Altenberger Licht

Das Altenberger Licht ist eine Lichtstafette des Friedens, die seit 1950 jährlich am 1. Mai im Altenberger Dom beginnt. Anlass war das Bedürfnis nach Versöhnung mit den Feinden des zweiten Weltkriegs.

Entstehung

In Altenberg entstand in der ehemaligen Zisterzienserabtei Altenberg, an die noch die Klosterkirche, der Altenberger Dom, erinnert, die heutige Jugendbildungsstätte „Haus Altenberg“ des Erzbistums Köln.

Carl Mosters entdeckte Altenberg 1922 für seine Arbeit. Damals war er Generalpräses der Katholischen Jugend. Unter seinem Nachfolger Ludwig Wolker, der 1926 Träger dieses Amtes wurde, entwickelte sich Altenberg zu einem Zentrum der katholischen Jugend.

In den Jahren des zweiten Weltkrieges mussten die Vereine und Verbände der Jugend aufgelöst werden und auch das Haus Altenberg wurde zwangsaufgelöst. Nach Ende des Krieges jedoch wurden die Vereine und Verbände der Jugend mit Wolkers Hilfe in anderer Struktur wieder aufgebaut und die katholische Jugend durfte sich wieder in Altenberg treffen.

Nach diesen dunklen Jahren überlegte man, wie die Verfeindeten des Krieges wieder Freunde werden könnten. Über die Zeit reifte der Entschluss, dass etwas getan werden müsse, dass ein Zeichen des Friedens gesetzt werden muss.

Klaus Franken, zu der Zeit Diözesanjugendscharführer, und Kaplan Josef Wisdorf entwickelten die Idee einer Lichtstafette quer durch Deutschland. Anfangs gab es verbreitet Vorbehalte und auch Spott, der sich dann aber nach einem gelungenen Anfang am 1. Mai 1950 legte. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Aktion von einer deutschen Lichtstafette zu einer europäischen Aktion, an der Jugendliche aus Frankreich, Belgien, Litauen, Irland und Italien teilnehmen.

Besondere Ereignisse

Das Altenberger Licht entstand 1950 nach den Schrecken des zweiten Weltkrieges als Zeichen der katholischen Jugend für Versöhnung und Frieden in Europa. Jedoch Mitte der 1960er-Jahre beschloss man in der BDKJ-Hauptversammlung die Einstellung der Lichtstafette, weil die Aktion nicht mehr zeitgemäß wäre. Erst 1980 gab es einen Neubeginn.

1987 empfing der damalige Papst Johannes Paul II. das Licht im Kölner Stadion anlässlich der Seligsprechung Edith Steins und sandte es am Schluss der Messe weiter. 1990 wurde es durch eine Läufergruppe nach mehrtägigem Marsch zum Katholikentag nach Berlin gebracht. Dort wurde es in das Vorprogramm der Hauptkundgebung getragen. Die Stafette bildet immer wieder Großereignisse der katholischen Kirche als Startort ein, so wurde das Licht 1993 zuvor im Rahmen eines „Hoffnungsfestes“, an dem mehrere Tausend junge Litauer teilnahmen, in Litauen entzündet und von einer kleinen Delegation nach Altenberg gebracht. 1994 brachten Jugendliche das Licht von Altenberg zum Katholikentag nach Dresden. Dort wurde es in der Jugendnacht an die circa 40.000 Menschen auf den Elbwiesen weitergereicht; 1995 trugen Jugendliche das Versöhnungslicht über die polnische Grenze bis Tschenstochau und Auschwitz. Ziel der Stafette war 50 Jahre nach dem Ende des Krieges die Todeszelle des heiligen Maximilian Kolbe im KZ Auschwitz. 1997 gelangte das Licht in einer lückenlosen Stafette bis in die französische Stadt Besançon. Dort wurde es vom Erzbischof an Pfingsten empfangen und brannte im Dom bis zur internationalen Jugendbegegnung im August, im Vorfeld des Weltjugendtags. Von hier zog das Licht weiter über Chartres zum Weltjugendtag nach Paris. Zum Anlass der 750-Jahrfeier der Grundsteinlegung des Kölner Doms wurde das Licht 1998 zu Fuß von Gemeinde zu Gemeinde bis zu diesem getragen.

1999 gelangte das Licht in die Flüchtlingslager in Albanien zu den deutschen Soldaten im Friedenseinsatz für das Kosovo und zur serbisch-orthodoxen Kathedrale in Belgrad. 2000 wurde das Licht über Pisa zum Weltjugendtag nach Rom gebracht. Dort wurde es vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Lehmann, entgegengenommen. Parallel dazu wurde es auch zum nationalen Jugendtag in die litauische Hauptstadt Vilnius getragen. 2002 flog das Licht zur Gemeinde des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem, an den See Genezareth und ins Westjordanland. 2005 kam das Licht nachdem es im Dezember 2004 in Bethlehem gestartet war, am 1. Mai im Altenberger Dom in Anwesenheit des Weltjugendtagkreuzes an. Von dort aus gelangte es unter anderem auch zur Vigil des XX. Weltjugendtages mit Papst Benedikt XVI. auf das Marienfeld. 2006 kam das Licht vom Petrusgrab in Rom, wo es in der Karwoche im Rahmen der Diözesanjugendwallfahrt entzündet worden war. 2007 wurde das Licht zum nationalen Jugendtag in Klaipeda in Litauen gebracht, der im Juni stattfand. Dabei wurde es an die litauischen Gemeinden weitergereicht.

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