Altenaffeln
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neuenrade
Neuenrade
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neuenrade hervorgehoben
51.2838888888897.78320Koordinaten: 51° 17′ N, 7° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Märkischer Kreis
Höhe: 320 m ü. NN
Fläche: 54,12 km²
Einwohner: 12.209 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 226 Einwohner je km²
Postleitzahl: 58809
Vorwahlen: 02392, 02394
Kfz-Kennzeichen: MK
Gemeindeschlüssel: 05 9 62 048
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Alte Burg 1
58809 Neuenrade
Webpräsenz:
Bürgermeister: Klaus Peter Sasse (CDU)
Lage der Stadt Neuenrade im Märkischen Kreis
Märkischer Kreis Nordrhein-Westfalen Oberbergischer Kreis Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Dortmund Kreis Unna Kreis Soest Hochsauerlandkreis Kreis Olpe Altena Meinerzhagen Neuenrade Kierspe Halver Herscheid Menden Nachrodt-Wiblingwerde Plettenberg Schalksmühle Hemer Lüdenscheid Iserlohn Balve WerdohlKarte
Über dieses Bild

Neuenrade ist eine Kleinstadt im Nordwesten des Sauerlands und gehört zum Märkischen Kreis. Sie wurde von den Grafen von der Mark als Befestigung gegen die Grafschaft Arnsberg als Plansiedlung gegründet. Die Einwohnerentwicklung blieb jedoch begrenzt. Die heutige Stadtstruktur geht auf Eingemeindungen zwischen 1969 und 1975 zurück. In der Wirtschaft dominieren Kleinbetriebe und mittelständische Unternehmen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Neuenrade liegt im Osten des Märkischen Kreises an der Grenze zum Hochsauerland im oberen Tal der Hönne und deren Nebenfluss Borke. Die Hönne entspringt im Westen von Neuenrade an der Südflanke des Großen Attigs (512 m). Sie fließt in nordöstlicher Richtung durch das Stadtgebiet und verlässt es nordwestlich von Küntrop auf einer Höhe von 270 m ü. NN. Die Borke entspringt südlich von Affeln zwischen Reckenberg (455,2 m) im Westen und Imberg (468,3 m) in Osten. Sie fließt nach Norden, durchfließt Blintrop und verlässt unterhalb von Niederhöfen das Stadtgebiet. Im Stadtgebiet entspringen zahlreiche weitere Bäche, die zumeist der Hönne zufließen. Einige im Süden und Westen entspringende Bäche gehören zum Einzugsgebiet der Lenne, die südlich des Stadtgebietes an Neuenrade vorbeifließt. Hier befindet sich an der Mündung der Höllmecke auch mit 197 m ü. NN der tiefste Punkt im Stadt.[2]

Höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der 513,7 m hohe Kohlberg mit dem Quitmannsturm. Weitere Erhebungen sind der Homert (511,2 m) etwa 2,2 km südlich von Altenaffeln und der Kleine Hemberg (501 m) östlich vom Homert.[2]

Ausdehnung des Stadtgebiets

Blick auf Neuenrade

Das 54,11 km² große Stadtgebiet erstreckt sich etwa 14 Kilometer in West-Ost-Richtung und etwa 5 in Nord-Süd-Richtung. Die Fläche verteilt sich dabei auf 29,38 km² (54,3 %) Wald, 17,98 km² (33,2 %) landwirtschaftliche Nutzfläche. 3,82 km² (7,1 %) nehmen Gebäude- , Frei- und Betriebsflächen und 2,45 km² (4,5 %) Verkehrsflächen ein. Der Anteil der übrigen Flächen liegt unter 1 %.[3]

Nachbargemeinden

Im Osten grenzt Neuenrade an das zum Hochsauerlandkreis gehörende Sundern. Weiter im Uhrzeigersinn betrachtet grenzt die Stadt im Süden an Plettenberg, im Südwesten an Werdohl, im Westen an Altena und im Norden an Hemer und Balve. Letztere gehören zum Märkischen Kreis. Die gemeinsame Grenze mit Hemer ist dabei mit etwa 1,3 km Länge der kürzeste Abschnitt.[2]

Stadtgliederung

Die Stadt besteht aus fünf Ortsteilen (Angaben zu den Einwohnerzahlen in Klammern, Stand: 31. Dezember 2006): Neuenrade (Ortskern) (9.228), Küntrop (1.448), Affeln (1.198), Altenaffeln (557) und Blintrop .[4]

Klima

Das Neuenrader Klima wird durch den Übergangsbereich zwischen dem ozeanischen und dem kontinentalen Klima geprägt. Verantwortlich dafür sind die vorherrschenden westlichen Winde. Die Durchschnittstemperatur lag im Jahresmittel maximal bei 19,8  °C und minimal bei -0,4  °C. In den Jahren 1961 bis 1990 lag die Jahresniederschlagsmenge bei durchschnittlich 1204 mm pro Jahr. Die Monatsdaten können dem Klimadiagramm entnommen werden.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Neuenrade
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 11 12 16 26 24 28 31 29 21 18 11 11 Ø 19,8
Min. Temperatur (°C) -9 -5 -2 -2 4 7 6 5 4 -3 -4 -6 Ø -0,4
Niederschlag (mm) 119,5 84,9 104,3 91,3 88,1 106,7 111,8 80,8 89,3 89,6 109,6 128,8 Σ 1.204,7
T
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11
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Geschichte

Mittelalter

Modell der Stadt um 1600
Gerichtslinde in der Parkanlage „Am Wall“

Vom 11. bis zum 13. Jahrhundert standen auf dem Gebiet des Ortes einige Gehöfte und eine kleine Wasserburg. Der Erzabbau trug schon zu dieser Zeit zu einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung und damit zur Erhöhung der Einwohnerzahl bei. Das Eisenerz wurde anfangs in etwa 20 Rennöfen zu Kleineisenwaren weiterverarbeitet. Ein Eisenschmelzofen wurde in Berentrop bei Ausgrabungen in gut erhaltenem Zustand entdeckt.

