Alte Kuhhaut

Die Alte Schrae (gesprochen: Schrah, das „e“ ist ein sogenanntes westfälisches Dehnungs-„e“), Name des Alten Stadtbuches, eine Hauptquelle zur Stadtrechtsgeschichte der Stadt Soest und damit eine wichtige Quelle zum Deutschen Stadtrecht überhaupt. Die um 1350 begonnene Schrae ergänzt die ursprünglichen Soester Rechtsaufzeichnungen der Alten Kuhhaut (ca. von 1226) und der Neuen Kuhhaut (nach 1281), letztere beiden benannt nach dem ursprünglichen Trägerstoff der Aufzeichnung. Eine weitere bedeutende Rechtsquelle der Stadt Soest ist das berühmte Acht- und Schwurbuch der Stadt, das Nequambuch (Nequam = lat. „Nichtsnutz“, Buch zwischen 1315-1421), in dem Missetaten und ihre anschließende Bestrafung anschaulich illustriert sind, darunter auch die heute vielleicht kurios anmutende Wippstrafe.

Die ersten Rechtsbücher aus dem Soester Stadtarchiv inklusive der Schrae wurden bereits 1749/1755 von T.G.G. Emminghaus, Professor in Jena, herausgegeben.[1]

Inhaltsverzeichnis

Siehe auch

Belege

  1. Quelle: Hubertus Schwartz: Die Straßennamen der Stadt Soest, Stand 1. April 1966, Soest 1966, S. 23

Literatur

  • Thomas SCHÖNE, Das Soester Stadtrecht vom 12. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts.
  • Anne-Luise STECH, Die Soester Stadtrechtsfamilie. Göttingen 1965
  • Klaus WELT, Das alte Soester Stadtrecht in seinem Verhältnis zum Kölner Recht. Münster 1960
  • Die alte Soester Schrae. In: SEIBERTZ, Johann S.: Urkundenbuch zur Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogthums Westfalen. - Arnsberg. - 2 (1843). - (Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogthums Westfalen Johann S. Seibertz ; 3), S. 387-417
  • Das Soester Nequambuch. Neuausgabe des Acht- und Schwurbuchs der Stadt Soest. Wilhelm KOHL (Hrsg.), Wiesbaden 1980
  • Die Miniaturen des Soester Nequambuches von 1315. Mit stadtgeschichtlichen Erläuterungen von Gerhard Köhn. Walter WILKES (Hrsg.), Darmstadt 1976

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