Altmarkt (Kassel)
Altmarkt
Coat of arms of Kassel.svg
Platz in Kassel
Basisdaten
Ort Kassel
Angelegt Mittelalter
Neugestaltet 1957
Einmündende Straßen Brüderstraße, Kurt-Schumacher-Straße, Weserstraße, Freiheit, An der Fuldabrücke (Leipziger Straße)
Bauwerke Finanzzentrum
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Platzgestaltung Zisselbrunnen

Altmarkt ist der Name eines Platzes und Verkehrsknotenpunktes in der nordhessischen Stadt Kassel. Direkt an der Fulda gelegen bildet er die Keimzelle für die Stadt und war bis zum Wiederaufbau der Nachkriegszeit das Zentrum der Stadt Kassel. Im Zuge dessen wurde er in den 1950er Jahren in seiner Form grundlegend verändert und zum Verkehrsknotenpunkt ausgebaut, welcher am 26. August 1957 [1] seiner Bestimmung übergeben wurde.

Inhaltsverzeichnis

Verkehr

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Altmarkt im Rahmen des Wiederaufbaus Kassels zu einem autogerechten Verkehrsknoten ausgebaut. Mit seinen durch Verkehrsinseln abgetrennten Rechtsabbiegespuren, die einen von Verkehrsampeln unabhängigen Verkehrsfluss ermöglichten, galt der Altmarkt in den späten 1950er Jahren als modernste Kreuzung Deutschlands. Um den Fluss des Kraftverkehrs nicht zu hemmen, wurde für die Fußgänger unter dem Straßenniveau ein Tunnelsystem geschaffen.

Am Altmarkt treffen sich vier Kasseler Hauptachsen. Es kreuzen sich hier die Bundesstraße 7 sowie die Landesstraße 3237, welche in Teilen auch den Innenstadtring von Kassel bilden. Diese Straßen waren bereits seit dem frühen Mittelalter Handels- und Heerstraßen Richtung Frankfurt, Leipzig, Hannover und Köln. Die Leipziger Straße führt über die Fuldabrücke in den Kasseler Osten, die Weserstraße führt nach Norden Richtung Wolfsanger und Fasanenhof, die Brüderstraße leitet Richtung südliche Innenstadt und Zwehren. Die Kurt-Schumacher-Straße ist die Verbindung zur nördlichen Innenstadt und weiter zum Hauptbahnhof. Entsprechend stark ist die Verkehrsbelastung der Kreuzung durch den Individualverkehr.

Der Platz ist ebenfalls ein Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs in Kassel. Hier treffen die Bus- und Straßenbahnlinien aufeinander, die aus dem Kasseler Osten und Norden Richtung Innenstadt führen. Dabei queren die Linien 4, 8 sowie die RT2 die Fulda in Richtung Bettenhausen und die Linien 3, 6 und 7 fahren in Richtung Wesertor.

Geschichte

Der Altmarkt mit dem im Oktober 1837 abgerissenen alten Rathaus

Der Altmarkt war vom frühen Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts der Mittelpunkt des städtischen Lebens in Kassel. Der Platz war das Zentrum der ursprünglichen drei Stadtteile Altstadt, Unterneustadt und Freiheit. Hier wurde Markt gehalten, am Rand des Platzes stand von 1408 bis 1837 das alte Kasseler Rathaus. Im 13. Jahrhundert wurde an der Stelle der Fuldafurt eine Brücke auf das östliche Fuldaufer errichtet, die den Altmarkt mit der zur gleichen Zeit gegründeten Unterneustadt verband.

Mit dem Wachstum der Stadt im 19. Jahrhundert rückte der Altmarkt allmählich aus dem Zentrum der Stadt an dessen Rand, neues Stadtzentrum und später auch Marktplatz wurde nun der Königsplatz. Bei den Luftangriffen auf Kassel im Oktober 1943 wurde die Kasseler Altstadt stark zerstört. Von der alten und ehemals dichten Bebauung um den Altmarkt blieb kaum etwas erhalten; die Ruinen und die beschädigten Gebäude wurden in der Nachkriegszeit abgerissen.

Platzgestaltung

Die Gestaltung des Platzes bezieht sich seit seinem Umbau zum Verkehrsknotenpunkt lediglich noch auf einige Randflächen.

Die Verbindung zur Fulda wurde bisher durch das etwas zurückgesetzte Gebäude der Polizei verstärkt, dabei wurde diese Fläche von einer Baumreihe gesäumt. Nach dem Abriss desselben und dem nun in Entstehung befindlichen Neubau wird nur noch ein normaler Bürgersteig die Verbindung zur Fulda herstellen.

Auf der westlichen Seite des Platzes beginnt eine Verbindung zur heutigen Innenstadt. Die Einmündung der, hier als Fußgängerzone ausgeführten, Straße wird durch Treppen und dem am Rand gelegen Zisselbrunnen akzentuiert. Die restliche Fläche weist keine besondere Gestaltung auf.

Als prägendes Element sind ansonsten die Treppenabgänge zur Unterführung zu nennen, die an allen vier Seiten platziert sind.

Platzrandbebauung

Durch die vollständige Zerstörung der Kasseler Altstadt im Zweiten Weltkrieg ist von der ursprünglichen, teilweise noch aus dem Mittelalter stammenden Bebauung nichts mehr erhalten. Die heutige Bebauung des Platzes besteht aus Zweckbauten, die in den 1950er und 1960er Jahren errichtet wurden. Am Nordrand des Altmarkts befindet sich ein neu errichtetes Finanzzentrum des Landes Hessen. Es entstand ab dem Jahr 2006 anstelle eines dort befindlichen öffentlichen Verwaltungsgebäudes aus den 1950er Jahren, in dem eine Polizeistation und Abteilungen des Kasseler Ordnungsamtes ihren Sitz hatten.

Bereits in den 1930er Jahren wurde die Baustruktur des Altmarktes zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur verändert. Zwischen 1933 und 1936 wurde an der Südwestecke des Platzes die Bebauung abgerissen und der Freiheiter Durchbruch geschaffen. Damit sollte eine schnellere Verbindung zum Hauptbahnhof erreicht werden. Die kurze Straße ist seit der Nachkriegszeit nur noch für Fußgänger frei, sie verbindet den Altmarkt direkt mit den Straßen der ehemaligen Altstadt.

Ebenfalls auf dem südwestlichen Teil des Platzes befindet sich der Zisselbrunnen, eine aus den 1950er Jahren stammende Brunnenanlage. Das mit Sandstein umgebene runde Brunnenbecken wird von einem stilisierten Hering gekrönt, dem Symbol des Kasseler Volksfestes Zissel.

Weiterführende Informationen

Literatur

  • Berthold Hinz und Andreas Tacke: Architekturführer Kassel. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-496-01249-8.
  • Multimedia CD-ROM Der Altmarkt Kassel. Eine interaktive Zeitreise durch die Kasseler Stadtgeschichte, Freunde d. Stadtmuseums Kassel, 2002, ISBN 978-3-928571-08-1

Weblinks

Quellenangaben

  1. stadt-kassel.de Kassel chronologisch „Chronik der Jahre 1945 - 1989“, Stand: 4. Juni 2007
51.3158639.505344

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