Ike Turner


Ike Turner
Ike Turner, 1997
Long Beach Blues Festival

Ike Turner (* 5. November 1931 in Clarksdale, Mississippi, USA; † 12. Dezember 2007 in San Marcos, Kalifornien), (eigentlich Izear Luster Turner Jr.[1] oder Ike Wister Turner) war ein US-amerikanischer Musiker (Piano, Gitarre, Bass) und Produzent.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Turner war der Sohn der Näherin Beatrice Cushenberry und des Baptistenpfarrers Izear Luster Turner. Seine musikalische Karriere verdankte Turner seinem Klavierlehrer Pinetop Perkins, der ihm Boogie-Woogie beibrachte, den Turner später zu einer frühen Form des Rock 'n' Roll weiterentwickelte. Turners 1951 erschienene Single „Rocket 88“ gilt heute allgemein als eine der ersten Rock-’n’-Roll-Aufnahmen. Die Aufnahme erschien unter dem Namen von Jackie Brenston und seinen Delta Cats, wurde aber von Ike Turner und seinen „Kings of Rhythm“ gespielt, bei denen Brenston Saxophon spielte und sang.

Turner gilt als Wegbereiter der klassischen Soul-Musik, die er in der „Ike and Tina Turner Revue“ einem großen Publikum darbot. Er war 16 Jahre lang, von 1962 bis '78, mit Tina Turner verheiratet, die sich allerdings bereits 1976 von ihm trennte. Die Ehe wurde 1978 aufgrund seiner Drogensucht, mehrfachen Ehebruchs und schwerer Gewalttätigkeiten gegen seine Frau geschieden. Unter anderem warf ihm seine Frau Tina Vergewaltigung vor. 1989 wurde Ike Turner wegen Drogenbesitzes zu einer 17-monatigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Zu Turners bekanntesten Aufnahmen gehören „A Fool In Love“, „It's Gonna Work Out Fine“, „I'm Blue“, „I Wanna Take You Higher“, „Nutbush City Limits“, „Proud Mary“. Als Meisterwerk von Ike und Tina Turner gilt „River Deep − Mountain High“, eine von Phil Spector produzierte Popsymphonie, deren Produktion 1966 22.000 Dollar kostete. 1991 wurden Ike und Tina Turner in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen[2]. Sein Album „Here And Now“ brachte Ike Turner 2001 eine Grammy-Nominierung ein. Im Jahr 2004 wurde er mit einem „Grammy Heroes Award“ ausgezeichnet. Die Stadt St. Louis verlieh ihm einen Stern auf dem berühmten „St. Louis Walk of Fame“. Ein Jahr später wurde Ike Turner in die „Blues Hall of Fame“ aufgenommen. Im selben Jahr arbeitete er zusammen mit der Comic-Band Gorillaz an dem Album „Demon Days“. In Deutschland war er 2006 bei der „Nokia Night of the Proms“ live zu sehen. Sein Album „Risin' With The Blues“ erhielt am 11. Februar 2007 den Grammy in der Kategorie „Best Traditional Blues Album“.

Ike Turner starb am 12. Dezember 2007 im Alter von 76 Jahren in seinem Haus in San Marcos bei San Diego. Seine Witwe Jeanette Bazzell Turner gab keine Todesursache bekannt, sagte aber, Turner hätte bereits ein Lungenemphysem erlitten.[3] [4] Untersuchungsergebnissen zufolge starb er an einer Überdosis Kokain.[5] Die beiden Musiker hatten 1995 geheiratet. Die Beisetzung fand am 21. Dezember 2007 in Gardena (Kalifornien) statt − in Form einer Mischung aus Trauerfeier und Rockkonzert.[6]

Ehen und Kinder

Nach eigenen Angaben war Ike Turner mit vierzehn Frauen verheiratet. Die Ehen mit Lorraine Taylor, Ann Thomas, Anna Mae Bullock (besser bekannt als Tina Turner) und Jeanette Bazzell Turner waren wohl offiziell. Die Ehe mit Tina Turner wurde von ihm selbst später aber bestritten.

  • Bonnie Turner (1953; Pianistin)
  • Annie Mae Wilson (1954; Pianistin)
  • Lorraine Taylor
  • Anna Mae Bullock (1962-1978; Tina Turner)
  • Ann Thomas (1981; ehem. Ikette)
  • Jeanette Bazzell Turner (seit 1995; ehem. Ikette)

Kinder:

  • Ike jr. (* 1958; Mutter: Lorraine Taylor)
  • Michael (* 1959; Mutter: Lorraine Taylor)
  • Ronald Renelle (* 1960; Mutter: Tina Turner)
  • Mia (* 1969; Mutter: Ann Thomas)
  • Laut eigenen Aussagen in „Ich, Tina“ bekam er 1959/60 auch von einer Pat aus East St. Louis, an deren Nachnamen er sich nicht mehr erinnern könne, ein Baby.

Irrtümlich wird behauptet, dass Ike und Tina Turner zwei gemeinsame Kinder hätten. Tina Turners erster Sohn Raymond Craig (* 20. August 1958) stammt aus einer früheren Beziehung mit dem Musiker Raymond Hill. Ike und Tina haben die vier Söhne aber gemeinsam aufgezogen.[7]

Diskografie

  • Rocket 88 (1951)
  • Ike Turner & the Kings of Rhythm (1963)
  • Ike Turner Rocks the Blues (1963)
  • River Deep - Mountain High (1966)
  • A Black Man’s Soul (1969)
  • Get It Get It (1969)
  • Workin’ Together (1971)
  • Bad Dreams (1971)
  • Blues Roots (1972)
  • I'm Tore Up (1978)
  • Hey Hey (1984)
  • My Blue Country (1998)
  • Here and Now (2001)
  • A Black Man's Soul (2003)
  • Risin' with the Blues (2006)

Ikettes

Nach seinem Vornamen Ike leitete sich die Bezeichnung der Ikettes ab, die als Chor bei der Bühnenshow der „Ike and Tina Revue“ mitwirkten, aber auch Soloprojekte hatten und andere Künstler begleiteten.

Autobiografie

  • Ike Turner und Nigel Cawthorne: Takin' Back My Name. The Confessions of Ike Turner. Newstar Press, 1997, gebunden, ISBN 978-0787110444; neu aufgelegt bei Virgin Books, 1999, gebunden, ISBN 978-1852278502

Film

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Biographie bei Allmusic.com abgerufen 7. Juli 2009
  2. Rock and Roll Hall of Fame Ike and Tina Turner in der Rock and Roll Hall of Fame
  3. Jon Pareles: „Ike Turner, Musician and Songwriter in Duo With Tina Turner, Dies at 76“, New York Times, 13. Dezember 2007
  4. Jacek Slaski: „Nicht nur Macho, Ike Turner war Musiker, Produzent und Songschreiber. Legendär wurde er als umtriebiger Mentor und fieser Ehemann seiner Frau Tina − jetzt ist er mit 76 Jahren gestorben.“ Berliner Zeitung, 14. Dezember 2007
  5. „Rockmusiker Ike Turner: Todesursache Kokain“, Süddeutsche Zeitung, 17. Januar 2008
  6. „Rock-Pionier Ike Turner beigesetzt“, ORF News
  7. Tina Turner und Kurt Loder: Ich, Tina - Mein Leben, Goldmann Verlag, 1986

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