Altbreitenfelderhof
Jägersburg
Stadt Homburg
Koordinaten: 49° 22′ N, 7° 19′ O49.3713888888897.32166666666677Koordinaten: 49° 22′ 17″ N, 7° 19′ 18″ O
Einwohner: 3319 (13. Apr. 2008)
Postleitzahl: 66424
Vorwahl: 06841
Ehemaliges Gemeindewappen Jägersburg

Jägersburg ist ein Stadtteil der Kreisstadt Homburg im Saarland und liegt direkt an der Grenze zu Rheinland-Pfalz. Zu Jägersburg gehören die Siedlungen Altbreitenfelderhof, Neubreitenfelderhof und Websweiler. Im örtlichen Dialekt wird der Ort Järschborsch oder Jächersburch genannt.

Inhaltsverzeichnis

Jägersburg

Der Ort Jägersburg entstand während der 2. fränkischen Besiedlung um 750 auf den Resten einer keltischen Siedlung als Hattweiler in der Nähe der heutigen Stadt Homburg (seinen Heutigen Namen erhielt Jägersburg erst 1749). Der Ort selbst liegt inmitten ausgedehnter Waldungen, die noch zu den Ausläufern des Pfälzerwaldes gehören, und ist bekannt durch seine vielen Weiher. Eine Attraktion des Ortes stellt das Arboretum dar, in dem ausgesucht seltene Hölzer wachsen. Die gesamte Umgebung des Ortes dient als Naherholungsgebiet, das jährlich von Tausenden Besuchern aus dem Saarland und der angrenzenden Westpfalz besucht wird. Zahllose Hügelgräber in den Wäldern um den Ort zeugen von seiner Beliebtheit als Siedlungsstätte.

Gustavsburg in Jägersburg
ehem. Jagdschloss in Jägersburg

In den Resten der Wassererburg Hattweiler, die Herzog Gustav Samuel Leopold von dem schwedischen Architekten Jonas Erikson Sundahl zum Jagdschloss Gustavsburg umbauen ließ, befindet sich das heutige Burg- und Schloßmuseum Jägersburg. Erste Erwähnung fand die Burg Anno 1272 mit den Burgherren Berthelo (Bartholomaeus) de Hetwilre und seiner Ehefrau (uxor) Salmine, Tochter des Conrad genannt Colbe de Butreville. In der Folgezeit wechselte die Burg häufig den Besitzer und viele klangvolle Namen tauchen in den Annalen auf.

Der wittelsbacher Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken baute 1752–56 ein Jagdschloß unweit der alten Burg. Das frühklassizistische Schloß diente mit seinen weitläufigen Parkanlagen der Jagdleidenschaft des Herzoges. Es wurde 1793 von den Franzosen und Bauern restlos zerstört.

Das berühmte Regiment Royal Deux-Ponts, das von Herzog Christian IV. im Auftrag des Königs von Frankreich aufgestellt wurde, begann seine Rekrutierung in den Jägerkasernen des Jagdschlosses. Das Regiment zeichnete sich in der Schlacht von Yorktown (USA) aus, ging während der Revolution in französischen Besitz über und wurde nach einigen Umbenennungen im Jahre 2000 aufgelöst.

Siedlungen

Altbreitenfelderhof

(lokal Brärefeld oder Brädefeld)

143 Einwohner (Stand: 13. April 2008) leben in der am nördlichen Rand des Saarpfalz-Kreises gelegenen Siedlung. Einige davon sind Amerikaner, die in der US-Air Force Base Ramstein in Rheinland-Pfalz oder deren zivilen Einrichtungen arbeiten.

Der Altbreitenfelderhof wurde 1710 gegründet und erstmals urkundlich erwähnt. Ehemals hatte Altbreitenfelderhof eine eigene Schule, das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt. Die Schulglocke steht jedoch noch im ehemaligen Schulhof und läutet täglich um 11 Uhr. In der Dorfmitte gibt es eine Gaststätte und einen Reiterhof, am Ortsrand einen Friedhof. Heute ist das Dorf Anzugspunkt vieler Besucher des nahen Golfplatzes Websweilerhof.

Mit der Buslinie 505 der RSW besteht eine Verbindung über Jägersburg nach Homburg bzw. in die andere Richtung über Höchen nach Bexbach. Der Saarland-Rundwanderweg führt an Altbreitenfelderhof vorbei rund um das gesamte Bundesland.

Neubreitenfelderhof

Im Jahre 1763 verpachtete der Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken das Ödland zwischen dem Altbreitenfelderhof und Waldmohr an Jacob Ringeisen. Der Pächter erbaute auf eigene Kosten das Hofgut. Auch in den heutigen Tagen wird das Gut noch landwirtschaftlich genutzt.

Websweiler

(lokal Webbswiller)

Erste geschichtliche Spuren fanden sich in Websweiler aus der Römerzeit. Vermutlich stand damals in der Nähe des Hofes eine Villa rustica. Im 12. Jahrhundert siedelten sich im heutigen Websweiler Mönche an. Eine Urkunde von 1152 belegt eine Außenstelle des Klosters Wadgassen in Woppenswilre (Websweiler). Der Hof brannte vermutlich um 1635 völlig ab, wird aber 1702 wieder erwähnt.

1895 wurde auf 100 ha des Hofgutes eine „Kolonie“ für Bergleute der Gruben Frankenholz und Nordfeld errichtet. Im Volksmund der benachbarten Orte hat sich bis heute das Wort „Kolonie“ für Websweiler erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich in der „Kolonie“ Websweiler hauptsächlich wieder Bergleute der benachbarten Grube Frankenholz an, was einen Anstieg der Einwohnerzahl zur Folge hatte. Heute (Stand: 13. April 2008) leben in Websweiler 296 Menschen.

Literatur

  • Rudolf Drumm: Das Dorf Jägersburg und seine Jagdschlösser. Jägersburg 1954
  • Conrad und Flesch (Hrsg.): Burgen und Schlösser an der Saar. Saarbrücken 1988
  • Ulrich Vicari: Von Hattwilre bis Jägersburg. Jägersburg 1989
  • Ralf Schneider: Schlösser und Landsitze der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken. Homburg 2003

Weblinks


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