Alte Post (Neukölln)
Die Alte Post

Die Alte Post ist die ehemalige Hauptpost im Berliner Stadtteil Neukölln. Die ehemalige kaiserliche Post, ein aufwendig gestaltetes Baudenkmal, ist eines der markantesten Gebäude der Neuköllner Karl-Marx-Straße. Sie gehört zusammen mit dem Rathaus und dem Amtsgericht zu den öffentlichen Gebäuden, die kurz nach der Ernennung Rixdorfs zur Stadt im Jahr 1899 entstanden und maßgeblich dazu beitrugen, dass sich in der heutigen Karl-Marx-Straße ein Stadtzentrum herausbildete.

Inhaltsverzeichnis

Errichtung

Dem kaiserzeitlichen Postgebäude gingen mehrere postalische Provisorien voraus. Als auch das 1891 eingerichtete Postamt in der Bergstraße 117 (heutige Karl-Marx-Straße 171) unzureichend geworden war, ließ die Postverwaltung auf den 1900 erworbenen Grundstücken Richardstraße 119/120 (heutige Karl-Marx-Straße 97-99) ein eigenes Gebäude nach Entwürfen des Postbaurats Hermann Struve errichten. Die Einweihung des neuen Postamts „Rixdorf 1“ als Kaiserliches Postamt I. Klasse erfolgte 1906. Zwischen 1923 und 1926 entstand in der Donaustraße – an das Postgebäude anschließend – das von Arnold Kayser entworfene Fernsprechamt.

Gestaltung

Die Alte Post von der Rollbergstraße im Westen

Das Hauptgebäude, bei dem sich Stilelemente der Renaissance mit Stilzitaten aus anderen Epochen verbinden, wurde als axialsymmetrische, schräg zur heutigen Karl-Marx-Straße liegende Zweiflügelanlage konzipiert. Die von einem zentralen Giebel gekrönte Hauptfassade ist zur Grundstücksecke ausgerichtet und liegt eingezogen hinter einem halbrunden Vorbau. Die Seitenfronten haben mächtige Giebelabschlüsse und sind zu beiden Straßen orientiert. Vor dem Zweiten Weltkrieg war die Gestaltung des Gebäudes noch aufwendiger, als ein Eingangspavillon mit barocker Zwiebelhaube und ein ebenfalls in der Mittelachse des Baus liegender Dachturm die Hauptfront zusätzlich betonten.

Erweiterung, Restaurierung und Modernisierung

Von 1979 bis 1982 wurden umfangreiche Baumaßnahmen am denkmalgeschützten Postgebäude durchgeführt: Es erfolgte eine Erweiterung durch einen Neubau auf dem ehemaligen Verladehof, der historisierende Außenbau, der als „unverwechselbare Ortsmarke“ im heutigen Stadtraum und als städtebauliches Dokument Bedeutung besitzt, wurde restauriert und das Gebäudeinnere wurde vollständig modernisiert, bis hin zur Neuorganisation der Büros und Schalterhallen. In der ursprünglichen Schalterhalle im Erdgeschoss wurden die Briefschalter und die Postfachanlage untergebracht, während die Hauptschalterhalle ins 1. Geschoss verlegt wurde.

Die Alte Post im Jahr 2008

Im Jahr 2003 bezog das ehemalige Hauptpostamt 44 neue Räumlichkeiten. Da das neue Gesicht der Karl-Marx-Straße diesen prägenden Prachtbau als lebendigen Ort braucht, wird das Gebäude auf dem Weg zu seiner künftigen Zweckbestimmung im Sommer 2008 kulturell zwischengenutzt. Auf Initiative des Bezirksamts Neukölln finden dort bis November 2008 Ausstellungen, Theater, Schülerworkshops und Events statt. Dies ist das erste Projekt der Initiative Aktion! Karl-Marx-Straße, in der Eigentümer, Gewerbetreibende, Anwohner, und andere beteiligte Gruppen die Zukunft des Neuköllner Geschäfts-, Verwaltungs- und Kulturzentrums gestalten.

Literatur

  • Cornelia Hüge: Die Karl-Marx-Straße - Facetten eines Lebens- und Arbeitsraums. Herausgegeben von Dorothea Kolland, Kulturamt, Bezirksamt Neukölln von Berlin. Kramer, Berlin 2001. ISBN 3-87956-271-7.

Weblinks

 Commons: Alte Post (Neukölln) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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