Altpreußisches Kürassierregiment K 13
Regimenter der Frühen Neuzeit
Übersicht Liste der Stehenden Heere der Frühen Neuzeit
Territorium Preußen
Gattung Kürassiere
Nummer K 13
Stammliste Altpreußische Kavallerieregimenter
Alternativname Garde du Corps
Gründung 1740
Garnison Berlin, Potsdam, Charlottenburg
Kanton/Werbung Verdiente Mannschaften der Kavallerie[1]
Regimentschefs Otto Friedrich von Blumenthal (1740), Georg Christoph von Jaschinsky (1744), Johann August von Blumenthal (1747), Wilhelm Dietrich von Wackenitz (1758), Karl Heinrich von Schätzell (1760), Karl Baron von Mengden (1773), Karl Wilhelm von Byern (1785)
Schlachten Hohenfriedberg (1745), Prag (1757), Lobositz (1757), Roßbach (1757), Leuthen (1757), Zorndorf (1759), Liegnitz (1760), Hochkirch (1760), Torgau (1760) >
Kriege Österreichischer Erbfolgekrieg, Siebenjähriger Krieg, >> Koalitionskriege
Verbleib Das Regiment konnte sich 1806 geschlossen von Thüringen nach Ostpreußen absetzen und bestand bis 1918.
Offizier der Gardes du Corps in kleiner Uniform, 1815
Offizier der Gardes du Corps in großer Uniform, 1815

Das Regiment der Gardes du Corps[2] war ein Kürassier-Regiment in der Garde Kavallerie der preußischen Armee. Es wurde 1740 von Friedrich II. von Preußen als 13. Kürassierregiment gegründet (K 13).

Inhaltsverzeichnis

Errichtung 1740

Mit Allerhöchster-Kabinetts-Order (A.K.O.) vom 23. Juni 1740 wurde in Charlottenburg die Aufstellung einer Lehr-Eskadron Gardes du Corps mit Gardecharakter befohlen. Es war nicht nur die persönliche Leibwache für den König, sondern auch ein Muster-Einheit für die zu reformierende preußische Kavallerie, die in der Schlacht bei Mollwitz am 10. April 1741 völlig versagt hatte und umstrukturiert werden musste.

Erst im Siebenjährigen Krieg traten Feld-Eskadrons hinzu, und die Einheit wurde aufgestockt. Dem so entstandenen Regiment wurde in der Armee-Liste der erste Rang zugewiesen. Somit waren die Gardes du Corps die vornehmste Einheit der königlich preußischen Kavallerie und blieben es bis zu ihrer Auflösung. Das Regiment führte in der Stammliste von 1806 zwar noch die Nummer 13 der Kürassier-Regimenter, nahm aber beim Exerzieren sowie bei Paraden stets den ersten Platz ein.

Im Jahre 1753 wurde dem Regiment als neue Garnison Potsdam zugewiesen. 1914 bestand das Regiment aus fünf Eskadrons, jede zu zwei Kompanien; die 1. Kompanie hieß Leibkompanie, ihr Chef war der jeweilige König von Preußen, der auch immer der Chef des gesamten Regiments (Regimentschef) war. Die Pferde der Gardes du Corps waren allesamt von dunkelbrauner Farbe.

Verbandszugehörigkeit 1914

  • 1. Garde-Kavallerie-Brigade Berlin - Kommandeur: Oberst von Baerensprung
  • Regimentskommandeur 1914: Major Graf von der Schulenburg
  • Garnison: Potsdam

Teilnahme an Kampfhandlungen, sonstige Aktivitäten

Kürassiere des Regimentes in Potsdam

Österreichischer Erbfolgekrieg

Im Österreichischen Erbfolgekrieg nahm das Regiment an den preußisch-österreichischen Kampfhandlungen in Schlesien teil, insb. an der Schlacht bei Hohenfriedberg am 4. Juni 1745.

Siebenjähriger Krieg

Im Siebenjährigen Krieg beteiligte sich das Regiment an folgenden Schlachten: Lobositz, Prag, Kolin (eine Eskadron),Roßbach, Leuthen, Zorndorf, Hochkirch, Liegnitz und Torgau.

Koalitionskriege

Nach der Niederlage konnte sich das Regiment als geschlossener Verband nach Königsberg absetzen.

  • Befreiungskriege 1813/1815

Teilnahme an der Schlacht bei Großgörschen, bei Bautzen und bei Heinau. Teilnahme an der Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 18. Oktober 1813) Einmarsch in Paris am 31. März 1815. Nach der Niederlage Napoleons in der Schlacht bei La Belle Alliance (18. Juni 1815) zweiter Einmarsch in Paris am 22. Juli 1815. Vom 4. Oktober bis 2. Dezember 1815 Rückmarsch nach Berlin und Potsdam.