1220 wurde erstmals die innerhalb des heutigen Stadtgebietes gelegene Siedlung namens Rode urkundlich erwähnt. Im selben Jahr wurde das in Berentrop bei Neuenrade gelegene Prämonstratenserstift urkundlich genannt.[5]

Im 13. und 14. Jahrhundert festigten die Grafen von der Mark ihre Herrschaft in der Grafschaft gegen die Landesherren der Umgebung durch die Anlage von Burgen und Städten. Hierzu gehörte auch Neuenrade, das nahe der Grenze zur Grafschaft Arnsberg entstand. Im Jahr 1353 begann Gerhard von Plettenberg mit der Anlage einer Burg und einer daran angrenzenden kleinen befestigten Stadt (oppidum).[6] Als geplanter Ort wies Neuenrade einen schachbrettartigen Grundriss auf. Die ersten Siedler kamen aus dem ehemaligen Dorf Rode und wurden zur Ansiedlung in Nyenrade gezwungen.[7]

Am 7. Juli 1355 erhielt der Ort Stadtrechte.[8] Damit verbunden waren städtische Gerichtsbarkeit, Selbstverwaltung und das Marktrecht.[9] Der Rat der Stadt bestand aus elf Ratsherren und dem Bürgermeister. In der Burg wohnten die Drosten von Neuenrade, die die hohe Gerichtsbarkeit ausübten, von der noch die alte Gerichtslinde in der Parkanlage am Wall zeugt. 1521 brannte die Burg ab und verfiel danach.[7]

Neuzeit

Neuenrade gehörte als Beistadt von Lüdenscheid der Hanse an. Wichtigste Exportgüter waren die am Ort produzierten Kleineisenwaren. In der frühen Neuzeit kam die Tuchproduktion hinzu, die zeitweise die Bedeutung der Eisenproduktion übertraf. Neben den Rennöfen wurden ab dem 16. Jahrhundert Osemundschmieden gebaut, die das hochwertige Osemundeisen herstellten. Um 1690 gab es neun von diesen Schmieden am Ort. Der Handel wurde um diese Zeit vor allem mit den Städten der Umgebung abgewickelt.

Verschiedene Male wurde Neuenrade durch Brände in Mitleidenschaft gezogen, von denen mindestens elf überliefert sind. Auch durch diese Rückschläge blieb die Entwicklung der Stadt begrenzt. So wurde Neuenrade im Jahr 1660 als „Städtlein“ bezeichnet.

Im 19. Jahrhundert wurde der Ort von der industriellen Entwicklung erfasst. Feste Straßen ins Lennetal verbesserten die Handelsverbindungen in die dortigen Städte und brachten indirekt eine Anbindung an die Eisenbahn (Ruhr-Sieg-Strecke). Erst im Jahr 1912 erhielt die Stadt mit der Hönnetalbahn einen eigenen Eisenbahnanschluss.

Im Vorfeld der Machtergreifung der Nationalsozialisten kam es im August 1932 zu einer Schießerei zwischen drei Neuenrader SS-Männern und einem örtlichen Kommunisten, was starke Spannungen zur Folge hatte. Nach der Machtübernahme wurden Kommunisten und Sozialdemokraten verhaftet und die Neuenrader Kommunisten in ein Gefängnis nach Werl gebracht. Nachdem die NSDAP die Macht vor Ort gefestigt hatte, begann die Gleichschaltung der Vereine und Gruppierungen. Der Turnverein und der Fußballverein Neuenrade wurden zum TuS zusammengeschlossen, die im Ort traditionelle Gesellschaft „Erholung“ von 1854 wurde verboten. Eine jüdische Familie musste aufgrund der nationalsozialistischen Steuerpolitik (die die Juden schwer sanktionierte) aus Geldmangel ihren Grundbesitz an die Gemeinde verkaufen und verlor so fast ihren gesamten Besitz. Besonders markant verlief in Neuenrade der Kirchenkampf. Der in Neuenrade tätige evangelische Pfarrer Krause war einer der führenden Köpfe der „Deutschen Christen“ und somit im Gegensatz zu den „Bekennenden Christen“ Anhänger der Nationalsozialisten.

Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs expandierte in Neuenrade besonders das ortsansässige Zweigwerk des Kruppkonzerns. Zum Einsatz kamen hier wie auch anderswo auf dem Stadtgebiet Zwangsarbeiter. Während des Zweiten Weltkriegs gab es in Neuenrade relativ geringe Schäden. Durch einen schweren Bombenabwurf wurde die „Villa Suhr“ des Fabrikanten Heinrich Suhr (* 1869) zerstört. Dieser hatte 1889 in Neuenrade eine Musikinstrumentenfabrik gegründet, die zwischenzeitlich auch als „Erste und älteste Neuenrader Harmonika-Fabrik gegründet 1889“ firmierte. Nach der Bombardierung am 7. April 1945 wurde das Unternehmen nicht wieder aufgebaut und die Verkaufsfilialen in den Niederlanden und in Amerika geschlossen.[10][11]

Neuenrade war lange Zeit Sitz des Amtes Neuenrade, zu dem auch die Orte Dahle, Werdohl und Ohle gehörten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Werdohl selbstständig und Ohle Plettenberg angegliedert. Dahle wurde bei der Auflösung des Amtes Neuenrade 1969 nach Altena ausgegliedert. Die ehemals selbstständige Gemeinde Küntrop aus dem Amt Balve im Kreis Arnsberg wurde gleichzeitig in die neue Stadt eingegliedert.

Religionen

1366 ließ der Landesherr eine Kapelle bauen. Neuenrade blieb aber weiterhin eine Filiale der Pfarrei Werdohl. Neuenrade wurde wie andere Städte der Grafschaft Mark schon lange vor 1564 protestantisch.[7] Im Rahmen der Neuenrader Kirchenordnung erschien im Jahr 1564 das erste deutschsprachige Gesangbuch in Westfalen.[12] Seit 1573 setzte sich das reformierte Bekenntnis durch.

