2. Garde-Ulanen-Regiment
Denkmal in Berlin Moabit

Das 2. Garde-Ulanen-Regiment war eine Kavallerieeinheit der Preußischen Armee.

Inhaltsverzeichnis

Organisation und Verbandszugehörigkeit 1914

Kommandierender General: General der Infanterie, General-Adjutant Karl von Plettenberg
Kommandeur: Generalleutnant Manfred von Richthofen
Kommandeur: Oberst und Flügeladjutant Freiherr von Senden

Aufstellung

Auf Anordnung des damaligen Königs Friedrich Wilhelm III. wurde 1817 in dem zu Preußen gehörenden Großherzogtum Posen die Posensche Garde Landwehr Eskadron aufgestellt. Der Aufstellungsbefehl erfolgte durch Erlass des Kriegsministers von Boyen am 10. Februar 1817. Mit allerhöchster Kabinettsorder (A.K.O.) vom 17. April wurden der Eskadron abwechselnd die Garnisonen Berlin und Posen zugewiesen. Aufstellungsort war Posen. Die am 7. Juni 1818 aufgestellte Litthauische Garde-Landwehr-Eskadron und die am 18. November aufgestellte Thüringische und Clevische Garde-Landwehr-Eskadron wurden im Jahre 1819 mit der Posenschen Eskadron zum Garde-Landwehr-Kavallerie-Regiment verschmolzen. Erster Regimentskommandeur war Major von Trotha. Das Regiment wurde 1819 in die Garnison nach Potsdam verlegt. Durch A.K.O vom 3. August 1821 wurde es um weitere vier Eskadrons aufgestockt und nunmehr in das 1. und 2. Garde-Landwehr-Kavallerie-Regiment geteilt. Am 30. März 1826 erhielt das Regiment die Bezeichnung 2. Garde-Ulanen (Landwehr)-Regiment, was am 2. Oktober 1851 durch A.K.O nochmals in die nunmehr endgültige Bezeichnung 2. Garde-Ulanen-Regiment geändert wurde. Bis zum Krieg von 1870/71 waren Berlin und Charlottenburg die Standorte, danach zog die Einheit in die neu erbaute Kaserne in Berlin-Moabit.

Im Jahre 1913 wurde der im Juni 1871 auf den 3. August 1821 festgesetzte Stiftungstag des Regiments mit dem 27. Februar 1819 neu festgelegt.

Uniform

Die Ulanen trugen die typische Uniform mit der doppelten Knopfreihe auf dem Ulanka genannten Waffenrock. Diese war mit sog. polnischen Aufschlägen und gelben Gardelitzen ausgestattet. Zur Parade wurde auf der Vorderseite eine Paraderabatte eingeknöpft. Die Abzeichenfarbe war ponceaurot und wurde auf den Ärmelaufschlägen, Kragen, Schulterstücken, Passepoils, Mützenband, Tschapkarabatte, Paraderabatte und Passanten getragen. Beschlag und Knöpfe waren gelb. An der Vorderseite der Tschapkaglocke befand sich der Gardeadler mit aufgelegtem Gardestern. Dazu wurde ein weißer Roßhaarbusch getragen.

Bereits mit A.K.O. vom 14. Februar 1907 befohlen und ab 1909/1910 schrittweise eingeführt, wurde anlässlich des Kaisermanövers 1913 die bunte Uniform erstmalig durch die feldgraue Felddienstuniform (M 1910) ersetzt. Das Lederzeug und die Stiefel waren naturbraun, die Tschapka wurde durch einen schilffarbig genannten Stoffüberzug bedeckt. Das Bandelier und die Kartusche wurden zu dieser Uniform nicht mehr angelegt.

Einsätze

1848 wurden die Ulanen während Berliner Barrikadenkämpfen eingesetzt.

Erste Kriegshandlungen erlebte das Regiment im Krieg von 1866, wo es in Schlesien und Böhmen eingesetzt wurde, ohne jedoch in größere Kämpfe verwickelt worden zu sein.

