Altwilmsdorf
Stary Wielisław
Wappen fehlt
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Stary Wielisław (Polen)
DEC
Stary Wielisław
Stary Wielisław
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Kłodzko
Geographische Lage: 50° 23′ N, 16° 34′ O50.38333333333316.5666666666677Koordinaten: 50° 23′ 0″ N, 16° 34′ 0″ O
Einwohner: 950
Postleitzahl: 57-313
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DKL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: KłodzkoPolanica-Zdrój
Schienenweg: Kłodzko–Kudowa-Zdrój
Nächster int. Flughafen: Breslau

Stary Wielisław (deutsch Altwilmsdorf) ist ein Dorf im Powiat Kłodzki in der Woiwodschaft Niederschlesien. Es liegt acht Kilometer westlich von Kłodzko (Glatz), zu dessen Landgemeinde es gehört.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Stary Wielisław liegt an der historischen Straßenverbindung von Prag über Königgrätz und Glatz nach Breslau. Nachbarorte sind Szalejów Górny und Szalejów Dolny im Norden, Stary Szalejów Dolny (Niederaltwilmsdorf) im Osten, Starków und Starkówek im Süden, Nowy Wielisław im Westen und Wolany im Nordwesten. Südlich erhebt sich der 400 m hohe Plattenhübel (Polana).

Geschichte

Altwilmsdorf wurde als ein Reihendorf angelegt und nannte sich in älterer Zeit Wilhelmsdorf. Es gehörte zum Glatzer Land, mit dem es die Geschichte seiner politischen und kirchlichen Zugehörigkeit von Anfang an teilte und war schon im 13. Jahrhundert ein Pfarrort mit einer Pfarrkirche. Die erstmalige Erwähnung erfolgte in einer Ablassurkunde aus dem Jahre 1300.

In die Geschichte eingegangen ist das Dorf durch die Schlacht von Altwilmsdorf, die am 27. Dezember 1428 am nahen Roten Berge zwischen den Hussiten und Glatzer sowie schlesischen Heeren stattfand und bei der der Münsterberger Herzog Johann sowie rund 400 seiner Mitkämpfer getötet wurden.

Nach der Gründung der benachbarten Kolonie Neuwilmsdorf im Jahre 1564 wurde das bisherige Wilhelmsdorf in Altwilmsdorf umbenannt. Das wohlhabende Bauerndorf wurde 1575 Stiftsland der Glatzer Augustiner-Chorherren. Wegen der religiösen Wirren infolge der Reformation verzichtete Propst Christoph Kirmiser 1597 auf das Augustinerkloster und die zugehörigen Besitzungen zugunsten der Glatzer Jesuiten. Sie erwarben 1613 von Seifried von Falkenhain den Altwilmsdorfer Oberhof hinzu, der bis dahin zur Herrschaft Koritau gehörte. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges wurden die Jesuiten vertrieben; 1623 erhielten sie ihre Besitzungen zurück.

Von 1604 bis 1622 war Dechant Hieronymus Keck Pfarrer von Altwilmsdorf, das während seiner Amtszeit von 1618–1622 die einzige katholisch gebliebene Pfarrei in der Grafschaft Glatz war. Der Altwilmsdorfer Pfarrhof wurde Zufluchtsort für viele Glaubensverfolgte. Keck selbst wurde im Januar 1620 gefangen genommen und – wegen seiner Treue gegenüber dem Kaiser Ferdinand II. – als Landesverräter in das Glatzer Gefängnis gebracht. Erst als die kaiserlichen Truppen Glatz zurück eroberten, kam Keck am 28. Oktober 1622 frei. In der Folgezeit erwarb er sich große Verdienste um die Rekatholisierung des Glatzer Landes. Zum Altwilmsdorfer Kirchspiel gehörten die Ortschaften Neuwilmsdorf, Falkenhain, Neufalkenhain, Nesselgrund sowie Alt- und Neubatzdorf.

Nach den Schlesischen Kriegen kam Altwilmsdorf zusammen mit der Grafschaft Glatz 1763 mit dem Hubertusburger Frieden an Preußen. Der Jesuitenorden behielt zunächst alle Rechte, auch nach seiner Auflösung durch den Papst. 1787 übernahm der preußische Staat jedoch mit dem gesamten jesuitischen Grundbesitz auch das Altwilmsdorfer Stiftsgut und verkaufte es 1788 an den preußischen Staatsminister Friedrich Wilhelm Graf von Reden.

Nach der Neugliederung Preußens gehörte Altwilmsdorf seit 1815 zur Provinz Schlesien und war 1816–1945 dem Landkreis Glatz eingegliedert. Am 28. Februar 1874 wurde der Amtsbezirks Altwilmsdorf, bestehend aus den Landgemeinden Altbatzdorf, Altwilmsdorf und Soritsch sowie den Gutsbezirken Altbatzdorf, Niederaltwilmsdorf und Oberaltwilmsdorf gebildet. 1939 wurden 1361 Einwohner gezählt.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel es 1945 wie ganz Schlesien an Polen und wurde in Stary Wielisław umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war. 1975–1998 gehörte Szalejów Górny zur Woiwodschaft Wałbrzych.