Im Jahr 1849 hatte der Ort 1235 evangelische, 57 katholische und 15 jüdische Einwohner.[13] Durch die Eingemeindung der ehemals zum überwiegend katholischen Herzogtum Westfalen gehörenden Stadtteile veränderte sich die konfessionelle Zusammensetzung. Im Jahr 2005 waren 39 Prozent der Einwohner katholisch, 37 Prozent waren protestantisch. 24 Prozent gehörten einer anderen Konfession oder Religionsgemeinschaft an oder waren konfessionslos.[14] Neben evangelischen und katholischen Kirchengemeinden existiert auch eine freikirchliche Gemeinde.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1969 wurde das Amt Neuenrade, das bis dahin dem Landkreis Altena angehörte, aufgelöst. Dies geschah im Zuge der ersten Phase der Gebietsreform von Nordrhein-Westfalen. Dabei ging es um die kommunale Neugliederung des ländlichen Raumes unter anderem durch die Auflösung der Ämter.[15] Die früher zum Amt gehörende Gemeinde Dahle kam zur Stadt Altena. Gleichzeitig kam die früher zum Amt Balve gehörende Gemeinde Küntrop zur Stadt Neuenrade.

Die ehemals eigenständigen Gemeinden Freiheit Affeln, Altenaffeln und Blintrop (mit Ausnahme vereinzelter Blintroper Flurstücke) wurden am 1. Januar 1975 infolge der zweiten Phase der Verwaltungs- und Gebietsreform nach dem Sauerland/Paderborn-Gesetz Stadtteile von Neuenrade durch Eingliederung.[16]

Einwohnerentwicklung

Um das Jahr 1800 lebten nur etwa 1.000 Menschen in Neuenrade. Die Einwohnerzahl stieg anfangs nur langsam an. 1900 waren es etwa 2.000, in den 1930er Jahren 3.000. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Flüchtlinge aus Osteuropa auch nach Neuenrade, und 1955 wurden etwa 5.000 Einwohner verzeichnet. Nach der Eingemeindung Küntrops 1969 waren es 7.500 Einwohner, 1975 nach der Gemeindereform 10.600, und aktuell stagniert die Zahl bei etwa 12.300 Einwohnern.

Jahr Einwohner
1722 614
1765 1.125
1800 1.000
1849 1.307
1885 1.635
1900 2.000
1905 2.145
1925 2.676[17]
1933 2.779[17]
1939 3.076[17]
Jahr Einwohner
1955 5.000
1. Januar 1969 7.500
31. Dezember 1975 10.306
31. Dezember 1977 10.597
31. Dezember 1980 11.145
31. Dezember 1982 11.169
31. Dezember 1985 11.165
31. Dezember 1987 11.245
31. Dezember 1990 11.679
31. Dezember 1992 11.872
Jahr Einwohner
31. Dezember 1995 12.009
31. Dezember 1997 12.310
31. Dezember 2000 12.346
31. Dezember 2001 12.377
31. Dezember 2002 12.424
31. Dezember 2003 12.514
31. Dezember 2004 12.401
31. Dezember 2005 12.379
31. Dezember 2006 12.325
31. Dezember 2007 12.209

Die Zahlen bis 1905 einschließlich stammen von A. Ludorff (siehe Literaturliste). Die Zahlen von 1800, 1900, 1955 und 1969 sind Schätzungen. Ab dem Jahr 1975 beruhen die Zahlen auf der Fortschreibung des Landesamts für Datenverarbeitung und Statistik NRW.[18]

Politik

Rathaus

Stadtrat

Der aus 32 Sitzen bestehende Stadtrat wurde am 26. September 2004 bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen neu gewählt. Die CDU erreichte 21 Sitze, die SPD sechs Sitze, die Grünen zwei Sitze und die FDP drei Sitze.[19]

Anzahl der Ratsmitglieder:[20]

Partei 1994 1999 2004
SPD 10 7 6
CDU 18 20 21
Grüne 2 2
FDP 3 3 3
Sonstige 2

Bürgermeister

Seit der Kommunalwahl 1999[21] ist Klaus Peter Sasse von der CDU Bürgermeister von Neuenrade. Er wird vertreten durch Renate Drangmeister und Thorsten Kahl, die beide ehrenamtlich tätig sind. Sein letzter Vorgänger war Hans Schmerbeck, der seit 8. Oktober 1964 dieses Amt inne hatte. Am 3. Oktober 1999 wurde Schmerbeck zum Ehrenbürger ernannt.[22]

Ergebnisse der letzten Parlamentswahlen

Neuenrade war bei der Bundestagswahl 2005 Teil des Wahlbezirks 151 (Märkischer Kreis II), in welchem Dagmar Freitag von der SPD mit 47,5 Prozent der Stimmen gewählt wurde. In Neuenrade erzielte sie 44,8 Prozent der Erststimmen. Der Kandidat der CDU kam auf 45 Prozent.[23]

Bei den Landtagswahlen am 7. Juni 2005 wurde Thorsten Schick von der CDU als Direktkandidat in den Landtag NRW gewählt.[24]

Partei Bundestag
(Zweitstimmen)
22. September 2002
Europaparlament
13. Juni 2004
Landtag NRW
7. Juni 2005
Bundestag
(Zweitstimmen)
18. September 2005
CDU 38,2 % 55,5 % 52,6 % 39,3 %
SPD 42,3 % 21,5 % 32,2 % 38,8 %
Grüne 5,9 % 7,7 % 4,2 % 5,5 %
FDP 9,0 % 6,5 % 5,9 % 9,0 %
REP 0,5 % 0,9 % 0,6 % 0,4 %
NPD 0,6 % 1,2 % 0,8 %
PDS/Die Linke 0,8 % 1,1 % 0,5 % 4,6 %
Sonstige 1,0 % 6,8 % 2,8 % 1,3 %
Wahlbeteiligung 82,8 % 44,3 % 65,1 % 80,9 %

