Alter Hafen (Bremerhaven)
Museumsschiffe vor dem Columbus-Center
Blick Richtung Radarturm und Seute Deern
Handkurbelkran von 1875 am DSM; im Hintergrund die Seute Deern

Der Alte Hafen von Bremerhaven lag vor dem heutigen Columbus-Center und ist nur noch in Resten als Museumshafen des Deutschen Schiffahrtsmuseums (DSM) erhalten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bremerhaven baute sein erstes künstliches Hafenbecken in den Jahren 1827–30. Mit der Durchführung wurden holländische Unternehmer beauftragt, weil bei ihnen die nötigen technischen und organisatorischen Kenntnisse im Wasserbau erwartet wurden. Die Bauaufsicht hatte der ebenfalls holländische Wasserbauingenieur Jacobus Johannes van Ronzelen. Er hatte ein Jahr zuvor das Gutachten für die Anlage erstellt und wurde 1827 als bremischer Hafenbaudirektor und Baurat angestellt.

Der Hafen war 750 Meter lang, 57,5 Meter breit und 5,25 Meter tief und bekam eine Schleuse mit einem Vorhafen. Die Hafenbecken mussten von Hand ausgeschachtet, der Aushub mit einfachen Karren weggeschafft werden. Bis zu 900 Arbeiter aus der nahen und fernen Umgebung leisteten dafür bei kärglichem Lohn und schlechten Arbeitsbedingungen Schwerstarbeit. Der Grundstein für die Schleuse wurde am 12. Juli 1828 gelegt. Bereits zwei Jahre später, am 1. September 1830, war der Hafen fertiggestellt. Die zunächst aus Eichenbalken und Faschinen erstellten Kais wurden seit 1862 gemauert. Teilweise mussten die Schiffe auch an Dalben liegen, die Waren über Stege und eigene Ladebäume be- und entladen werden. Als erstes festes Gebäude aus Stein in Bremerhaven wurde 1829 das Bremische Amtshaus am Hafen errichtet.

Es gab einen hölzernen Handkurbelkran, Mitte des 19. Jahrhunderts weitere, die später durch Dampf- und Elektrokräne ersetzt wurden. Auf dem Außengelände des Deutschen Schiffahrtsmuseums (DSM) ist ein Handkurbelkran von 1875 in der Nähe seines ursprünglichen Standortes erhalten.

1891 begann die Nutzung des Alten Hafens als Fischereihafen, ab 1892 fanden auch Fischauktionen statt. Die Bedeutung der Fischereiwirtschaft ging für Bremerhaven jedoch zurück mit der „Fischereiklausel“, einer Abmachung mit Preußen und wurde 1935 am Alten Hafen ganz eingestellt.

Nach einer Verbindung mit dem Neuen Hafen wurde die Schleuse zum Vorhafen 1926 zugeschüttet. In den Jahren 1960/75 wurden auch weite Teile des Alten Hafens aufgefüllt, nur einige Flächen für den Museumshafen erhalten. 1999 wurde die alte Kaie für weitere Museumsschiffe wieder hergestellt.

Gespensterschiff

Für kurze Zeit lag im Alten Hafen zu Beginn der NS-Zeit auch das Gespensterschiff.

Nutzung heute

Der Bereich Alter Hafen und Neuer Hafen wird zur Freizeit- und Erlebnismeile, der „neuen Stadtmitte“, ausgebaut. Zwischen Zoo am Meer und Schiffahrtsmuseum ist das Klimahaus 8º Ost entstanden, weitere Gebäude werden sich anschließen.

Literatur

Weblinks

 Commons: Bremerhaven – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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