Altstadt (Schwerin)
Altstadt
Stadt Schwerin
Koordinaten: 53° 38′ N, 11° 25′ O53.62833333333311.415833333333Koordinaten: 53° 37′ 42″ N, 11° 24′ 57″ O
Fläche: 77 ha
Einwohner: 3.202 (31. Dez. 2009)
Postleitzahl: 19053, 19055
Karte

Lage der Altstadt in Schwerin

Die Schweriner Altstadt ist ein Stadtteil und der historische Kern der mecklenburg-vorpommerschen Landeshauptstadt Schwerin.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Blick vom Schweriner Dom in die Altstadt

Die 77 Hektar große Altstadt befindet sich am Westufer des als Innensee bezeichneten Südteils des Schweriner Sees und grenzt an die Stadtteile Schelfstadt im Norden, Werdervorstadt im Nordosten, Ostorf im Süden, die Feldstadt im Südwesten und die Paulsstadt im Westen. Zum Areal gehört der Burgsee der als Bucht durch die Schlossinsel und deren Brücken vom Schweriner See getrennt ist.

Geschichte

Schwerin vor 1651
Altstadt 1742
Baufällige Fachwerkhäuser auf dem Großen Moor im Jahr 1975

Hauptartikel: Geschichte Schwerins

Bereits aus dem Jahr 965 existieren Aufzeichnungen von einer Burg in einem Süßwassersee, welche von Historikern Schwerin zugerechnet wird. Angesichts der übermächtigen herannahenden Truppen Heinrichs des Löwen lässt der Obotritenfürst Niklot 1160 die Burg niederbrennen. Nach dem Sieg Heinrichs über Niklot, erfolgt die Gründung der Stadt Schwerin und der Wiederaufbau der Burg. Um 1171 wird der erste Dom gestiftet. Die Stadt war vorerst durch einen hölzernen Wall gesichert. Der seit 1284 durch Aufstauung des Aubachs entstandene Mühlenteich (später: Pfaffenteich) reichte einst noch bis südlich des heutigen Marienplatzes. Die Stadt war über den dort befindlichen Damm der Grafenmühle zugänglich. Die hölzerne Stadtbefestigung wurde erst ab dem 14. Jahrhundert durch eine Mauer ersetzt, welche die sich parallel zur Altstadt entwickelnde Schelfe nördlich Schwerins nicht mit einfasste. Später entstand ein neuer Zugang durch das Schmiedetor und die Schmiedestraße. Die Stadtbefestigung wurde bis ins endende 18. Jahrhundert unter Nutzung der Wasservorkommen weiter ausgebaut und mit erfolgender Ausdehnung der Wohnbebauung nach und nach wieder eingerissen. Reste der Stadtmauer sind bis heute in der Burgstraße erhalten.

Bei Bränden in den Jahren 1531, 1558 und 1561 wurden große Teile der altstädtischen Bausubstanz zerstört. Mit Ausnahme des Schweriner Doms, des Domhofs und einiger Teile des Schlosses sind heute kein Bauwerke erhalten, die vor dem 17. Jahrhundert entstanden sind. Geprägt ist die Altstadt vom Historismus des 19. Jahrhunderts. Durch Rückverlegung der herzoglichen Residenz von Ludwigslust nach Schwerin im Jahr 1837 lebte neben der Wirtschaft auch die Bautätigkeit wieder auf. Unter dem Einfluss des 1841 zum Hofbaumeister berufenen Georg Adolph Demmler wurden repräsentativen Bauten und das umgestaltete Schweriner Schloss errichtet.

Seit 1968 entstanden neue Wohngebäude in Plattenbauweise auf dem Großen Moor in der Altstadt, nachdem alte, vernachlässigte Bausubstanz dort abgerissen und am Burgsee aufgeschüttet wurde. Die monotone Erscheinung der Plattenbauten wurde nur durch Beibehaltung historischer Straßenführungen, teilweise Klinkerverblendung der Fassaden sowie die Anschrägung der Dächer aufgelockert. Erst in den 1980er Jahren wurden auch vereinzelt Fachwerkbauten saniert.

Umfangreiche Sanierungen am Schloss und an historischen Gebäuden der Altstadt fanden nach jahrelangem Verfall erst nach der politischen Wende statt. Mit dieser entstanden auch innerstädtische Einkaufszentren und -passagen wie die Burgseegalerie, der Wurm und das Schlossparkcenter.

Sehenswürdigkeiten

Galerie

Verkehrsanbindung

Am Marienplatz befindet sich der zentrale Umsteigepunkt des Nahverkehrs der Stadt. Drei der vier Straßenbahn- sowie mehrere Buslinien treffen hier aufeinander. Der Hauptbahnhof befindet sich im benachbarten Stadtteil Paulsstadt, der nach 1990 eingerichtete Haltepunkt Schwerin Mitte liegt auf der Grenze zur Feldstadt.

Teile der Altstadt sind als Fußgängerzone ausgewiesen.

Literatur

  • Sabine Bock: Schwerin - die Altstadt. Stadtplanung und Hausbestand im 20. Jahrhundert (Beiträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege in Mecklenburg und Vorpommern, Bd. 1), Thomas Helms Verlag, Schwerin 1996. ISBN 3-931185-08-7
  • Bernd Kasten, Jens-Uwe Rost: Schwerin. Geschichte der Stadt, Thomas Helms Verlag, Schwerin 2005. ISBN 3-935749-38-4

Weblinks

 Commons: Altstadt (Schwerin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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