan von 1688
Offizielles Berliner Siegel vom 22. März 1280
Alt-Berlin nach dem Bau der Stadtbahn auf einem Plan von 1893

Als Alt-Berlin wird heute das Gebiet der historischen Stadt Berlin bezeichnet, die im Spätmittelalter mit der benachbarten Stadt Cölln zu einer Doppelstadt zusammenwuchs. Aus der Doppelstadt Berlin-Cölln entwickelte sich das heutige Berlin.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Gebiet des historischen Alt-Berlin liegt zwischen der Spree und dem gemauerten Stadtbahnviadukt, der in den 1880er-Jahren auf dem Verlauf der ehemaligen Stadtbefestigung errichtet wurde. Die benachbarten historischen Stadtteile sind Cölln und Neu-Cölln auf dem gegenüberliegenden Spreeufer sowie die drei historischen Vorstädte Alt-Berlins, die Spandauer Vorstadt, die Königsstadt, und die Stralauer Vorstadt.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Berlins

Der Name Berlin geht vermutlich auf die altslawische Bezeichnung berl für Sumpf zurück, vergleichbar mit dem tschechischen Bažina, sozusagen: Bažina w Barija (Der Sumpf der Bären), die zu dieser Zeit hier noch beheimatet waren. Von den Niedersorben rund um Cottbus und Lübben wird Berlin heute noch Barliń genannt.

Die auf der Spreeinsel gelegene Stadt Cölln wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, das sich auf dem nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 einen gemeinsamen Magistrat. Im Jahre 1442 wurde die gemeinsame Stadtverwaltung von Berlin und Kölln durch Kurfürst Friedrich II. wieder aufgehoben. Die fünf Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt wurden 1710 endgültig zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin vereinigt.

Bei der Bildung von Groß-Berlin im Jahre 1920 wurde Alt-Berlin in den neugebildeten Bezirk Mitte eingegliedert. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde Alt-Berlin völlig umgestaltet und erhielt unter weitgehender Aufgabe des historischen Stadtgrundrisses und nach dem Abriss der verbliebenen Bausubstanz in den 1960er- und 1970er-Jahren ein völlig neues Aussehen. Neben vielgeschossigen Wohn- und Geschäftshäusern wurde der Berliner Fernsehturm errichtet. In den 1980er-Jahren kam das in teilweise historisierender Bauform wiedererrichtete Nikolaiviertel hinzu.

Im Mittelalter hatte Alt-Berlin ca. 2600 Einwohner. Die Einwohnerzahl stieg auf 18.300 im Jahre 1747 und 35.000 im Jahre 1834. Bei der Volkszählung von 1910 wurden noch 10.844 Einwohner festgestellt.[1]

Stadtbild

Außer dem Roten Rathaus und der St. Marienkirche erinnert in dem vom Berliner Fernsehturm dominierten zentralen Bereich Alt-Berlins nichts mehr daran, dass man sich im historischen Stadtkern von Berlin befindet. Der bis zum Zweiten Weltkrieg eng bebaute Stadtraum zwischen der Spandauer Straße und der Stadtbahn ist nun als weiträumiger Fußgängerbereich mit einzelnen Baumgruppen, Blumenrabatten, einer Springbrunnenanlage am Fuße des Fernsehturms sowie dem hier wieder aufgestellten Neptunbrunnen gestaltet. Westlich der Spandauer Straße schließen sich das parkartige Marx-Engels-Forum sowie das Nikolaiviertel mit der Nikolaikirche an. Ansonsten wird das Terrain weitgehend durch vielgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser in funktionaler Architektur der 1960er-Jahre geprägt, zu denen nach 1990 weitere Neubauten hinzu kamen. In den Randbereichen sind einzelne historische Gebäude, wie das des Landgerichts Berlin, das Alte Stadthaus am Molkenmarkt, die Heilig-Geist-Kapelle, die Ruine der Franziskanerklosterkirche und die barocke Parochialkirche als isolierte Solitäre erhalten. In der Littenstraße ist noch ein Rest der alten Stadtmauer erhalten.

Planungen und Aktuelles

Das vom ehemaligen Stadtbaudirektor Hans Stimmann im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erarbeitete Planwerk Innenstadt sieht unter der Prämisse „Die Innenstadt als Wohnort“ die Wiederherstellung von Teilbereichen der innerstädtischen Stadtstruktur vor. Insbesondere sollen die Straßen und Plätze wieder erlebbar werden und die durch Verkehrsschneisen der 1960er-Jahre zerschnittenen Stadträume neu verbinden. In Alt-Berlin soll der Molkenmarkt durch eine angrenzende Bebauung wieder eingefasst werden. Dazu soll die Straßenführung geändert und durch eine dichtere Bebauung schmaler gestaltet werden.[2] Insbesondere die Verkehrsplanung und die Neubauten vor dem bisher platzdominierendem Alten Stadthaus sind dabei umstritten. Die geplante Straßenbahn soll, von der Leipziger Straße kommend, hier Richtung Spandauer Straße abbiegen.

Weblinks

Berliner Historische Mitte e.V. - Förderverein zur Wiedergewinnung des alten Stadtkerns

Einzelnachweise

  1. Friedrich Leyden: Groß-Berlin. Geographie der Weltstadt. Hirt, Breslau 1933 (darin: Entwicklung der Bevölkerungszahl in den historischen Stadtteilen von Alt-Berlin, S. 206)
  2. Verkehrsplanung Molkenmarkt. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 2003. Abgerufen am 1. Juli 2008.

52.51805555555613.4094444444447Koordinaten: 52° 31′ 5″ N, 13° 24′ 34″ O


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