Altfriesack
Wustrau-Altfriesack
Gemeinde Fehrbellin
Koordinaten: 52° 51′ N, 12° 52′ O52.8512.866666738Koordinaten: 52° 51′ 0″ N, 12° 52′ 0″ O
Höhe: 38 m ü. NN
Eingemeindung: 25. Okt. 2003
Postleitzahl: 16818
Vorwahl: 033925

Wustrau-Altfriesack ist ein Teilort der Gemeinde Fehrbellin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg (Deutschland). Die Ortsteile Wustrau und Altfriesack liegen am Seeufer des Ruppiner Sees. Bereits im 13. Jahrhundert siedelten dort Slawen.

Inhaltsverzeichnis

Wustrau

Das Angerdorf Wustrau hat einige kulturhistorisch interessante Gebäude, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen. Das am Seeufer gelegene Schloss mit Landschaftspark und Kavaliershaus gehörte ursprünglich der Gutsherrenfamilie von Zieten. Heute beherbergt es eine Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie.

Eine 1418 erwähnte Walkmühle existiert heute nicht mehr. Das heutige Mühlengebäude ist seines Innenlebens beraubt und wurde 1918 mit einer Sichtfassade im Art-déco-Stil am Wustrauer Mühlenrhin erbaut. Die erste urkundliche Erwähnung Wustraus fand im Jahre 1462 statt. Im Dreißigjährigen Krieg wird Wustrau niedergebrannt.

Wustrau gehörte 1590 bereits zu einem Viertel einem Jacob von Zieten. Es wurde 1766 vollständig Zietenscher Besitz. Das Kavaliershaus wurde 1690 gebaut. Im alten Gutshaus wurde 1699 Hans Joachim von Zieten geboren.

Im 18. Jahrhundert wurde auf dem Weinberg Wein angebaut. Die Gewölbe des Weinmeisterhauses sind erhalten. Im Jahr 1740 wurde das Pfarrhaus erbaut.

Das Schloss im ländlich-barockem Stil wurde 1747 bis 1750 errichtet. Seine jetzige Gestalt erhielt es im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts unter dem Grafen Albert-Julius von Zieten-Schwerin. Der es umgebende Landschaftspark wurde 1830 eingerichtet. Zum Gut gehörte ab 1750 ein Eiskeller, in dem das im Winter vom See herantransportierte Eis (abgedeckt mir Stroh und Torf) bis in den Sommer hinein gelagert wurde. Der Eiskeller ist mit von Friedrich Christian Glume geschaffenen Hermen verziert, die zwischen 1991 und 2003 restauriert wurden.

„Seeschlacht“-Denkmal (von Matthias Zágon Hohl-Stein) an der Uferpromenade

Das 1908 am Anger gebaute Constanzehauses war nach Constanze Gräfin Zieten-Schwerin benannt und diente als soziale Freizeiteinrichtung. Es beherbergt heute ein Café.

Im Zweiten Weltkrieg war das Schloss Sitz der Wehrwirtschaftsführung und von der SS als zentrale Führungsdienststelle belegt. Nach 1945 wurde das Schloss geplündert und als Notunterkunft verwendet. Von 1950 bis 1975 war dort eine Berufs- bzw. Oberschule untergebracht.

Das DDR-Ministeriums der Justiz betrieb von 1977 bis 1983 im Schloss das Institut für Weiterbildung. Nach der Wende fand die Fortbildungseinrichtung der Justiz des Landes Brandenburg bis 1993 ein Zuhause im Schloss. Seit 1993 ist es die zweite Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie.

Am 29. September 2000 fand die Eröffnung des Brandenburg-Preußen Museums statt, in dem auf 350 m² die 500-jährige Geschichte Brandenburg-Preußens unter den Hohenzollern gezeigt wird.

Im Sommer spielt an der Uferpromenade das Sommertheater Wustrau, das auch als Seefestival bezeichnet wird. Die „Seeschlacht“ erinnert an dieselben, die sich die Söhne derer von Zieten und derer von dem Knesebeck 1785 als militärische Kurzweil in den Sommermonaten ausdachten.

Zieten-Schloss (Detail)

Sehenswürdigkeiten

  • Zieten-Schloss
  • Eiskeller
  • Schifferkapelle (auf dem fiktiven Friedhof des Landrats von Zieten)
  • „Seeschlacht“-Denkmal
  • Fliegerdenkmal: „Den Vorkämpfern für Deutschlands Luftgeltung Joachim von Schröder und Erich Albrecht † 19.12.1929“

Bilder

Altfriesack

Das Fischerdorf Altfriesack ist von Wustrau über die Landesstraße 164 zu erreichen. Der mittelalterliche Ortskern liegt auf einer Insel in der Verbindung zwischen dem Ruppiner See und dem sich südlich anschließenden Bützsee. Altfriesack wurde 1421 erstmals urkundlich erwähnt.

Im Jahr 1787 fand die Fertigstellung der nach holländischem Vorbild erbauten hölzernen Klappbrücke über den Rhinkanal statt. Die Klappbrücke wurde 1927 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt und 1994 vollständig erneuert. Die Klappbrücke steht ebenso wie die Schleuse und das Schleusenhaus unter Denkmalschutz.

Im Märkischen Museum in Berlin befindet sich der Altfriesacker Götze, eine slawische Kultfigur aus Eichenholz, die in Altfriesack gefunden wurde.

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