Alte Kirche des Ostens
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Die Alte Kirche des Ostens (syrisch-aramäsich: ܥܕܬܐ ܥܬܝܩܬܐ ܕܡܕܢܚܐ, vollständige Bezeichnung: Alte Heilige Apostolische und Katholische Kirche des Ostens) ist eine autokephale Kirche des ostsyrischen Ritus. Ihr geistliches Oberhaupt trägt den Titel: Katholikos-Patriarch der Alten Kirche des Ostens und hat seinen Sitz in Bagdad. Amtsinhaber ist seit 1972 Seine Heiligkeit Mar Addai II. Ihre Liturgie und Muttersprache ist das Syrisch-Aramäische.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Gegenwart

Die Alte Kirche des Ostens beruft sich wie die Assyrische Kirche des Ostens auf die Tradition der vom Apostel Thaddäus (aramäisch: Mar Addai) gegründeten christlichen Gemeinde in Edessa.

Sie entstand durch ein Schisma der Assyrischen Kirche im Jahr 1968. Ihr Gründer, Mar Thomas Darmo, Metropolit der „Kirche des Ostens“ in Indien, akzeptierte die 1964 verfügte Einführung des gregorianischen Kalenders nicht und hielt am julianischen Kalender fest. Seine daraufhin von Patriarch Shimun XXIII. verfügte Amtsenthebung akzeptierte er ebenfalls nicht. Weitere Gründe der Abspaltung waren das Festhalten der Assyrischen Kirche an der Erblichkeit des Patriarchenamts (vom Onkel auf den Neffen) und der Wunsch nach Rückkehr des Patriarchen aus den USA in den Orient. 1968 ordinierte Darmo in Bagdad drei neue Bischöfe, die anschließend eine Synode bildeten und ihn zu ihrem Patriarchen wählten. Er starb im Jahr darauf. Mar Addai II., der Bischof von Bagdad, wurde 1970 zu seinem Nachfolger gewählt, aber erst 1972 geweiht.

Der Kirche gehören zwischen 70.000[1] und 100.000 Gläubige an. Neben der patriarchalen Diözese von Bagdad hat sie Erzdiözesen in Kirkuk, Niniveh, Syrien, Australien und Neuseeland, Europa sowie eine Diözese in Nordamerika (USA und Kanada). Sitz der europäischen Erzdiözese ist Mainz-Kastel, der Amtsinhaber ist Mar Timotheus Shalita. Die meisten Mitglieder der Kirche sind Angehörige des Tiyari-Stammes, der bis zur Vertreibung der Assyrer aus Hakkari im Ersten Weltkrieg im Bereich der Diözese des assyrischen Patriarchen in Qudshanis lebte. Seine Angehörigen erlangten deshalb keine Bischofsweihe. Nach ihrem eigenen Selbstverständnis ist die Kirche jedoch keine „Stammeskirche“.

Seit 1994 nimmt sie am Syriac Dialogue teil, einer ökumenischen Gesprächsreihe, die von der Stiftung Pro Oriente, einer Einrichtung der katholischen Diözese Wien, ins Leben gerufen wurde. Weitere Teilnehmer an diesem Dialog sind die anderen Kirchen des westsyrischen und ostsyrischen Ritus, die aus ihnen hervorgegangenen unierten Kirchen und die Maroniten.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Ostkirchliches Institut der Universität Wien

Literatur

  • Wilhelm Baum und Dietmar W. Winkler: Die Apostolische Kirche des Ostens. Kitab, Klagenfurt 2000. ISBN 3-902005-05-X. (Guter, knapper Überblick. Engl. Übersetzung: The Church of the East : a concise history. Routledge - Curzon, London - New York 2003, ISBN 0-415-29770-2).
  • Raymond Le Coz, Histoire de l'Église d'Orient (Chrétiens d'Irak, d'Iran et de Turquie). Cerf, Paris 1995. ISBN 2-204-05114-4

Weblinks


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