Alte Elster
Die ehemalige Alte Elster (rot dargestellt) im Leipziger Gewässerknoten

Die Alte Elster war ein natürlicher Arm der Weißen Elster im Stadtgebiet von Leipzig, der am Hochzeitswehr nahe dem Schreberbad seinen Lauf nahm, am äußersten östlichen Rand der Frankfurter Wiesen – zugleich westliche Bebauungsgrenze des Waldstraßenviertels – entlangfloss und sich schließlich im Auenwald mit dem Elstermühlgraben vereinigte.

Der natürliche Lauf der Alten Elster wurde um 1854 von den Wasserbauingenieuren Kohl und Georgi zum Zwecke der Hochwasserregulierung begradigt. Sie diente ab diesem Zeitpunkt zur schnelleren Ableitung der im Bereich der Frankfurter Wiesen häufig auftretenden Hochwasser. In hochwasserfreien Zeiten führte der Flusslauf hingegen nur wenig Wasser, weshalb er auch die „faule Elster“ genannt wurde.[1]

Joachim Ringelnatz (* 1883; † 1934) wohnte in seiner Kindheit in der unmittelbar am Flusslauf gelegenen Straße „An der Alten Elster“. Später dichtete er auf diese Zeit:

Wenn die Pappeln an dem Uferhange
schrecklich sich im Sturme bogen,
hu, wie war mir kleinem Kinde bange!
Drohend gelb ist unten Fluß gezogen.[2]

Nachdem 1922 das westlich gelegene Elsterbecken fertiggestellt worden war, hatte die Alte Elster ihren Nutzungszweck weitgehend verloren. Sie wurde deshalb bis 1926 verfüllt, wozu unter anderem der Aushub des Untergrundmessehauses verwendet wurde. Ihr einstiger Verlauf wurde mit einer doppelreihigen Lindenallee markiert.

Seit 2003 existieren von Seiten des Freistaats Sachsen und der Stadt Leipzig Pläne, die Alte Elster wegen der anhaltenden Verschlammung des Elsterbeckens zum Zwecke des Hochwasserschutzes zwischen Marschnerbrücke und Leutzscher-Allee-Brücke des Elstermühlgrabens in zum Teil leicht geändertem Verlauf neu anzulegen.[3]

Inhaltsverzeichnis

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Bezeichnung auf einem Stadtplan aus dem Jahr 1867
  2. Joachim Ringelnatz: An der Alten Elster (1933) auf Wikisource
  3. André Loh-Kliesch: Weiße Elster. auf leipzig-lexikon.de

Quellen

  • Alte Elster. In: Horst Riedel: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z. Pro Leipzig, Leipzig 2005, ISBN 3-936508-03-8, Umschlagseiten.

Literatur

  • Heinz-Jürgen Böhme.: Die Alte Elster – unerwartete Rückkehr eines Flusses. Revitalisierung der Alten Elster. Leipziger Blätter, Heft 44, S. 23.
  • Kranich, J., Lange, K.-P., Carmienke, I., Möricke, U.: Untersuchung zur Neugestaltung des Leipziger Gewässerknotens im Rahmen eines Integrierten Gewässerkonzeptes, Deutsche Gesellschaft für Limnologie (DGL) – Tagungsbericht 2004 (Potsdam), Berlin: Weißensee-Verlag, 2005, S.188-192.

Weblinks

51.34498212.353654

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Elster — (Pica pica) Systematik Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes) Unterordnung: Singvögel (Passe …   Deutsch Wikipedia

  • Alte Luppe — Die Alte Luppe (rot dargestellt) im Leipziger Gewässerknoten …   Deutsch Wikipedia

  • Alte Pleiße — Kuhstrangwasser Die Alte Pleiße (rot dargestellt) im Leipziger Gewässerknoten …   Deutsch Wikipedia

  • Elster-Radweg — Elster Radwanderweg Gesamtlänge 250 km Lage Weiße Elster …   Deutsch Wikipedia

  • Alte Elsterbrücke — 50.492612.1417 Koordinaten: 50° 29′ 33,4″ N, 12° 8′ 30,1″ O f1 …   Deutsch Wikipedia

  • Elster-Saale-Kanal — Beginn des Elster Saale Kanals direkt am Lindenauer Hafen Der Elster Saale Kanal, von der Wasser und Schifffahrtsverwaltung des Bundes seit 1999 als Saale Leipzig Kanal (SLK) bezeichnet[1], ist ein 1933 begonnenes und 1943 eingestelltes… …   Deutsch Wikipedia

  • Weiße Elster — Oberlauf: Elster Bach[1] Quelle der Weißen ElsterVorlage:Infobox Fluss/KARTE fehlt …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Baudenkmale in Herzberg (Elster) — In der Liste der Baudenkmale in Herzberg (Elster) sind alle Baudenkmale der brandenburgischen Gemeinde Herzberg (Elster) und ihrer Ortsteile aufgelistet. Grundlage ist die Veröffentlichung der Landesdenkmalliste mit dem Stand vom 30. Dezember… …   Deutsch Wikipedia

  • Bad Elster — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Berga/Elster — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”