Quelle: LDS NRW[25], KDVZ Citkomm[23][24]

Wappen

Wappen der Stadt Neuenrade
Blasonierung

Von Gelb und Weiß durch einen dreireihig rot-weiß geschachten Balken geteilt; oben die wachsende rot gekleidete, gelb gekrönte Gottesmutter mit blauem Mantel, auf dem rechten Arm das Jesuskind, beide weiß nimbiert; unten ein durchgehendes schwarzes Kreuz.[26]

Beschreibung

Die Titularstadt Neuenrade bekam ihr Wappen offiziell am 25. November 1912 verliehen. Das Stadtwappen zeigte das Wappen der Grafen von der Mark – den rot-weißen Schachbrettbalken auf gelbem Grund – mit der Gottesmutter Maria über dem Balken. Dieses Wappen wurde bereits seit dem Mittelalter verwendet, wie eine Schnitzerei an der Kanzel der Stadtkirche aus dem 16. Jahrhundert (heutige ev. Kirche) zeigt. Ursprünglich befand sich das Marienbild oberhalb des Schildes, wann es in den Wappenschild übernommen wurde ist unbekannt. Nach der Vergrößerung der Stadt 1975 – die Gemeinden Affeln, Altenaffeln und Blintrop aus dem Amt Balve kamen hinzu – wurde zunächst das alte Wappen weiter geführt. 1978 begannen Bestrebungen, das Wappen zu erneuern. Im Schildfuß wurde das Kurkölnische Kreuz eingefügt, was die früher zu Kurköln gehörenden Gemeinden des ehemaligen Amtes Balve repräsentiert. Am 23. März 1979 wurde das neue Wappen genehmigt, der Entwurf stammte von Prof. Hußmann (Köln).

Städtepartnerschaften

Die mit Dinxperlo in den Niederlanden seit 1978 bestehende Städtefreundschaft wurde ab dem 5. April 1984 als Städtepartnerschaft fortgesetzt. Seit dem 1. Januar 2005 ist Dinxperlo ein Ortsteil von Aalten. Der Aaltener Gemeinderat und der Neuenrader Stadtrat haben Beschlüsse über die weitere Pflege und den Ausbau der Partnerschaft gefasst.

Mit der Stadt Klingenthal im sächsischen Vogtlandkreis besteht seit 1990 eine partnerschaftliche Beziehung.[27]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Denkmalgeschützte Häuser in der Altstadt

Das städtische Kulturprogramm, wozu auch Theateraufführungen im Saal des Hotels Kaisergarten gehören, findet in der Villa am Wall, den örtlichen Kirchen und in der Affelner Mehrzweckhalle statt. 2007 gründete sich zudem ein Kulturverein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das städtische Kunst- und Kulturangebot zu erweitern. Hierzu gehören unter anderem durch die Landesregierung geförderte Jugendprojekte.[28]

Musik

In Neuenrade sind zwei Musikvereine ansässig: der Musikverein Neuenrade und der Musikverein Affeln. Darüber hinaus gibt es noch die Musikschule Lennetal. Als weitere musikalische Gruppen sind der Tambourcorps Küntrop e.V., der 1921 hauptsächlich auf Initiative von Adolf Linke[29] gegründet wurde und der evangelische Posaunenchor Neuenrade aktiv.

Bauwerke

St. Marien Heimsuchung
Villa Herfeld
Stadtbrunnen

Zwischen 1220 und 1324 bestand in Berentrop ein Chorherrenstift der Prämonstratenser.[30] Heute befindet sich das ehemalige Klostergebäude, das nach Auszug der Mönche in einen Gutsbetrieb umgewandelt wurde, im Privatbesitz. Am Wegesrand besichtigen kann man das Grab der Familie Schniewindt, der ehemaligen Gutsbesitzer von Berentrop.[31]

Die katholische Pfarrkirche St. Marien Heimsuchung entstand im Jahr 1360; damals wurde von Graf Engelbert III. die Kapelle „Unserer lieben Frau“ gestiftet. Sechs Jahre später wurden die Gebetsstätte zur Pfarrkirche mit Taufstein erhoben und ein Friedhof angelegt. Im Jahr 2001 erfolgte die Einweihung eines Glockenspiels am Kirchturm.[32]

Die Evangelische Kirche in Neuenrade zeichnet sich unter anderem durch eine sehenswerte Kanzel aus. Das Gebäude ist als Baudenkmal eingestuft.[33]

Im Ortsteil Affeln wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts aus Bruchsteinmauerwerk die dreijochige katholische Pfarrkirche St. Lambertus als Hallenkirche (spätromanisch) erbaut. Sie beherbergt einen flandrischen Klappaltar etwa aus der Zeit von 1500 bis 1530.[34] Das Gebäude wurde am 23. April 1985 unter Denkmalschutz gestellt.[35]

Die Villa Herfeld liegt im Zentrum der Stadt Neuenrade und ist umgeben von einem parkähnlichen Garten. Das Gebäude wurde im Jahr 1903 im Jugendstil erbaut und von Friedrich und Ida Herfeld bewohnt. Bis zum Jahr 1933 betrieb die Familie Herfeld ein Unternehmen, das sich hauptsächlich mit der Herstellung und dem Handel von Akkordeons (Schifferklavieren) befasste. Ab 1933 wurde die Produktion von Fahrrädern der Marke „Vaterland“ aufgenommen. In der Villa Herfeld lebte ab 1967 Dr. Friedrich Walter Herfeld (* 1933, † 1987) mit seiner Frau Ute Herfeld und drei Kindern. Friedrich W. Herfeld betrieb ein Maschinenbau-Unternehmen, das heute noch in Neuenrade unter dem Namen „Mixaco“ firmiert. Im Jahr 2000 übernahm die Stadt Neuenrade die am 31. Mai 2000[35] unter Denkmalschutz gestellte Villa.

