Altmärkische Kleinbahn
Hohenwulsch–Wittingen
Kursbuchstrecke: 307 (2000), Hohenwulsch–Kalbe
210 f (1944), Bismark Ost–Beetzendorf
210 h (1944), Beetzendorf–Wittingen
Streckennummer (DB): 6904 Hohenwulsch–Rohrberg
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
von Stendal
Bahnhof, Station
0,0 Hohenwulsch früher Bismark Ost
   
nach Salzwedel
   
nach Peulingen
   
2,6 Bismark (Altmark) (Stadt)
   
8,1 Berkau
   
10,8 Neuendorf-Karnitz
   
Milde
   
15,2 Kalbe
   
nach Gardelegen
   
17,5 Vahrholz
   
20,5 Bühne-Güssefeld
   
24,9 Badel (Keilbahnhof)
   
nach Salzwedel
   
29,8 Winterfeld
   
nach Salzwedel (Meterspur, bis 1926)
   
33,7 Groß-Apenburg
   
37,4 Staapen-Hohentramm
   
von Oebisfelde
   
42,3
0,0
Beetzendorf Süd
   
nach Salzwedel
   
3,9 Rohrberg
   
nach Zasenbeck
   
7,1 Stöckheim
   
11,1 Wüllmersen-Mehmke
   
13,9 Dankensen-Abbendorf
   
17,2 Diesdorf
   
nach Salzwedel
   
20,2 Forst Vier
   
23,0 Waddekath-Rade
   
seit 1945 durch Innerdeutsche Grenze unterbrochen)
   
von Oebisfelde
   
26,5 Wittingen Stadt
   
28,8 Wittingen
Gardelegen–Kalbe
Kursbuchstrecke: 210 e (1944), Gardelegen–Kalbe
Streckennummer: 6991
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
von Oebisfelde
Bahnhof, Station
0,0 Gardelegen Südost
   
nach Stendal
   
nach Haldensleben
   
1,8 Gardelegen Stendaler Tor
   
2,6 Gardelegen Salzwedeler Tor
   
Milde
   
4,8 Ackendorf
   
6,1 Berge
   
7,1 Laatzke
   
8,6 Estedt
   
11,8 Wiepke
   
13,8 Groß-Engersen Kreuzung Schmalspurbahn
   
von Klötze
   
17,4 Wernstedt
   
von Beetzendorf
   
21,3 Kalbe
   
nach Hohenwulsch
Groß Engersen–Vinzelberg (1899–1921)
Spurweite: 750 mm (Schmalspur)
Legende
   
von Wernstedt
   
21,6 Groß-Engersen
   
Gardelegen–Kalbe
   
25,7 Schenkenhorst
   
Milde
   
29,1 Algenstedt
   
32,2 Cassieck
   
36,0 Lindstedt
   
37,9 Seethen
   
41,9 Klinke
   
43,4 Deetzer Warthe
   
46,5 Vinzelberg
   
nach Stendal und Oebisfelde
Klötze–Wernstedt
Kursbuchstrecke: 210 k (1944)
Streckennummer: 6692
Spurweite: 1435 mm, 1897–1921: 750 mm
Legende
   
von Oebisfelde
   
0,0 Klötze
   
nach Salzwedel
   
1,9 Klötze Nord
   
4,0 Hohenhenningen
   
6,0 Lockstedt
   
7,6 Neuendorf
   
9,5 Brüchau
   
11,4 Kakerbeck
   
14,3 Winkelstedt
   
17,1 Faulenhorst
   
bis 1921 nach Groß Engersen
   
von Gardelegen
   
18,5 Wernstedt
   
nach Kalbe
Rohrberg–Zasenbeck
Kursbuchstrecke: 210 g (1944)
Streckennummer: 6989 Rohrberg–Hanum
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
Strecke – geradeaus
von Beetzendorf
Bahnhof, Station
3,9 Rohrberg
   
