Honda GL 500


Honda GL 500
Honda

CX 500 E

CX 500
Hersteller: Honda
Produktionszeitraum: 1978–1986
Klasse: Tourer
Motor: V-Motor mit zwei Zylindern und je vier Ventilen
Bohrung (mm): 78 mm
Hub (mm): 52 mm
Verdichtung: 10 : 1
Hubraum (cm³): 496 cm³
Leistung (kW/PS): 20 kW (27 PS)
37 kW (50 PS)
Drehmoment (Nm): 43 Nm bei 7000/min (37 kW Version)
Kraftstoff: Benzin
Kraftstoffverbrauch:
Getriebe: 5-Gang-Getriebe
Antrieb: Kardanantrieb
Fahrwerk/Rahmen:
Bremsen:
Radstand (mm):
Bereifung vorne: 3.25 S 19
Bereifung hinten: 3.75 S 18 (4.00S18)
Leergewicht (kg): 200 kg
Tankvolumen (Liter): 17 Liter, davon 3,5 l Reserve

Die Honda CX 500 war ein zwischen 1978 und 1986 angebotenes Mittelklasse-Motorrad der Kategorie Tourer des japanischen Herstellers Honda. Der Antrieb erfolgte durch ein Stoßstangen-80°-V-Motor mit vier Ventilen pro Zylinder und längs liegender Kurbelwelle sowie Kardanantrieb. Die CX 500 war das erste Serienmotorrad, auf dem schlauchlose Reifen verwendet werden konnten, und ist auch unter dem Spitznamen Güllepumpe bekannt.

Das Modell gilt als besonders zuverlässig und wurde in vielen Versionen gebaut. Angefangen von der "Standard"-CX500 (in Japan aufgrund damaliger Zulassungsbestimmungen CX400) über die C "Custom" CX500C (CX400C) und CX650C, die GL500 und GL650 "Silverwing"-Modelle (die als kleine "Schwester" der Goldwing GL1100 deren Vollverkleidung und Rücklicht übernahm), die CX500E und CX650E "EuroSport" und die bislang einzigen Honda-Motorräder mit Abgasturbolader, die CX500 Turbo und CX650 Turbo.

Inhaltsverzeichnis

Spitzname

Die CX 500 ist auch unter ihrem Spitznamen "Güllepumpe" bekannt: Aufgrund des charakteristischen Motorengeräuschs, das diesen leisen und wartungsfreundlichen Motorrädern eigen ist, verewigte sie der Comic-Zeichner Rötger Feldmann in seinen "Werner"-Comics. Dort wird der Kühlmittel-Pumpenumlauf einer solchen Honda ersatzweise zum Pumpen der flüssigen Abfälle, eben der Gülle, umfunktioniert.[1]

Der Name Güllepumpe wird leicht ironisierend und liebevoll auch von ihren Fahrern selbst verwendet. Er steht mittlerweile auch im übertragenen Sinne für die Nützlichkeit und Haltbarkeit dieses Motorradtyps.

Baujahre

Produktionsjahre, die nicht immer mit den Verkaufsdaten in Deutschland übereinstimmen:

  • CX 500 (1978-1982)
  • CX 500 C "Custom" (1980-1983)
  • CX 400 (1981-1983)
  • CX 400 Custom (1981-1983)
  • CX 650 E, C und Turbo (1983-1986)
  • CX 500 Turbo (1981-1986)
  • GL 500 SilverWing (1981-1983), Vollverkleidung (In den USA ohne Verkleidung oder mit Verkleidung und Koffersatz)
  • GL 650 SilverWing (1983-1986), Vollverkleidung (In den USA ohne Verkleidung oder mit Verkleidung und Koffersatz)
  • GL 700 WING Interstate (1983), Sondermodell/Kleinserie(800 Exemplare) der GL 650 Silverwing mit Vollverkleidung und Koffersatz, mit Radio und CB-Funk, nur in Japan verkauft.[2]

1981 wurden in Westdeutschland 9.992 Stück der Honda CX 500 verkauft.