Die „Städtische Gemeinschaftsgrundschule Neuenrade – Burgschule“ liegt im Zentrum der Stadt zwischen der evangelischen Kirche, dem Stadtpark „Am Wall“ und dem Rathaus. Ihren Beinamen Burgschule hat sie von einer befestigten Anlage („Auf der alten Borg“), die sich auf einem inselartigen Platz befand, der von einem großen Burggraben umgeben war. Die ehemalige Wasserburg-Anlage bestand bereits vor der Stadtgründung 1355. Das Schulgebäude selbst besteht aus einem Altbau aus dem Jahr 1912 und mehreren neueren Anbauten.[36]

Ein in der Neuenrader Altstadt 1990 errichteter Stadtbrunnen zeigt auf acht Tafeln wichtige Ereignisse der Stadtgeschichte. Auf dem Brunnen ist als Figur Graf Engelbert III. von der Mark dargestellt, der Verleiher der Stadtrechte (1355).[37]

Als Aussichtsturm dient der so genannte Quitmannsturm am Kohlberg. Er ist 14 Meter hoch, wurde 1893 errichtet und 1986 erneuert.

Natur und Parks und Naturdenkmäler

Der „Roden-Hennes-Weg“ ist ein Rundwanderweg um die Stadt. Er hat eine Länge von 10,5 Kilometern. Start- und Zielpunkt ist ein Parkplatz in Wilhelmshöhe im Westen der Stadt. Neben dem Stadtkern werden auch die Ortsteile Küntrop, Blintrop, Altenaffeln und Affeln umrundet. Benannt ist der Weg nach dem ältesten Neuenrader Bürgermeister Johann Roynleysche. Betreut und gepflegt wird der Weg von der Neuenrader Abteilung des Sauerländischen Gebirgsvereins.[38]

Zwischen dem Waldstadion und Borke wurde 1979 ein Waldlehrpfad mit einer Länge von 4,3 Kilometern angelegt. Ziel ist die Vermittlung von Informationen über die heimische Flora und Fauna. Erklärt werden Pflanzen- und Baumarten, Vogelarten oder Pilze.[39]

Im Stadtpark von Neuenrade befindet sich einer 200 Meter langer Geschichtspfad, der der Stadt im September 2006 anlässlich des 650. Geburtstags der Stadt von einer politischen Partei gestiftet wurde. Er besteht aus 42 Bronzetafeln, die seitlich eines Weges rund um den Park verlegt wurden. Auf den Platten sind wichtige Daten der deutschen Geschichte und der Weltgeschichte vermerkt. Ergänzt wurde er durch Daten der Stadtgeschichte, beispielsweise die ersturkundlichen Erwähnungen der Dörfer und der Stadt.[40]

Ebenfalls im Stadtpark „Auf dem Wall“ befindet sich eine etwa 900 Jahre alte, als Naturdenkmal unter Schutz stehende Gerichtslinde. An dieser Stelle wurden im Spätmittelalter Gerichtsverhandlungen abgehalten und Urteile gefällt. Die Gerichtsbarkeit erhielt Neuenrade mit der Verleihung der Stadtrechte 1355.

Bodendenkmäler

Nahe dem Gut Berentrop wurde 1965 ein Rennofen entdeckt. Der aus Ton und Lehm bestehende Ofen, der aus dem 13. Jahrhundert stammt, ist gut erhalten und dokumentiert die früheste Form der Eisenverhüttung. Der Herddurchmesser beträgt 50 Zentimeter bei einer Schachthöhe von 80 Zentimetern. Experten schätzen die ursprüngliche Schachthöhe jedoch noch größer ein. 1983 wurde zum Erhalt des Rennofens eine Schutzhütte gebaut. In der Bodendenkmalliste erfolgte eine Eintragung des technischen Denkmals am 26. April 1985.[41][42]

In der Homert wurden zwei kleinere Hügel entdeckt, bei denen es sich möglicherweise um Grabhügel handelt.[43]

Auf Neuenrader Stadtgebiet befinden sich entweder ganz oder teilweise die als Bodendenkmal geschützten Landwehren „Lanferschlade“, „Auf dem Kohlberg“ und „Gersberg“, im Ortsteil Blintrop eine Landwehr zwischen Kuschert und Vierknie. Die Landwehren schützten die Grenze der Grafschaft Mark.[43][35]

Im Ort Gevern nahe Küntrop sind noch Reste einer Wasserburg ungefähr aus dem Jahr 1352/53 im Gelände zu erkennen. Die Überreste der Wasserburg wurde 1986 in die Denkmalliste eingetragen. Der Burgplatz war quadratisch mit abgerundeten Ecken. Er hatte einen Durchmesser von 30 bis 32 Metern. Hinzu kam ein Wassergraben. Die Burg wurde von den Grafen von Arnsberg als Schutz vor der Grafschaft Mark errichtet. Die Anlage wurde schon 1353 von Gert von Plettenberg auf Befehl von Graf Engelbert II. zerstört.[31][44]

Im Jahr 1998 wurden die ehemalige Burg und der Drostensitz von Gert von Plettenberg archäologisch untersucht. Der Komplex war Ausgangspunkt der Stadtgründung. Dabei wurden ein Teil der Anlage und ein Abschnitt der Stadtmauer freigelegt. Untersucht wurde unter anderem eine teichartiger Stadtgraben. Die dort ausgehobene Erde wurde zur Aufschüttung eines Walles verwandt. Neben einer Berme gehörte zur Anlage als Kern ein Wohnturm mit einer Mauerstärke von 1,7 Metern. Der Durchmesser betrug 9,2 mal 8,6 Meter. Gefunden wurden auch Reste eines Nebengebäudes aus dem 15./16. Jahrhundert.[45]

