Alte Weinsteige
Landeshauptstadt Stuttgart
Stadtbezirk Stuttgart-Süd
Stadtteil Weinsteige
Karte
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Liste der Stadtteile Stuttgarts
Geografische Lage: 48° 46′ N, 9° 10′ O48.7591679.17257Koordinaten: 48° 46′ N, 9° 10′ O
Alte Weinsteige mit Zahnradbahn 1917
1906: Straßen- und Zahnradbahn
Blick von der Neuen Weinsteige zum Killesberg

Weinsteige nennt man einen Stuttgarter Stadtteil mit den Hauptverbindungsstraßen Alte und Neue Weinsteige, die vom Stadtzentrum im Talkessel zu den 200 Meter höher gelegenen südlichen Filderorten (Degerloch, Möhringen usw.) führen. Von beiden Straßen aus reicht die Blickachse auf Teile der Innenstadt.

Inhaltsverzeichnis

Alte Weinsteige

1350 erstmals erwähnt wurde die Alte Weinsteige, ein extrem steiler Karrenweg, den der gesamte Frachtfuhrwerksverkehr nach Süden nehmen musste. Bis zu 16 Pferde waren als Vorspann nötig, um die Steigung zu bewältigen.

Im Herzogtum Württemberg bildete sie in einigen Verwaltungsangelegenheiten die Grenze zwischen dem Oberland (... ob der Steig) und dem Unterland (... unter der Steig). Im württembergischen Landesteil von Baden-Württemberg werden heute die Begriffe allerdings anders verwendet: Oberland ist das Gebiet zwischen Donau und Bodensee, Unterland das Gebiet um Heilbronn.

Entlang der Alten Weinsteige verkehrt seit 1884 die Zahnradbahn.

An der Alten Weinsteige befindet sich ein wichtiger Einwahlknotenpunkt, ein Großcomputer für die Verbindung ins Internet.

Neue Weinsteige

Da die Steigung der Alten Weinsteige nur mit Hilfe von großen Pferdefuhrwerken überwunden werden konnte, gab es seit Beginn des 19. Jahrhunderts Überlegungen zum Bau einer flacheren Verkehrsverbindung. 1822 erhielt der Königliche Oberbaurat Eberhard von Etzel von König Wilhelm I. von Württemberg den Auftrag zum Bau einer leistungsfähigeren Anbindung Stuttgarts an die im Süden gelegenen Gemeinden.

Zwischen 1826 und 1831 wurde nach Etzels Plänen die Neue Weinsteige, eine breite Panoramastraße, erbaut. Am 23. Oktober 1831 wurde sie eröffnet. Sie hieß anfangs Wilhelmstraße und bekam erst 1846 ihren heutigen Namen. Sie gilt bis in unsere Zeit als ingenieurmäßige Pionierleistung. Ihr Bau kostete 76.000 Gulden (heute etwa sechs Millionen Euro). Aufgrund der hohen Baukosten kassierte die Stadt für die Passage der Strecke bis 1922 Zoll- und Pflastergeld. Nach ihrem Erbauer ist die Etzelstraße benannt, die von der Neuen Weinsteige abzweigt.

Der obere Teil der Neuen Weinsteige ist als Hauptaus- und -einfallstraße Teil der Bundesstraße 27, während sie im unteren Teil, wo diese Funktion die Hohenheimer Straße übernommen hat, zur Wohnstraße geworden ist. Die Verlängerung der Neuen Weinsteige auf Degerlocher Markung heißt seit 1912 Obere Weinsteige.

Bahnverkehr

Entlang der Neuen Weinsteige verkehrte ab 1904 die Neue-Weinsteige-Linie der Filderbahn als Straßenbahnverbindung zwischen Bopser (Umsteigemöglichkeit zur Stuttgarter Straßenbahn (SSB)) und Degerloch, Obere Weinsteige (mit Anschlussweiche an die Obere Filderbahn). Die Linie erhielt 1920 am Bopser einen Gleisanschluss zum restlichen SSB-Netz und ging ab 1933/34 vollständig im Stuttgarter Straßenbahnnetz auf. Aufgrund ihres Panoramablicks galt sie als eine der schönsten Straßenbahnstrecken in Deutschland. 1987 wurde der untere (Panorama-)abschnitt Bopser–Altenbergstaffel–Waldau, bedingt durch den Stadtbahnausbau, in den Tunnel verlegt, 1990 folgte schließlich der obere Abschnitt Waldau/Weinsteige–Degerloch mit der als Fotomotiv beliebten Unterquerung der Zahnradbahnbrücke, so dass die Neue Weinsteige heute auf ihrer ganzen Länge frei von Schienenverkehr ist.

Großlage „Weinsteige“ im Weinbau

Die Weinsteige ist auch Namenspatin für die Großlage, die sämtliche Stuttgarter Weinberge umfasst (→ Weinbau in Stuttgart). Insgesamt gehören zur Großlage Weinsteige 616 Hektar Anbaufläche in Stuttgart, Esslingen, Fellbach und Gerlingen. Unter der Bezeichnung Weinsteige werden allerdings heute kaum noch Weine angeboten, denn die Erzeuger des Gebietes füllen entweder unter Angabe von Einzellagen ab oder verzichten ganz auf Lagenbezeichnungen. Lediglich das Weingut der Stadt Stuttgart verwendet die Bezeichnung Stuttgarter Weinsteige für diejenigen Weine, die tatsächlich direkt an der Neuen Weinsteige wachsen. Auf einem Hektar durch Trockenmauern gesicherter Steillage wird Trollinger erzeugt. Das Weingesetz wird damit bezeichnungstechnisch auf den Kopf gestellt, denn die zugehörige Einzellage ist die Stuttgarter Mönchhalde.

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