Technische Daten CX 500

Zu den Besonderheiten der Konstruktion gehört es, dass die Zylinder getrennte Zündanlagen haben. Durch den gedrehten Einbau des Motors (mit quer statt hintereinander angeordneten Zylinderköpfen) konnte vorne eine große Kühlerbox platziert werden. Eine Besonderheit ist auch, dass die Kupplung und das Getriebe gegenläufig zur Kurbelwelle drehen und somit wie eine Ausgleichswelle wirken, wodurch beim Beschleunigen und Verzögern nur ein geringes Kippmoment entsteht.

  • Länge 2205 mm
  • Breite 770 mm
  • Höhe 1205 mm
  • Höchstgeschwindigkeit ca. 180 km/h
  • Ölmenge 3 Liter
  • 2 Zylinder in V 80°[3]
  • 4 Ventile (zwei Einlass- und zwei Auslassventile) pro Zylinder
  • Drehmoment 43 Nm (4,4 Kgm) bei 7000/min (37 kW Version)
  • Ventilspiel Einlass 0,08 mm (Ursprünglich 0,10 mm vorgegeben, später durch Honda für alle CX und GL 500 Modelle mit Saugmotor korrigiert)
  • Ventilspiel Auslass 0,10 mm (Ursprünglich 0,12 mm vorgegeben, später durch Honda für alle CX und GL 500 Modelle mit Saugmotor korrigiert)
  • 5-Gang Getriebe
  • 12V Bordspannung, 14 Ah Batterie

Einflüsse

Der Motor wurde ursprünglich mit einem Zylinderbankwinkel von 90 Grad entwickelt, vergleichbar den Motoren von Moto Guzzi. Bei Tests erwies sich die Konstruktion jedoch hinderlich für den Fahrer, vor allem für die Position der Knie. So wurden die Zylinder um 10 Grad stärker angestellt und die Zylinderköpfe um 22 Grad innenwärts gedreht, ein letztlich charakteristisches da einzigartiges Merkmal des ausgelieferten Motors.

Eine Reihe von Ideen zum Motor sollen Vorbilder im Marusho Lilac haben - Marusho war ein kleiner japanischer Motorradhersteller, der seit Gründung 1948 einige innovative Modelle geschaffen hatte, jedoch 1967 Insolvenz ging, sodass die Entwickler bei anderen japanischen Motorradherstellern unterkamen.

Der Motor aus den CX500/650-Modellen wurde auch in verschiedenen Kleinwagen/Kit-Cars verwendet, unter anderem:

Neben den GL-Modellen als eigentlichem Nachfolger der CX-Serie hatte die Konstruktion sichtbaren Einfluss auf die Honda ST1100 PanEuropean. Die PanEuropean hat ebenfalls einen V-Motor mit nach außen weisenden Zylinderköpfen, jedoch mit vier anstatt zwei Zylindern. Die geringe Baulänge des CX-Motors gab hier den Anreiz, zwei dieser Grundkonstruktionen hintereinander zu setzen, wurde jedoch sonst eigenständig entwickelt.

Fangemeinde

Diese Motorräder haben mittlerweile mehrere aktive regionale und überregionale Fangemeinden, die sich nun, lange nach Produktionsende, für den Erhalt dieser Maschinen einsetzen. Dafür werden seit 2005 im deutschen Sprachraum Schrauberparties organisiert, deren Ziel neben der Gemeinschaftsbildung auch das Erlernen der Besonderheiten dieser Fahrzeuge sowie deren Reparatur ist.

Literatur

  • Frank-Albert Illg: Motorräder die Geschichte machten - Honda Die CX 500/650-Reihe., Motorbuch Verlag Stuttgart, 1992, ISBN 3-613-01414-9

Einzelnachweise

  1. Werner-Comic zur "Güllepumpe", in Band 4 "Eiskalt", Verlag Brösel, ISBN 3897190044, Abdruck auf cx500-online.de
  2. Guellepumpe.org: GL700 mit Markland Stützrädern,
  3. Guellepumpe.org:80-grad-linie, Sichtschau von Zylinderwinkel 80°

Weblinks


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