Sport

Neuenrade verfügt mit dem Kohlberg über ein Wintersportgebiet. Weiterhin befinden sich in Neuenrade drei Sporthallen, ein Stadion mit dem Namen „Waldstadion“, ein Freibad und ein Hallenbad. Das Waldstadion hat einen Rasenplatz und Anlagen für die Leichtathletik, auf dem Gelände befinden sich auch fünf Tennisplätze.[46] Das Freibad befindet sich im Friedrichstal im Osten von Neuenrade und ist ein Warmwasserfreibad. Ausgestattet ist es mit acht Wettkampfbahnen und einem Drei-Meter-Sprungturm. Die vorerst letzte Sanierung fand im Jahr 2002 statt.[47] Das Hallenbad, das außerhalb der Freibadsaison geöffnet ist, befindet sich in Niederheide und besitzt eine Beckengröße von 16 1/3 mal 8 Metern. Die Schwimmabteilungen von TuS Neuenrade und der DLRG benutzen es als Wettkampf und Trainingsstätte.[48]

Ein wichtiger Sportverein ist der TuS Neuenrade. Er umfasst viele sportliche Disziplinen, unter anderem Handball, Badminton, Tischtennis, Fußball, Radsport, Skifahren, Schwimmen, Tennis und Turnen. Der Verein wurde 1862 mit einer Turnabteilung gegründet. Im Jahr 1905 folgte die Gründung eines Fußballvereins. Beide Vereine fusionierten schließlich. Die Gründungsjahre sind heute im Wappen des Vereins verewigt.

Auch in den einzelnen Stadtteile sind Sportvereine aktiv: der SSV Küntrop, der SV Affeln 28 und der SC Altenaffeln.

Der SSV Küntrop wurde am 22. Mai 1965 im Gasthof Haus Helleckes gegründet. Allerdings war der SSV nicht der erste Sportverein des Ortes. Bereits am 13. Oktober 1902 gründete sich der Küntroper Turnverein, der 1912 mit der Ausrichtung eines Bezirksturnfestes mit 500 Mitgliedern einen ersten Höhepunkt feierte. Ursprünglich war auch der Tambourscorps Teil des Turnvereins; seine Loslösung erfolgte Mitte der 1930-er Jahre. Die Krise des Vereins begann 1935. Im Zweiten Weltkrieg kam das Vereinsleben zum Erliegen, eine Wiederaufnahme der Aktivitäten nach 1945 scheiterte. Nach der Gründung des SSV Küntrop 1965 erfolgten erste Aktivitäten in der Sportart Fußball. 1970 kam die Frauengymnastik hinzu, später folgte Gymnastik für Männer. Diese beiden Abteilungen sind auch heute noch aktiv.[49]

Am 20. April 1986 wurde der SC Altenaffeln gegründet. Die 14 Gründer waren alle Freizeit-Fußballer, der Verein wurde aber gleich als allgemeiner Sport-Club (daher das SC) gegründet. Mit Gründung der Ski-Abteilung am 13. März 1987 formierte sich aus den bisherigen Mitgliedern auch eine Fußballabteilung. Ein Jahr später am 12. Januar 1988 folgte die Gymnastikabteilung. Im Jahr 2008 zählt der Verein über 250 Mitglieder.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich findet um den 17. März herum das Gertrüdchen, ein Pferde-, Kram- und Jahrmarkt, statt. Die Tradition des Festes reicht bis in das Jahr 1355 zurück, als Graf Engelbert III. mit der Vergabe der Stadtrechte Neuenrade auch das Recht zugestand, drei Jahrmärkte pro Jahr auszurichten.[50] In Küntrop ist das regelmäßige Familien- und Drachenfest zu Hause.[51]

Im Schützenwesen besteht eine lange Tradition. In Neuenrade, Küntrop und Affeln finden alljährlich Schützenfeste statt.

Likörspezialität

Der Buba-Bitter, ist ein nach einem geheim gehaltenen Rezept hergestellter Kräuterlikör, der nur zum Gertrudenmarkt (Gertrüdchen) ausgeschenkt wird. Die Geschichte dieses Kräuterlikörs beginnt im 18. Jahrhundert, als er erstmals durch Franz Vigelius gebrannt wurde. Der alljährliche Schnapsausschank in der Gertrudenapotheke geht auf eine Schankkonzession aus dem Jahre 1835 zurück. Den Namen Buba-Bitter erhielt der Likör durch die Apotheker-Familie Buntenbach.[52]

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftsstruktur

Im gewerblichen Bereich dominieren kleinere und mittlere Unternehmen. Es existieren Firmen zur Herstellung von Gießereiwaren, von Elektrogeräten, Betriebe der Draht- und Schraubenherstellung sowie zur Verarbeitung von Leichtmetall und Kunststoff. Von den 3.541 Menschen, die im Jahr 2002 sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, arbeiteten 2.170 im verarbeitenden Gewerbe. Im Handel waren 369 und im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen 257 Personen tätig. Nicht berücksichtigt sind dabei die Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung.[14]

Bahnhof
Haltepunkt Küntrop

Verkehr

Die nächsten Autobahnanschlüsse sind Lüdenscheid an der A 45 und Iserlohn an der A 46. Durch das Gebiet der Stadt verläuft die Bundesstraße 229.

In Neuenrade endet die Hönnetalbahn aus Richtung Unna über Fröndenberg/Ruhr, Menden (Sauerland) und Balve. Im Stadtgebiet befinden sich der Haltepunkt „Küntrop“ und der Endhaltepunkt „Neuenrade“. Der Bahnhof Neuenrade wurde am 27. März 2003 unter Denkmalschutz gestellt.[35]

Der Busverkehr wird durch die Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) sichergestellt.

Der Flugplatz Werdohl-Küntrop (EDKW) liegt an der östlichen Stadtgrenze, im Ortsteil Küntrop in Nachbarschaft zur Stadt Balve. Platzhalter ist der LSV Sauerland. Zu den Aktivitäten gehören Fallschirmspringen, Modellflug, Motorflug und Segelflug.