Deutsch-Dänischer Krieg

Deutscher Krieg

Deutsch-Französischer Krieg

  • Der Krieg gegen Frankreich sah die Kürassiere nur in geringfügige Kampfhandlungen bei St. Privat, Sedan und der Belagerung von Paris verwickelt. Nach dem Waffenstillstand im Februar 1871 wurde das Regiment der Besatzungstruppe zugeteilt. Hier blieb es bis Anfang Juni 1871 und kehrte dann in seine Heimatgarnison zurück, wo es 13. Juni eintraf. Am 16. Juni 1871 ritt das Regiment im Zuge der Siegesparade durch das Brandenburger Tor in Berlin ein.

1914/18 Erster Weltkrieg

Soldaten des Regiments 1913 in Potsdam
  • Nach der Mobilmachung Ausmarsch nach Belgien und Teilnahme an der Marneschlacht.
  • August 1914: Vormarsch bis zur Marne
  • am 28.August 1914 befand sich die 1.und 3. Eskadron bei Fere en Tardenois/nördlich Chateau Thierry
  • Anfang September 1914 Rückzug zur Aisne
  • Danach bis Dezember 1914 Stellungskämpfe an der Aisne.
  • Vom Dezember 1914 bis Juli 1915 Grenzschutz an der belgisch-holländischen Grenze.
  • Ab August 1915 Verlegung an die Ostfront, Teilnahme an den offensiven Kämpfen in Russisch-Polen und Galizien.
  • Von Oktober 1915 bis Mitte Juli 1917 Stellungskämpfe bei Pinsk und Kowel. Danach wieder beritten gemacht und bei den Angriffskämpfen in Galizien eingesetzt.
  • Anschließend bis Februar 1918 Verlegung nach Kurland und Livland zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung. Dieses schloß auch die Bekämpfung von Zusammenschlüssen bewaffneter russischer Deserteure und sonstiger, nicht dem Kombattantenstatus angehörender bewaffneter Gruppierungen der ortsansässigen Bevölkerung ein.
  • Im April 1918 Abtransport in die Ukraine, um dort die Ordnung wieder herzustellen.
  • Am 9. November befand sich das Regiment in Jampol und erhielt dort am 12. November 1918 den Befehl zur Räumung der Ukraine.

Am 13. und 14. Februar 1919 traf das Regiment wieder in Potsdam ein, wo am 16. Februar die Demobilisierung der Einheit begann.

Uniform

Lückenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Es wird nur auf die Uniformierung kurz vor dem Ersten Weltkrieg abgezielt

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Uniform des Corps - historisierende Darstellung von 1919

Bis 1912 wurde auch im Felde ein weißer Koller und weiße Stiefelhosen getragen. Offiziere waren mit Epauletten, Unteroffiziere und Mannschaften mit Schulterklappen ausgestattet. Dazu kamen schwarze Kürassierstiefel (sogenannte Kanonenstiefel) und der Kürassierhelm aus Tombak mit neusilbernen Abzeichen, sowie ein weißes Bandelier mit schwarzer Kartusche. Bei Paraden wurde zusätzlich ein weißmetallener, zweiteiliger Küraß angelegt und auf dem Helm die Spitze durch einen silbernen Adler ersetzt. Die Musiker führten anstelle der Spitze einen roten Rosshaarbusch. Auf dem Helm befand sich vorn der Gardestern.

Zum normalen Dienst trugen die Kürassiere einen dunkelblauen Waffenrock. Als Gesellschaftsuniform war dieser bei Offizieren mit Epauletten und Fransen ausgestattet, allgemein wurde ein tombakfarbener Ringkragen mit silbernen Abzeichen getragen. Dazu gehörte eine weiße Schirmmütze mit rotem Besatzstreifen.

Die Abzeichenfarbe auf den schwedischen Aufschlägen, dem Kragen und den Epaulettenfeldern war rot, die Knöpfe und Borten silbern.

Zum Galawachtanzug wurde eine ärmellose, rote Weste, die sogenannte Supraweste über den Koller angezogen. Auf Front und Rücken der Weste befand sich, groß dimensioniert, je ein gestickter Stern des Schwarzen Adlerordens.

