Alternativer Nobelpreis
Jakob von Uexküll bei der Festrede zum Jubiläum 2005 in der Residenz in Salzburg

Der Right Livelihood Award (RLA), im Deutschen häufig Alternativer Nobelpreis genannt, wird an Personen, Organisationen und Repräsentanten sozialer Bewegungen vergeben, die sich mit praktischen Lösungen und Modellen für menschenwürdige Lebensweisen einsetzen. Er wird jährlich an vier Preisträger verliehen und ist mit 2.000.000 Schwedischen Kronen (gut 200.000 Euro) dotiert, die sich die Preisträger teilen. Häufig ist einer der vergebenen Preise ein Ehrenpreis; dann verteilt sich das Preisgeld auf die drei anderen Preisträger.

Der Preis wurde 1980 vom Philatelisten, Journalisten und zeitweiligen Mitglied des Europäischen Parlaments (Die Grünen/EFA) Jakob von Uexküll aus dem Erlös seines Bestandes wertvoller Briefmarken gestiftet, nachdem der Vorstand der Nobelstiftung seinen Vorschlag abgelehnt hatte, einen Nobelpreis für Ökologie und Entwicklung zu vergeben, für den Uexküll die finanziellen Mittel bereitstellen wollte.

Der Zweck des Preises ist, Menschen zu ehren und zu unterstützen, die praktikable Lösungen zu den dringendsten Problemen unserer Zeit finden und umsetzen. Dabei kennt der Preis keine strengen Kategorien. Die meisten Preisträger werden ausgezeichnet für Verdienste in den Bereichen Umwelt, Frieden, Abrüstung, Menschenrechte, Entwicklung, Kultur und Spiritualität, indigene Völker, Verbraucherschutz, Bildung, Gesundheit, Energie und Ressourcenschonung.

Die Preisträger eines Jahres werden von einer internationalen Jury bestimmt. Dieser gehörten im Februar 2007 mit Monika Griefahn und Ursula Schulz-Dornburg auch zwei Deutsche an.

In Anlehnung an die Gepflogenheiten beim Nobelpreis werden auch beim Right Livelihood Award die Preisträger des Jahres Ende September/Anfang Oktober bekanntgegeben – die eigentliche feierliche Preisverleihung findet dann Anfang Dezember im Stockholmer Reichstagsgebäude statt.

Im Juni 2005 fand anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Right Livelihood Award in Salzburg eine Tagung zum Thema Winning Alternatives statt, an der mehr als 70 Preisträger teilnahmen.

Inhaltsverzeichnis

Verschiedenes

Die Kenianerin Wangari Muta Maathai ist sowohl Trägerin des alternativen Nobelpreises als auch des Friedensnobelpreises.

Siehe auch

Literatur

  • Jürgen Streich: Vorbilder. Menschen und Projekte, die hoffen lassen. Der Alternative Nobelpreis. Kampenhausen, Bielefeld 2005, ISBN 3-89901-057-4
  • Geseko v. Lüpke: Die Alternative. Wege und Weltbild des Alternativen Nobelpreises. Riemann, 2003, ISBN 3-570-50031-4
  • Geseko v. Lüpke, Peter Erlenwein: Projekte der Hoffnung. Der Alternative Nobelpreis: Ausblicke auf eine andere Globalisierung. oekom verlag, 2006, ISBN 3-86581-006-3

Weblinks


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