Der Wallfahrtsort Altwilmsdorf

Schon Anfang des 15. Jahrhunderts soll Altwilmsdorf ein bekannter Wallfahrtsort gewesen sein. Die Marienverehrung geht auf die Wundertätigkeit einer gotischen Madonnenstatue zurück, die als die Schmerzhafte Muttergottes verehrt wird und ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert stammt. Die Legende erzählt, dass dem von Unglück verfolgten Wilmsdorfer Bauern Schneider im Traum bedeutet wurde, für den Altar der Kirche eine Statue der Schmerzhaften Muttergottes anfertigen zu lassen. Er folgte dieser Eingebung, worauf sich sein Schicksal zum Guten gewendet haben soll. Obwohl die Hussiten 1428 die Kirche niedergebrannten, blieb das Gnadenbild auf wunderbare Weise erhalten, und die Verehrung der Wilmsdorfer Muttergottes nahm zu.

Für die geistige Begleitung der Wallfahrer und Gläubigen erschien im Arnestus-Verlag in Glatz ein Andachtsbüchlein mit dem Titel Betrachtung der Sieben Schmerzen der heiligen Gottesmutter Maria für die Schmerzens-Andachten der Pfarrkirche zu Altwilmsdorf an den sieben Sonntagen nach dem Feste Mariä Heimsuchung, das auch viele Marienlieder enthielt.

Altwilmsdorf erreichte allerdings nicht das Ansehen der großen Grafschafter Wallfahrtsorte Albendorf und Wartha. Als auch die 1782 erbaute Wallfahrtskirche Maria Schnee steigende Beliebtheit gewann, kamen nur noch wenige geschlossenen Prozessionen nach Altwilmsdorf.

2001 ernannte Papst Johannes Paul II. die Altwilmsdorfer Kirche zum Internationalen Heiligtum der Gottesmutter der Schmerzen.

Sehenswürdigkeiten

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche

Hauptaltar der Wallfahrtskirche

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Katharina (Kościół Św. Katarzyny) wurde, nachdem sie 1428 von den Hussiten niedergebrannt worden war, einige Jahre später neu errichtet und im 16. Jahrhundert durch den Anbau der Seitenschiffe erweitert. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie erneut zerstört und danach wieder aufgebaut. Im 18. Jahrhundert erfolgten eine Erweiterung und ein Umbau im Barockstil. Aus dieser Zeit stammen:

  • Das Hauptportal mit dem Flachrelief der Hl. Katharina
  • Der Hochaltar mit der Figur der Hl. Katharina in der Aureole der Bekrönung
  • Die Figuren der Hll. Gregor und Augustinus im Retabel
  • Die Figuren der Hll. Ambrosius und Hieronymus über den Pforten
  • Die Figuren der Hll. Johannes Nepomuk und Franz Xaver vor der Kirche

Das Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes aus dem 15. Jahrhundert befindet sich ebenfalls im Retabel. Das geschmiedete Renaissance-Gitter stammt aus dem Jahre 1600.

Die ovale Mauerumfriedung mit dem zweigeschossigen Tor von 1569 gibt der Kirche ein mittelalterliches, wehrhaftes Aussehen. Die drei Kapellen und der nach innen offene überdachte Umgang wurden im 17./18. Jahrhundert erbaut.

Zwischen Mauerumfriedung und Kirche befindet sich der Friedhof. Die Friedhofskapelle ist barock ausgestattet und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde im Jahre 2005 umfassend renoviert.

Hussitenkapelle

Gedenkkapelle für Herzog Johann von Münsterberg

Die seit Jahrhunderten am östlichen Dorfrand stehende Kapelle wurde zum Gedenken an den während der Hussitenschlacht getöteten Herzog Johann von Münsterberg errichtet. Um 1800 wurde sie vom damaligen Grundstückseigentümer neu erbaut und vergrößert, musste jedoch beim Bau der Eisenbahnverbindung von Glatz nach Rückers niedergerissen werden. In den Jahren 1904–1905 wurde sie vom Rittergutsbesitzer Carl Müller unmittelbar neben den Bahngleisen im Stil des Neobarock nach Plänen des Architekten Leo Schneider neu errichtet. Das Deckenfresko der Kapelle stammt von dem bekannten Historienmaler Wilhelm von Wörndle aus Glatz und stellt den Tod des Herzogs dar.

Sonstige

  • Westlich von der Kirche steht eine Dreifaltigkeitssäule aus dem Jahre 1682.
  • Die Pestsäule in der 1564 errichteten Bauernkolonie Neuwilmsdorf wurde 1705 errichtet. Sie geht auf ein Gelöbnis von 1680 zurück.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Joseph Kögler: Die Chroniken der Grafschaft Glatz. Neu bearbeitet von Dieter Pohl. Band 3, ISBN 3-927830-15-1
  • Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen Schlesien, München / Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 871–872
  • Paul Preis, Musik- und Theaterleben von Stadt und Kreis Glatz, 2. Teil, Hg. Stadt Lüdenscheid 1969

Weblinks



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