Altishofen
Altishofen
Wappen von Altishofen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern
Amt: Willisauw
Gemeindenummer: 1123i1f3f4
Postleitzahl: 6246
UN/LOCODE: CH AHF
Koordinaten: (640011 / 227807)47.1999947.966674482Koordinaten: 47° 12′ 0″ N, 7° 58′ 0″ O; CH1903: (640011 / 227807)
Höhe: 482 m ü. M.
Fläche: 5.76 km²
Einwohner: 1338 (31. Dezember 2009)[1]
Website: www.altishofen.ch
Karte
Karte von Altishofen
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Altishofen (in einheimischer Mundart Autishofe [ˈɑʊ̯tiʓˌhɔfə])[2] ist ein Dorf und eine politische Gemeinde im Amt Willisau des Schweizer Kantons Luzern.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Gemeinde Altishofen gehört zur Planungsregion Oberes Wiggertal-Lutherntal, Subregion Wauwilermoos. Sie grenzt an die Gemeinden Nebikon im Süden und Osten, Ebersecken im Süden und Westen, den Ortsteil Richenthal der Gemeinde Reiden im Westen und Dagmersellen im Norden und Osten. Altishofen ist vor allem durch sein schützenswertes historisches Dorfbild von nationaler Bedeutung bekannt.

Das Schloss Altishofen mit Rittersaal, Barockstube, Schlosskeller und Schlossgarten ist heute Sitz der Gemeindeverwaltung. Es wurde 1571 erbaut und bildet zusammen mit der Kornschütte von 1671 und der Kirche St. Martin von 1771 ein Ensemble.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde Altishofen grenzt im Nordwesten an Reiden, im Nordosten an Dagmersellen, im Südosten an Nebikon und im Südwesten an Ebersecken.

Bevölkerung

Von 1850 bis 1980 blieb die Bevölkerung zwischen 700 und 900 Einwohnern ziemlich stabil; in den letzten 20 Jahren erfolgte ein Anstieg auf derzeit (2005) über 1’300 Einwohner.

Geschichte

Frühe Siedlungsspuren & Name

Am Nordrand des Gemeindegebiets gibt es Spuren eines römischen Gutshofs. Bei einer Kirchenrenovation sind alamannische Gräber aus dem 7. Jahrhundert zum Vorscheine gekommen. Eine Kirche ist durch Nennung des Leutpriesters seit 1201 nachgewiesen.

Die ältesten erhaltenen Erwähnungen des Ortes findend sich in einer auf 1190 datierten Urkunde, worin Leutpriester Heinrich von Buochs dem Kloster Engelberg sein Gut zu Alteloshoven schenkte, und im ältesten Engelberger Urbar von 1184/90 (de Alteloshovin … de Altiloshovin). Der Ortsname ist zusammengesetzt aus einem althochdeutschen Personennamen und dem Grundwort hof und bedeutet ‚bei den Höfen des Altilo‘.[2]

Von den Herren von Balm zu den Pfyffer von Altishofen

Im 13. Jahrhundert war Altishofen im Besitz der Freiherren von Balm. Als sich Rudolf von Balm 1306 auf die Teilnahme an König Albrechts Heereszug nach Böhmen vorbereitete, verschrieb er am 26. August, was er zu Altishofen besass, seiner Gattin als Leibgeding (d.h. zur Nutzniessung). Zum Unglück der Familie wurde Rudolf von Balm zum engeren Kreis der Verschwörer gezählt, welche König Albrecht im Jahr 1308 bei Windisch AG ermordeten. Der Besitz des geächteten Flüchtlings fiel daher an das Hl. Römische Reich zurück. 1312 kaufte der Deutsche Ritterorden, der hierzulande seinen Sitz in Hitzkirch hatte, die Herrschaft Altishofen und erwarb drei Jahre später auch noch den Kirchensatz. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts befand sich der Orden im Niedergang, weshalb der Rat von Luzern zwischen 1528 und 1542 die Verwaltung der Pfarrei Altishofen durch eigene Amtsleute übernehmen musste. Der verarmte Orden sah sich im Jahre 1571 gezwungen, die Herrschaft Altishofen für 8000 Sonnenkronen an den mächtigen Kriegsunternehmer Ludwig Pfyffer zu verkaufen. Er und seine Nachkommen nannten sich fortan Pfyffer von Altishofen.

19. Jahrhundert

Bildnis des Joseph Constant Pfyffer ob Altishofen, 1800

Bis zur Auflösung durch den Grossen Rat des Kantons Luzern im Jahre 1839 verblieb die Herrschaft als sogenanntes Majorat bei den Pfyffer von Altishofen. 1859 verkaufte Heinrich Pfyffer das Schloss an Johann Karl Kesselbach, von dem es die Gemeinde Altishofen 1862 erwarb. Bis zum Jahre 1973 nutzte sie es als Bürgerheim. Seit 1971 befindet sich die Gemeindekanzlei im Schloss. Nach der Renovation im Jahr 1986 wurde darin zudem das Regierungsstatthalteramt des Amtes Willisau untergebracht. Verschiedene Räume (Rittersaal, Barockstube, Schlosskeller) können für Anlässe gemietet werden.

Altishofen besass seit den Zeiten der Herren von Balm eine Zentrumsfunktion für die Umgebung. Zur Pfarrei Altishofen gehörten neben dem Ort selbst die Gemeinden Dagmersellen, Buchs LU, Ebersecken, Egolzwil, Wauwil, Nebikon und Schötz. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann dann die Pfarrei aber nach und nach auseinander zu fallen. Ausser Nebikon und Ebersecken lösten sich alle Gemeinden von der Mutterpfarrei.

Eine wirtschaftliche Veränderung ergab sich mit dem Bahnbau in den 1850er Jahren. Ursprünglich war eine Station in Altishofen (bei der Wiggerbrücke) vorgesehen. In der Stellungnahme zur Begründung einer eigenen Haltestelle war folgendes Gewerbe aufgeführt: eine Wollspinnerei, eine Mühle, eine Huf- und Schlosserschmiede, mehrere Krämer sowie sechs verschiedene Handwerker. Altishofen hat sich zwar sehr darum bemüht, eine eigene Station zu erhalten, ging aber trotz zähem Feilschen und Markten leer aus.

Seit 1952 wurde auf Gemeindegebiet mehrfach nach Erdöl und Erdgas gebohrt. Erdgas war in geringem Masse vorhanden. Die Ausbeute lohnte sich aber (im Gegensatz zu den Vorkommen von Finsterwald) nicht.

Verkehrsanbindung

Altishofen ist über die Busverbindung Willisau–Nebikon–Dagmersellen sowie die SBB-Station Nebikon ans öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Der Autobahnanschluss Dagmersellen A2 liegt in 2 km Entfernung.

Schulen

Das Bildungsangebot von Altishofen selbst umfasst Kindergarten und Primarschule. Für die Sekundarstufe I müssen die Schüler nach Nebikon, ins Gymnasium oder in die Berufsschulen nach Willisau oder Sursee fahren.

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Altishofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden
  2. a b Andres Kristol: Altishofen LU (Willisau) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 86.

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