nach Wittingen
   
6,8 Ahlum
   
9,0 Rittergut Nieps
   
11,5 Lüdelsen
   
14,5 Jübar
   
17,9 Hanum
   
seit 1945 durch Innerdeutsche Grenze unterbrochen
   
von Wittingen
   
20,0 Zasenbeck
   
nach Oebisfelde

Die Altmärkische Kleinbahn AG – seit 1943 Altmärkische Eisenbahn-AG – war das bedeutendste Unternehmen der an Kleinbahnen reichen Landschaft im Norden des heutigen Landes Sachsen-Anhalt. Ihre rund fünfzigjährige Geschichte – geprägt durch mehrere Fusionen und Umbenennungen – ist recht verwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Die Keimzelle der Altmärkischen Eisenbahn-AG war die „AG Kleinbahn Bismark-Calbe-Beetzendorf“, die ab 1. Januar 1904 als „AG Kleinbahn Bismark-Calbe-Beetzendorf-Diesdorf“ firmierte. Sie vereinigte sich am 5. November 1904 mit der „Kleinbahn-AG Gardelegen-Calbe an der Milde“ zur „Kleinbahn-AG Bismark-Gardelegen-Diesdorf“, die sich ab 30. Oktober 1908 „Kleinbahn-AG Bismark-Gardelegen-Wittingen“ nannte. Daraus entstand am 21. Dezember 1927 nach der Fusion mit der „Altmärkischen Kleinbahn-GmbH“ in Klötze die „Altmärkische Kleinbahn AG“. Erst ab 30. Juli 1943 hieß sie dann „Altmärkische Eisenbahn-AG“. Sie hatte ihren Unternehmenssitz in Merseburg, die Betriebsleitung befand sich in Calbe an der Milde, wie die Stadt bis zur Umbenennung in Kalbe/Milde im Jahre 1952 hieß.

AG Kleinbahn Bismark-Calbe-Beetzendorf-Diesdorf

Am 7. September 1899 wurde die AG Kleinbahn Bismark-Calbe-Beetzendorf unter Beteiligung des preußischen Staates (25 %), der Provinz Sachsen (25,9 %), der Kreis Salzwedel (8,8 %) und Stendal (4,4 %), von 25 Städten und Gemeinden (20,1 %) sowie der Bahnbau-Gesellschaft Lenz & Co GmbH (15,8 %) gegründet, die auch die Betriebsführung übernahm.

Schon am 18. Dezember 1899 konnte die erste Strecke eröffnet werden, die von Bismark Anschlussbahnhof an der Hauptbahn Stendal–Salzwedel (betrieben seit 1870) in westlicher Richtung über Bismark Stadtbahnhof nach Calbe an der Milde, dem Sitz der Gesellschaft, führte. Von hier aus ging es weiter über Badel nach Beetzendorf an der Staatsbahnstrecke Oebisfelde–Salzwedel. Die Fortsetzung über Rohrberg nach Diesdorf, die sich in einer Änderung der Firma niederschlug, folgte am 24. Dezember 1903. Damit war die normalspurige Strecke 59 km lang.

Kleinbahn-AG Gardelegen-Calbe

Die Kleinbahn-AG Gardelegen-Calbe an der Milde, an der der Staat und die Provinz zu etwa je einem Drittel neben weiteren Aktionären beteiligt waren, nahm ihre 21 km lange Strecke, die von Gardelegen an der Hauptbahn Stendal–Oebisfelde (betrieben seit 1871) nach Norden zum Knotenpunkt Calbe führte, am 25. März 1904 in Betrieb. Ihre Selbständigkeit währte nur ein halbes Jahr bis zur Fusion mit der älteren Gesellschaft, die sich nun Kleinbahn-AG Bismark-Gardelegen-Diesdorf nannte. Die erneute Änderung der Firma in Kleinbahn-AG Bismark-Gardelegen-Wittingen am 30. Oktober 1908 war ein Vorgriff auf die Erweiterung des Netzes um den 12 km langen Abschnitt Diesdorf–Wittingen, der ab 1. August 1909 ebenso in die Provinz Hannover führte wie ein Abzweig von Rohrberg nach Zasenbeck (16 km), der am 1. Oktober 1911 in Betrieb ging.

Altmärkische Kleinbahn-GmbH

Den passenden Namen für das inzwischen auf eine Länge von 108 km gewachsene Netz brachte aber erst die Fusion mit der Altmärkischen Kleinbahn GmbH. Diese war schon am 15. Juli 1896 von der Stadt Klötze mit 77 % und dem Kreis Gardelegen mit 23 % der Anteile gegründet worden. Sie hatte am 21. August 1897 von der Kreisstadt Klötze an der Staatsbahn Salzwedel–Oebisfelde eine Kleinbahnstrecke nach Faulenhorst (17 km) eröffnet, deren Weiterführung sich aus finanziellen Gründen erheblich verzögerte. So erreichte sie am 11. November 1897 Wernstedt und am 16. Januar 1898 Groß Engersen, wo erst 1904 die Kleinbahn Gardelegen–Calbe kreuzte.

Von hier ging es am 29. September 1899 bis Algenstedt, am 22. November 1900 bis Lindstedt und schließlich am 14. Juli 1901 mit Güterverkehr bis Vinzelberg an der Hauptbahn Stendal–Oebisfelde weiter; der Personenverkehr folgte am 25. August 1901. Die somit insgesamt 47 km lange Bahn war allerdings in der Spurweite von 750 mm ausgeführt worden.