Bereits mit A.K.O. vom 14. Februar 1907 befohlen und ab 1909/1910 schrittweise eingeführt, wurde anlässlich des Kaisermanövers 1913 die bunte Uniform erstmalig durch die feldgraue Felddienstuniform (M 1910) ersetzt. Das Lederzeug und die Stiefel waren naturbraun, der Helm wurde durch einen schilffarbig genannten Stoffüberzug bedeckt. Das Bandelier und die Kartusche wurden zu dieser Uniform nicht mehr angelegt.

Besonderheiten

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Das Regiment der Gardes du Corps verfügte als vornehmstes Kavallerieregiment der preußischen Armee und der ihr angeschlossenen Armeen über eine Vielzahl von Besonderheiten:

  • In der Rangliste der preußischen Truppen nahm das GdC den zweiten Platz unmittelbar hinter dem Ersten Garde Regiment zu Fuß (EGR) ein. Das zeigte sich unter anderem darin, dass beim Neujahrsempfang des Kaisers und Königs die Offiziere des GdC unmittelbar nach denen des EGR und damit noch vor den Fürsten und Botschaftern vor den Thron geführt wurden.
  • Die Offizierkorps der Kavallerieregimenter hatten allgemein einen höheren Anteil adliger Offiziere, als die anderer Truppengattungen. Im GdC gab es noch 1913 außer den 5 Ärzten und Tierärzten keinen einzigen bürgerlichen Offizier. Von den 34 Offizierstellen wurden 20 durch Fürsten und Grafen besetzt. Der Anteil des Hoch- und Uradels nahm damit im GdC einen Spitzenplatz im Vergleich aller Regimenter ein. Philipp zu Eulenburg, der im GdC gedient hatte, nannte sein Regiment "die eleganteste der eleganten Garden"[3].
  • Bei Hofbällen musste sich ein besonders großer Offizier des GdC stets in der Nähe des Kaisers und Königs aufhalten. Als einziger Anwesender musste dieser Offizier auch während der gesamten Veranstaltung den Helm mit Adler auf dem Kopf tragen. Zweck dieser Bestimmung war die leichte und schnelle Auffindbarkeit des Kaisers und Königs in den Sälen im Fall eiliger Meldungen oder Depeschen.
  • Als einziges Kürassierregment hatte das GdC zwei Sätze von Kürassen. Neben den blank polierten, hatte jeder Kürassier noch einen zweiteiligen (Brust- und Rückenstück) schwarzen Kürass. Die schwarzen Kürasse hatte der russische Zar dem Regiment 1814 als Zeichen der Freundschaft und Bündnistreue zum Geschenk gemacht.
  • Der Kesselpauker des GdC musste einen besonders prächtigen und ansehnlichen Bart haben, der sogar in den einschlägigen Vorschriften genau beschrieben war.
  • Der inoffizielle Wahlspruch des Regiments war Adelheit es ist soweit. Damit wurde auf einen Ausspruch des Rittmeisters Achatz von Wacknitz in der Schlacht von Roßbach angespielt. Adelheit steht dabei nicht als Frauenname, sondern für den Adel oder adlige oder ritterliche Gesinnung.

Tradition

Die Tradition übernahm 1934 die 1. Eskadron des Reichswehr-Reiter-Regiments Nr. 4 (Potsdam). Zuletzt führte das Panzerbataillon 24 in Braunschweig bis zu seiner Auflösung dessen Tradition fort.

Die Regimentsstandarte der Gardes du Corps ist erhalten und befindet sich heute im Zeughaus (Deutsches Historisches Museum) zu Berlin, nachdem sie bis 1991 auf der Burg Hohenzollern am Sarg Friedrichs des Großen aufbewahrt worden war.

Einzelnachweise

  1. Bleckwenn 1984: 75
  2. Obwohl im Singular Garde und im Plural Gardes, wird nur dieses Regiment, das eigentlich Garde du Corps heißen müsste, als Gardes du Corps bezeichnet.
  3. Vgl. Eulenburg, Aus fünfzig Jahren, Berlin 1923, S. 49.

Literatur

  • Bleckwenn, Hans: Die friderizianischen Uniformen 1753-1786; 4 Bände; Dortmund 1984; Band III: Berittene Truppen; ISBN 3-88379-444-9.
  • Schulz, Hugo F.W.: Die Preußischen Kavallerie-Regimenter 1913/1914, Weltbild Verlag, 1992
  • Kraus, Jürgen: Die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg Militaria Verlag, Wien 2004
  • Stamm-, Rang- und Quartierliste des Königlich Preußischen Heeres und des XIII. Kgl. Württembergischen Armeekorps, Berlin 1913
  • D.V.E.Nr. 317 Bekleidungsvorschrift für Offiziere etc., Berlin 1911

Weblinks


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