Altpreußisches Infanterieregiment No. 26 von 1678/2
Regimenter der Frühen Neuzeit
Übersicht Liste der Stehenden Heere der Frühen Neuzeit
Territorium Preußen
Gattung Infanterie
Nummer No. 26
Stammliste Altpreußische Infanterieregimenter
Alternativname --
Gründung 1678
Garnison Berlin (Cölln/Spittelmarkt)
Kanton/Werbung Kreise Lebus, Cottbus, Beeskow; Städte Müllrose, Seelow, Fürstenwalde, Beeskow, Peitz.
Regimentschefs 1678 Croy, 1684 Truchsess, 1715 Curt Hildebrand von Löben, 1730 Henning Alexander von Kleist, 1749 Dietrich Richard von Meyernick, 1758 Carl Heinrich von Wedell, 1760 Christian Bogislav von Linden, 1764 Anton Abraham von Steinkeller, 1778 Hans Christoph von Woldeck, 1789 Philipp Albrecht von Schwerin, 1795 Carl Leopold von Larisch
Schlachten 1715 Pommernfeldzug, 1741 Mollwitz, 1757 Prag,Roßbach, Leuthen, 1758 Hochkirch, 1760 Liegnitz; 1762 Freiberg; Grenadiere gemeinsam mit den Flügelgrenadieren von No. 13 in einem Bataillon kämpfend (ab 1760 gemeinsam mit No. 13/19/25) in weiteren Schlachten
Kriege Österreichischer Erbfolgekrieg, Siebenjähriger Krieg, Vierter Koalitionskrieg
Verbleib Kapitulation 1806 (Erfurt und im Corps Blücher)

Infanterieregiment No. 26 war ein altpreußisches Regiment zu Fuß, das 1714 aus unterschiedlichen Kontingenten gebildet wurden. Es hatte seinen Standort in Berlin. Seine Tradition wird auf das Jahr 1678 zurück geführt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Garnison, Ersatz und soziale Verhältnisse

Das Regiment lag in Berlin in den Stadtteilen Cölln und rund um den Spittelmarkt. Den Ersatz des Regimentes lieferten die südöstlichen märkischen Kreise Lebus, Cottbus und Beskow. Die Soldaten lagen wie im 18. Jahrhundert üblich nicht in Kasernen, sondern in Privatquartieren, wo sie auf Grund des geringen Solds auch Nebentätigkeiten nachgehen mussten.

Beurteilung

Das Regiment gehörte im Siebenjährigen Krieg zu den überdurchschnittlich guten Regimentern. Im Grunde hat es sich mehrfach von Grund auf erneuern müssen. Über 464 Menschen des etwa 1000 Mann umfassenden Regiments starben vor Leuthen, 360 bei Hochkirch, 655 bei Hochkirch. Moritz von Anhalt-Dessau wird die Aussage zugeschrieben: "Ihre Majestät können dem Regiment Ihre Krone und Zepter anvertrauen wenn die vor dem Feld laufen so mag ich dorten auch nicht bleiben"[2]

Verbleib und Nachfolge

Das Regiment stand 1806 beim Corps Blücher und ging mit diesem unter. Ein weiterer Teil kapitulierte bei Erfurt.

Uniform, Ausrüstung

Das Regiment trug Mitte des 18. Jahrhunderts eine blaue Uniform mit roten Aufschlägen und gelben Knöpfen. Auf der Brust und den runden Ärmelaufschlägen befanden sich 6 paarweise zugespitzte gelbe Bandlitzen. Die Mütze der Grenadiere war weiß mit einem weiß-roten Püschel. Der Beschlag war gelb. Die Regimentsfahne war gelb mit weißem Flammenkreuz.

Siehe auch

Literatur

  • Hans Bleckwenn: Die friderizianischen Uniformen: 1753 - 1786; Dortmund: Harenberg 1984 (= Die bibliophilen Taschenbücher Nr. 444); Lizenz d. Biblio-Verl. Osnabrück als: Das altpreussische Heer; Teil 3, Bd. 3, 4 u. 5; ISBN 3-88379-444-9. Band I: Infanterie I; Band II: Infanterie II.
  • Georg Tessin: Die Regimenter der europäischen Staaten im Ancien Régime des XVI. bis XVIII. Jahrhunderts; 3 Bände; Biblio Verlag: Osnabrück 1986-1995. ISBN 3-7648-1763-1. S. 110.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vgl. Tessin 1986: 110
  2. Tagebuch des Junkers von Barsewitsch zit. nach Bleckwenn

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