Ab 1907 wurde die Altmärkische Kleinbahn zusammen mit zahlreichen anderen Kleinbahnen von der neugegründeten Kleinbahnabteilung des Provinzialverbandes Sachsen in Merseburg verwaltet.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Ersten Weltkrieg, die sich auf eine wenig leistungsfähige Schmalspurbahn besonders negativ auswirkten, veranlassten die Leitung der Altmärkischen Kleinbahn GmbH zu wirkungsvollen Maßnahmen, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern. In zwei Etappen wurde die Strecke Klötze–Wernstedt, wo jetzt die Verbindung zur Strecke Gardelegen–Calbe stattfand, auf Normalspur umgestellt, am 17. März 1921 ab Kakerbeck und am 20. Juni 1922 ab Klötze. Auf dem östlichen Abschnitt Groß Engersen–Vinzelberg endete der Gesamtbetrieb mit dem Jahresende 1921. Er war durch die später erbaute Verbindung zur Hauptbahn bei Gardelegen überflüssig geworden.

Ein weiterer Schritt zur Konsolidierung war die Fusion mit der größeren Gesellschaft, die fortan ein Netz von 127 km Normalspurstrecken umfasste und nun den Namen Altmärkische Kleinbahn AG annehmen konnte. Neben vier Anschlüssen an die Deutsche Reichsbahn in Beetzendorf, Bismark, Gardelegen und Klötze gab es unmittelbare Verbindungen zur Stendaler Kleinbahn in Bismark, zu den Salzwedeler Kleinbahnen in Badel und Diesdorf, zur Kleinbahn Wittingen–Oebisfelde in Wittingen und Zasenbeck sowie zur Kleinbahn Gardelegen–Neuhaldensleben in Gardelegen. Betriebsmittelpunkt war stets der Bahnhof Calbe an der Milde, von dem zeitweise Züge in fünf Richtungen ausgingen.

Hauptaktionäre mit je 34,3 % waren (1940) der Preußische Staat und die Provinz Sachsen. Kleine Aktienpakete hielten die Kreise Salzwedel, Stendal, Gardelegen und Gifhorn sowie zahlreiche Gemeinden. In privatem Besitz befanden sich nur sehr kleine Anteile.

Teil der Deutschen Reichsbahn

Wie alle anderen Klein- und Privatbahnen in der Sowjetischen Besatzungszone wurde auch die Altmärkische Kleinbahn im Sommer 1946 unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt und die Betriebsführung ab der Jahreswende 1946/1947 der Sächsischen Provinzbahnen GmbH übertragen. Über die Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) des Verkehrswesens der Provinz Sachsen-Anhalt wurden die Strecken der Kleinbahn am 1. April 1949 der Deutschen Reichsbahn zugeschlagen.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren nur die Teilstrecken Diesdorf–Wittingen und Hanum–Zasenbeck, welche die neue Zonengrenze querten, am 1. Juli 1945 stillgelegt worden. Der Verkehr zwischen Hanum und Zasenbeck war aber bereits 1943 eingestellt worden. Die weiteren Einschränkungen des Betriebs zogen sich dann über Jahrzehnte hin. Der Personenverkehr von Rohrberg zum Grenzort Hanum endete am 27. November 1961; im Güterverkehr wurde Hanum noch bis zum Jahresende 1968 bedient, dann war noch der Abschnitt bis Jübar bis zum 27. April 1975 in Betrieb.

Auf der Strecke Gardelegen–Wernstedt wurde der Personenverkehr am 23. September 1967 und der Güterverkehr am 26. Mai 1968 eingestellt. Die Verbindung Klötze–Wernstedt–Kalbe folgte am 28. Juni bzw. 31. Juli 1970.

Am längsten blieb die Stammstrecke in Betrieb: So wurden zwischen Kalbe und Beetzendorf noch bis 10. März 1991 Personen und bis Jahresende 1993 Güter befördert. Ein Jahr später endete der Güterverkehr auch auf dem 15 km langen Reststück von Bismark Ost (seit 1951 Hohenwulsch) nach Kalbe, der Personenverkehr sogar erst am 9. Juni 2001.

Literatur

  • Wolfgang List: Kleinbahnen der Altmark. Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1979, ohne ISBN; Lizenzausgabe: Alba, Düsseldorf 1979, ISBN 3-87094-528-1
  • Wolfgang List, Hans Röper, Gerhard Zieglgänsberger: Archiv deutscher Klein- und Privatbahnen / Sachsen-Anhalt. Transpress, Stuttgart 1998, ISBN 3-613-71087-0
  • Wolfgang List: Stendal und die Eisenbahn. Band 2: Die Kleinbahnen. Neddermeyer, Berlin 2008, ISBN 978-3-933254-93-1

Weblinks


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