Altersklassenmodell
Vergleich der Stammzahlverteilungen im Alterklassen- und Plenterwald.

Der Altersklassenwald ist ein Wald, der durch eine forstwirtschaftliche Betriebsform erreicht wird, die jeweils größere Flächen aufforstet und später durch Endnutzung aberntet. Seine natürliche Entsprechung hat er in boreomontanen Wäldern, wo durch Kalamitäten großflächige Zerstörungen der Vegetation regelmäßig natürlicherseits vorkommen.

Das Altersklassenmodell der Forstwirtschaft arbeitet auf Basis homogener Flächeneinheiten meist gleichaltriger Bäume einer kontrollierten Anzahl von Arten. Die Bewirtschaftungsmaßnahmen werden ebenfalls flächenweise ausgeführt im Rahmen von Kulturpflege, Läuterung, Durchforstung mit oder ohne Vornutzung nicht hiebsreifen Holzes und der Endnutzung des hiebsreifen Bestandes. Der entsprechend flächenweise gebündelte Holzanfall kommt den Bedürfnissen von Datenerfassung und -verarbeitung sowie Logistik entgegen.

Zum Altersklassenwald zählen neben der häufigsten Form des schlagweisen Hochwaldes auch der Mittel- und Niederwaldbetrieb - somit also auch mehrschichtige Bestände sowie der Überhälterbetrieb.

Historisch steht das Altersklassenmodell im Zusammenhang mit der Entwicklung des Begriffes der Massennachhaltigkeit, deren Einhaltung eines der Ziele des forstlichen Inventur- und Planungsverfahrens der Forsteinrichtung ist.

Historisch folgte aus dem Alterklassenmodell - trotz aller Schwächen dieses Modells aus heutiger Sicht - die erste theoretisch begründete und faktisch erfolgte Umsetzung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung.

Ein Gegenmodell zur Altersklassen-Bewirtschaftung ist die einzelstammweise Bewirtschaftung mit Zielstärkennutzung, die auf die Ernte einzelner Bäume bei Erreichen einer definierten Zielstärke setzt. Auch das Dauerwald-Modell von Alfred Möller liefert einen Gegenentwurf. Theoretisch wie praktisch existieren viele Übergangsformen zwischen den Modellen. Mit dem Altersklassenwald lässt sich relativ leicht eine Übernutzung des Waldes durch zu starken Einschlag verhindern. Seine Struktur ist jedoch naturferner als die des Plenterwaldes.

siehe auch: Waldbau


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