Altreich (Rumänien)
Wappen Rumäniens von 1881 bis 1921

Als Altreich (rumänisch "Regatul Vechi" oder "Regat") wurde nach dem Ersten Weltkrieg jenes Gebiet Rumäniens bezeichnet, das schon vor dem Krieg zu diesem Staat gehört hatte. Im Jahre 1881 wurde das Land unter König Carol I. vom Fürstentum zum Königreich Rumänien umgewandelt. Das Land bestand aus folgenden historischen Regionen: Moldau, Walachei und Dobrudscha (einschließlich der Schlangeninsel).

Infolge des Zweiten Balkankrieges kam 1913 auch die Süddobrudscha hinzu.

König Karl I. (regierte von 1866 bis 1914)

Unter dem Nachfolger König Carols, seinem Neffen Ferdinand I., kommt es im Jahre 1918 durch den Zusammenschluss mit Siebenbürgen, dem Banat und Kreischgebiet, der Bukowina und Bessarabien zur Bildung von Großrumänien.

Rumänien 1878-1913

Im Ergebnis des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages vom 28. September 1939 wurden Deutsche aus rumänischen Gebieten, die von Hitler im geheimen Zusatzprotokoll der Sowjetunion zugesprochen worden waren, in das damalige Reichsgebiet überführt. Anschließend vereinbarte Hitler mit der rumänischen Führung auch die Umsiedlung der Deutschen aus der Süd-Bukowina und dem rumänischen Altreich, wovon insgesamt 214.630 Personen betroffen waren. Laut der Volkszählung von 1930 lebten im rumänischen Altreich 12.581 Deutsche in der Dobrudscha (Dobrudschadeutsche) und weitere 32.366 Deutsche in der Walachei bzw. in der westlichen Moldau[1]. Diese wurden als Regatsdeutsche bezeichnet.

Außerdem sollten allein aus dem Gebiet des Altreichs samt Bessarabien rund 342.000 Juden "im Zuge der Endlösung ... zum Arbeitseinsatz kommen"[2].

Anders als oft vermutet wird, gehört nicht das ganze Gebiet des Altreiches zum heutigen Rumänien. Das Herza-Gebiet, die Schlangeninsel, sowie ein paar Inseln in der Donaudelta (Tătarul Mic, Tătarul Mare, Daleru Mic, Daleru Mare, Maican und Limba) gehören ab 1947/1948 der Sowjetunion, heute der Ukraine.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. http://www.isha-international.org/carnival/revista_erasmus/nr13_2002.pdf
  2. Protokoll der Wannseekonferenz vom 20. Jan. 1940

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