Medien

Der Märkische Zeitungsverlag ist Besitzer des Süderländer Volksfreundes, der bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts in Neuenrade erscheint.[53] Online sind die Lokalmeldungen auf der Plattform von come-on.de abrufbar. Radio Mark ist in Neuenrade terrestrisch unter 97,2 MHz und über Kabel unter 99,25 MHz zu empfangen.[54]

Öffentliche Einrichtungen

Das Rathaus befindet sich zentral im Kernort Neuenrade in Alte Burg/Am Wall. Die meisten und wichtigen öffentlichen Einrichtungen sind in Niederheide angesiedelt: Die Stadtbücherei, die Aula der Städtischen Gemeinschaftshauptschule, das Jugendzentrum das Hallenbad und ein Sportplatz. Zwei weitere wichtige öffentliche Einrichtungen im Bereich Sport sind das Freibad in Friedrichstal und das Waldstadion.

Bildung

In Neuenrade gibt es neben den zwei Grundschulen mit der Städtischen Gemeinschaftshauptschule eine weiterführende Schule. Die Hauptschule wurde 1969 „Auf der Niederheide“ erbaut, nachdem die Volksschule, die sich in den Räumen der Burggrundschule befand, aufgelöst worden war.[55]

Der Bestand einer der beiden Grundschulen in Neuenrade ist gefährdet. Prognosen zufolge wird die Katholische Grundschule in Neuenrade-Altenaffeln die Mindestklassengröße von 18 Schülern in Zukunft nicht mehr erreichen. Hinzu kommt, dass die Position des Schulleiters unbesetzt ist.[56] Angestrebt wird ab dem Schuljahr 2009/10 daher ein Grundschulverbund mit der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule Alte Burg. Diese ist seit 2005 eine Offene Ganztagsschule.

Außerdem ist in Neuenrade die Freie Waldorf-Dorfschule ansässig. Die Schulgebäude befinden sich seit Juli 2002 in Remmelshagen; gegründet wurde sie 1997 in Werdohl. Die freie Schule auf der Grundlage der Waldorfpädagogik wird durch die Schulaufsicht der Bezirksregierung Arnsberg beaufsichtigt. Seit Schuljahr 2006/2007 wird die Freie Waldorf- Dorfschule Neuenrade auch als Offene Ganztagsgrundschule geführt.[57]

Persönlichkeiten

Ehrenbürger und Ehrenringträger

Klaus Klinke (* 24. August 1918) wurde 1976 von der Stadt der goldene Ehrenring verliehen. 1981 erhielt Klinke für politische, berufliche und gesellschaftliche Leistungen das Bundesverdienstkreuz.[58]

Josef Wegener (* 1922, † 16. Dezember 2007), Träger des Bundesverdienstkreuzes, wurde 1989 für seine Arbeit in der Kommunalpolitik und sein ehrenamtliches Engagement mit dem Ehrenring ausgezeichnet.[59]

Hans Schmerbeck (* 10. September 1926, † 12. Juni 2005), ehemaliger Bürgermeister der Stadt, wurde am 3. Oktober 1999 für seine Verdienste um die Stadt zum ersten Ehrenbürger der Stadt ernannt.[22] Hans Schmerbeck war seit 1983 Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und seit 1991 Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse.[60]

Söhne und Töchter der Stadt

Der Humanist und Mathematiker Hermann Wilken, auch unter dem Pseudonym Augustin Lercheimer bekannt, wurde 1522 in Neuenrade geboren. Nachdem er in Frankfurt (Oder) und in Wittenberg studierte (unter anderem bei Philipp Melanchthon) und eine längere Lehrtätigkeit absolvierte, kehrte er 1564 kurzzeitig in seine Heimatstadt zurück. Dort wurde er als Nichttheologe vom Rat der Stadt Neuenrade, sein Bruder war dort Bürgermeister, mit der Abfassung einer evangelischen Kirchenordnung beauftragt. Wilken starb 1603 in Heidelberg.

Wunibald Maria Brachthäuser wurde 1910 im Neuenrader Ortsteil Küntrop geboren. Er war Domprediger in Köln wo er sich 1948 bei der 700-Jahrfeier des Kölner Doms internationales Ansehen erwarb. Bekannt wurde er auch als langjähriger Beichtvater von Joseph Kardinal Höffner.

Literatur

  • Doris Bakker/Simone Gieshoff: Wie der rote Hannes zu seinem Namen kam. Sage aus der Zeit der Stadtgründung. Selbstverlag S. Gieshoff, Neuenrade.
  • Winfried Groke: Der Bildband zum 650-jährigen Jubiläum der Stadt Neuenrade, Neuenrade 2006.
  • Carl Haase: Die Entstehung der westfälischen Städte, 4. Auflage, Münster 1984.
  • A. Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Altena, unveränderter Nachdruck der Erstauflage 1911, Warburg 1994.
  • Dieter Stievermann: Geschichte der Stadt Neuenrade vom 17. bis ins 19. Jahrhundert, verbunden mit einem Häuserbuch, Altena 1973.
  • Dieter Stievermann; Stadt Neuenrade (Hrsg.): Neuenrade: die Geschichte einer sauerländischen Stadt von den Anfängen bis zur Gegenwart. Zimmermann, Balve 1990, ISBN 978-3-89053-035-2, S. 390, 160 Abbildungen. 
  • Günter Gierke: Neuenrade, Beiträge zur Heimat- und Landeskunde (Märkischer Kreis). Zimmermann, Balve 1992, ISBN 978-3-89053-044-4, S. 168, 94 Seiten Abbildungen. 
  • Walter Schlick: Neuenrade, Gemälde und Zeichnungen., Meinerzhagen, 1987.
  • Walter Schlick: 200 Jahre Neuenrader Kirche, Neuenrade, 1987.
  • Karl Junker: Heimatbuch der Stadt Neuenrade 1355–1955, Altena, 1955.
  • Heinz Stoob (Hrsg.): Stadtmappe Neuenrade. In: Westfälischer Städteatlas, Veröffentlichung der Historischen Kommission für Westfalen, Geschichtsort Stadt. Größchen Städteatlas, 1988, ISBN 978-3-89115-337-6, S. 8, 5 Abbildungen, 5 Karten. 

