Altpreußisches Infanterieregiment No. 7
Regimenter der Frühen Neuzeit
Übersicht Liste der Stehenden Heere der Frühen Neuzeit
Territorium Preußen
Gattung Infanterie
Nummer No. 7
Stammliste Altpreußische Infanterieregimenter
Alternativname bis 1806 nur nach Regimentschefs
Gründung 1676
Garnison zunächst Berlin-Cölln, Potsdam, Magdeburg, 1716 Stettin/Wismar, 1719 Stettin, Wollin (bis 1733)
Kanton/Werbung Berlin, später Pommern
Regimentschefs 1676 Dorothea von Brandenburg, 1688 Carl Philipp von Brandenburg-Schwedt, 1695 Christian Ludwig von Brandenburg, 1734 Friedrich Casimir von Botzheim, 1737 Carl Wilhelm von Bredow, 1741 August Wilhelm von Braunschweig-Bevern ("Alt-Bevern"), 1781 Karl Ludwig von Winterfeld, 1784 Wilhelm Heinrich von der Goltz, 1790 Karl Eduard von Tiedemann, 1790 Karl Philipp von Owstien
Schlachten 1705 Cassano, 1706 Calcinato, 1706 Turin, 1708 Lille, 1710 Aire, 1715 Stralsund, 1741 Mollwitz, 1742 Chotusitz, 1744 Prag, 1645 Hohenfriedberg, 1756 Lobositz, 1757 Prag, 1757 Kolin, 1757 Roßbach & Leuthen (Grenadiere im Bat. mit No. 30), 1758 Zorndorf, 1759 Kunersdorf, 1760 Torgau, 1762 Freiberg
Kriege Spanischer Erbfolgekrieg, Österreichischer Erbfolgekrieg, Siebenjähriger Krieg
Verbleib Das Regiment war 1806 Teil des Reserve-Corps. Später: neupreußisches Grenadier-Regiment Nr. 2.

Das Infanterieregiment mit der späteren Nummer No. 7 war ein altpreußisches Regiment zu Fuß, das 1676 als Abspaltung vom Garderegiment (später No.1) errichtet wurde. Im 18. Jahrhundert hatte es seinen Standort in Stettin (Pommern).

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Geschichte

Das Regiment wurde aus Einheiten des damaligen Garderegiments (später No.1) errichtet. Die Garde war im Zuge des Holländischen Krieges gegen Frankreich auf der Seite der kaiserlichen Truppen in das Elsass ausgerückt und ließ 4 Kompanien zurück, die zum neuen Hausregiment der brandenburgischen Kurfürstin Dorothea zusammen gefasst wurden.

Garnison, Ersatz und soziale Verhältnisse

Zunächst befand sich die Garnison in Berlin-Cölln, später war die Garnison in Stettin (Pommern). In seinen Lebenserinnerungen des preußischen Offiziers Christian Wilhelm von Prittwitz werden die Verhältnisse in der Stettiner Garnison ausführlich geschildert. [1] Prittwitz stellt auch die desolaten Verhältnisse in den Regimentern des Ancien Régimes dar.

Beurteilung

In den Lebenserinnerungen des schlesischen Offiziers Prittwitz wird das Regiment als „schönes und an Größe sehr ausgezeichnetes Regiment“ bezeichnet, „welches außer der Garde eines der vorzüglichsten in der Armee gewesen“.[2] Das Regiment hatte vor dem Siebenjährigen Krieg einen hervorragenden Ruf, wurde allerdings in der Schlacht bei Kolin nahezu eliminiert; Verlust: über 1000 Mann. Die mit neuen Rekruten mangelhaft aufgefüllten Reste konnten den alten Ruf nicht mehr herstellen. Bei Zorndorf geriet das Regiment in Panik. Friedrich II. ließ in einer Kabinettsordre 1774 verlauten: „Dergleichen Betragen lässt sich ebensowenig rechtfertigen als vergessen.“ [3].

Verbleib und Nachfolge

Das Regiment war 1806 Teil des Reserve-Corps. Das spätere neupreußische Grenadier-Regiment Nr. 2 führte die Tradition fort, in der Reichswehr IR 5, 1. und zweite Kompanie.

Uniform, Ausrüstung

Christian Ludwig von Brandenburg im Harnisch - Der Markgraf wird hier als der Chef seines Regimentes zu Fuß (1806: No. 7). dargestellt, denn als solcher trug er den roten Offiziersrock, der unter Friedrich Wilhelm I. blau wurde. Die Darstellung fällt also in die Jahre vor 1715, als noch Friedrich I. regierte. (Gemälde von Antoine Pesne, um 1710-12)

In der Mitte des 18. Jahrhunderts bestand die Regimentsuniform aus einer blauen Uniformjacke mit rosa Aufschlägen (Rockschoß rot). Das Kamisol war beigefarben. Auf der Brust und den schwedischen Ärmelaufschlägen befanden sich keine Schleifen. Knöpfe waren zinkfarben. Die Mütze der Grenadiere war rosa und weiß, Silbermessingbeschlag mit einem rosa Püschel. Die Regimentsfahne war dunkelblau mit roten Strahlen.

Siehe auch

Literatur

  • Hans Bleckwenn: Die friderizianischen Uniformen: 1753 - 1786; Dortmund: Harenberg 1984 (= Die bibliophilen Taschenbücher Nr. 444); Lizenz d. Biblio-Verl. Osnabrück als: Das altpreussische Heer; Teil 3, Bd. 3, 4 u. 5; ISBN 3-88379-444-9. Band I: Infanterie I.
  • Curt Jany: Geschichte der Preußischen Armee vom 15.Jahrhundert bis 1914. 4 Bände, Biblio Verlag, Berlin 1928-1933 - kommentierter Neudruck Osnabrück 1967.
  • Christian Wilhelm von Prittwitz: Unter der Fahne des Herzogs von Bevern; Breslau 1935. Ergänzte und ausgewählte Ausgabe unter dem Titel: "Ich bin ein Preuße…" Jugend und Kriegsleben eines preußischen Offiziers im Siebenjährigen Kriege (=Quellen und Schriften zur Militärgeschichte Band 2); Verlag M. Hüttemann, Paderborn 1989.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. vgl. Prittwitz 1989: 22ff
  2. Prittwitz 1935: 58
  3. zit. nach Jany 1984: II 493

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