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 operierten die 2. Garde-Ulanen zunächst in Lothringen mit darauffolgendem Vormarsch durch die Ardennen auf Paris, wo sie der Belagerungstruppe zugeteilt waren. Zu Beginn des Jahres 1871 wurde das Regiment nach Nordfrankreich verlegt und in der Gegend von St. Quentin und Amiens eingesetzt. In diesem Krieg hatte das Regiment nur geringe Verluste, zwölf Mann verwundet und zwanzig Mann krank.

1914 rückte das Regiment nach der Mobilmachung im Verband der 2. Garde-Division in Belgien ein. Es rückte kämpfend bis zur Marne vor und wurde nach dem allgemeinen Rückzug zunächst bei Reims sowohl im Stellungskampf als auch im Melde- und Bereitschaftsdienst verwendet. Ende September 1914 wurde das Regiment aufgeteilt- Stab, 3. und 4. Eskadron (2. Halb-Regiment) wechselten zur 2. Kavallerie-Division und schieden somit aus dem Gardekorps aus. Die 1. und 2. Eskadron (1. Halb-Regiment) verblieben als Divisionskavallerie bei der 2. Garde-Division. Diese Trennung bestand bis Kriegsende.

1. Halb-Regiment: Es verblieb bis Ende November sowohl im Patrouillen- als auch im Schützeneinsatz an der Westfront. Am 20. November 1914 verlegte es nach Russisch-Polen und wurde dort in Stellungskämpfen eingesetzt. Als im August 1915 Bewegung in die Front kam, rückten die Ulanen auf Wilna vor, um dort wieder als Kavallerieschützen eingesetzt zu werden. Ende Oktober 1915 verlegte das Halb-Regiment nach Kurland und war an der Einnahme von Riga beteiligt. Im November 1917 verlegte die Einheit zurück in den Westen, wo die 3. Eskadron bei der 202. Division und die 4. Eskadron bei der 1. Reserve-Division als Divisionskavallerie bis zum Ende des Krieges eingesetzt wurden.

2. Halb-Regiment: Es verblieb zunächst an der Westfront, wo es dem Leib-Garde-Husaren-Regiment und dem Dragoner Regiment Nr. 6 zugeteilt war. Es verlegte im April 1915 nach Galizien, kehrte jedoch bald darauf wieder in den Westen zurück. Im Jahre 1917 erfolgte nochmals ein kurzer Einsatz an der Ostfront (Kämpfe vor Wilna) danach Rückkehr nach dem Westen, wo es bis zum Kriegsende als Divisionskavallerie im Einsatz war.

Ende des Monats Dezember 1918 kehrten die Eskadrons nach Berlin zurück, wo das Regiment zunächst demobilisiert und dann 1919 aufgelöst wurde.

Die Tradition übernahm in der Reichswehr die 4. Eskadron des 4. (Preußisches) Reiter-Regiment in Perleberg.

Kommandeure

  • Oberstleutnant/Oberst Otto von Garnier vom 1. Oktober 1903 bis 12. September 1906

Literatur

  • Hugo F.W. Schulz: Die Preußischen Kavallerie-Regimenter 1913/1914. Weltbild, Augsburg 1992, ISBN 3-89350-343-9.
  • Max Hein: Das kleine Buch vom Deutschen Heere. Lipsius und Tischer, Kiel 1901.
  • Johann David von Dziengel: Geschichte des Königlichen Zweiten Ulanen-Regiments : zugleich enthaltend: Die Geschichte der Towarczys von 1675; die Geschichte der Bosniaken von 1745; des Tartaren-Pulks von 1795; der Towarczys von 1800, als der zum Theil den Stamm bildenden Truppen ; mit Beiträgen zur Biographie der bekannten Generale v. Ruesch, v. Lossow, Freiherrn v. Günther und v. L'Estocq. - Potsdam : Riegel, 1858. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Weblinks


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