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. a b c Topografische Karte 1:25.000 und Deutsche Grundkarte 1:5000
  3. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Neuenrade, Datenstand: 31. Dezember 2007
  4. Neuenrader Ortsteile
  5. Heiko K. L. Schulze: Klöster und Stifte in Westfalen. Geschichte, Baugeschichte und -beschreibung. Eine Dokumentation. In: Géza Jászai (Hrsg.): Monastisches Westfalen. Klöster und Stifte 800-1800. Münster, 1982 S.314
  6. Carl Haase: Die Entstehung der westfälischen Städte S. 148
  7. a b c A. Ludorff: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Altena, S. 69f
  8. Carl Haase: Die Entstehung der westfälischen Städte S. 280
  9. Stadt Neuenrade: Stadtgeschichte
  10. Neuenrader Stadtbilder, aufgerufen am 7. Dezember 2008
  11. Kurze Unternehmensgeschichte der Heinrich Suhr Musikinstrumentenfabrik, S. 58/59 (PDF 3MB)
  12. Westfälische Geschichte: Erstes deutschsprachiges Gesangbuch in Westfalen
  13. Geschichte der kath. Kirchengemeinde Neuenrade
  14. a b Peter Kracht: Sauerland, Siegerland und Wittgensteiner Land. Münster, 2005. S.177, 179
  15. Wolfgang Gärtner: Der Landtag NRW und die kommunale Neugliederung in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. In: Der Kraftakt. Kommunale Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf, 2005 (Schriften des Landtages Nordrhein-Westfalen Bd.16) S.23f.
  16. § 7 Sauerland/Paderborn-Gesetz
  17. a b c Deutsche Verwaltungsgeschichte 1871 bis 1990 (Dr. Michael Rademacher): Geschichte des Landkreises Altena, 10. Stadt Neuenrade
  18. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW
  19. Sitzverteilung im Rat (Neuenrade)
  20. Die Landeswahlleiterin Nordrhein-Westfalen im Innenministerium des Landes: Kommunalwahlen
  21. Klaus Peter Sasse: Biografie
  22. a b Neuenrade.active-city.net: Bürgermeister bis 30.09.1999
  23. a b Bundestagswahl 2005
  24. a b Landtagswahl NRW 2005 – Stadt Neuenrade
  25. Ergebnisse der Europawahl 2004
  26. Hauptsatzung der Stadt
  27. neuenrade.de > Rat und Verwaltung: Städtepartnerschaften
  28. Neuenrader Kulturnetzwerk
  29. Zeitungsartikel: Im Blick auf das große Jubiläum, 1971
  30. Ehemalige Prämonstratenserklöster in Deutschland, abgerufen am 18. November 2008
  31. a b Verein für Karstkunde und Montangeschichte in Nordrhein-Westfalen: Beachtenswertes am Wegesrand, Oktober 2000
  32. Aus der Geschichte (Stadt und Gemeinde), abgerufen am 19. November 2008
  33. Neuenrade: Evangelischer Kirchenkreis, aufgerufen am 20. November 2008
  34. Kulturatlas Westfalen: Katholische Pfarrkirche St. Lambertus
  35. a b c d Stadt Neuenrade: Denkmalliste
  36. Die Geschichte der Burgschule, abgerufen am 18. November 2008/
  37. Neuenrade.active-city.net: Stadtbrunnen
  38. Neuenrader Rundwanderweg: Roden-Hennes-Weg, abgerufen am 26. November 2008
  39. Sehenswürdigkeiten, abgerufen am 26. November 2008
  40. CDU Neuenrade: Schön und lehrreich, 28. September 2006
  41. Technische Denkmäler im Märkischen Kreis: Der Rennofen in Neuenrade (Gut Berentrop), abgerufen am 18. November 2008
  42. Märkische Industriekultur: Denkmal – Rennofen Gut Berentrop
  43. a b Ausgrabungen und Funde in Westfalen-Lippe, Jahrgang 5, 1987 Nr. 139f
  44. Ausgrabungen und Funde in Westfalen-Lippe, Jahrgang 6, Teil A, 1986 Nr.111
  45. Neujahrsgruß 1999, Jahresbericht für 1998, Westfälisches Museum für Archäologie, Amt für Bodendenkmalpflege Münster und Altertumskommission für Westfalen
  46. Waldstadion, abgerufen am 3. Dezember 2008
  47. Freibad, abgerufen am 3. Dezember 2008
  48. Hallenbad, abgerufen am 3. Dezember 2008
  49. Geschichte des Küntroper Turnvereins von 1902
  50. Neuenrader Getrüdchen
  51. Der Westen: Drachenfest in Neuenrade-Küntrop vom 5. September 2008
  52. Gertrudenapotheke: Traditioneller Kräuterlikör
  53. Internetseite von come-on.de, abgerufen am 24. November 2008
  54. Frequenzen von Radio Mark, abgerufen am 24. November 2008
  55. Hauptschule Neuenrade: Unsere Schule, abgerufen am 1. Dezember 2008
  56. Der Westen: Grundschulen bilden ab 2009/2010 Verbund, 9. Juli 2008
  57. Die Freie Waldorf-Dorfschule Neuenrade im Überblick, 26. November 2006
  58. CDU Neuenrade: Klaus Klinke feiert seinen 90. Geburtstag
  59. Der Westen: Josef Wegener widmete sein Leben der Gemeinschaft
  60. CDU Neuenrade: Erster Ehrenbürger Neuenrades

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