Alva Noe

Alva Noë ist seit 2003 Professor für Philosophie und Kognitionswissenschaft an der University of California, Berkeley. Sein Hauptarbeitsgebiete liegen insbesondere in der Philosophie der Wahrnehmung und der Philosophie des Geistes. Des Weiteren beschäftigt sich Noë mit der Philosophie der Kunst, Ludwig Wittgenstein und der Phänomenologie.

Noë absolvierte 1988 seinen B. Phil an der Universität Oxford und erwarb 1995 seinen Doktor in Philosophie (Ph.D.) an der Harvard University. Im Anschluss arbeitete er mit Daniel Dennett an der Tufts University und von 1996 bis 2003 an der University of California, Santa Cruz.

Noë hat in Zusammenarbeit mit Francisco Varela, Evan Thompson, Susan Hurley und Kevin O'Regan bahnbrechende Arbeiten in der Philosophie des Geistes geleistet. Innerhalb dieser Arbeiten wird eine Überwindung der starren und konservativen Ansicht der Kognitionswissenschaft angestrebt, dass Wahrnehmung und Bewusstsein lediglich auf einem input-output Prinzip basieren. Stattdessen vertritt Noë, unter Berücksichtigung der Phänomenologie, einen sog. sensorimotor account (auch bekannt als enactive cognition) des Bewusstseins: Wahrnehmung und Bewusstsein sowie die hierbei involvierten Qualia sind nach Noë Produkte, die kognitiver Tätigkeit entspringen, d.h. sie passieren nicht einfach, sondern entstehen durch Interaktion mit der Umwelt.

Die Thesen, die Noë und seine Mitstreiter entwickeln, sind derzeit – weil noch relativ jung – in einer Entwicklungsphase und Brennpunkt aktueller Diskussion. Neu ist die Verknüpfung von phänomenologischen Gedankengut à la Edmund Husserl und Maurice Merleau-Ponty mit Thesen der klassischen bzw. analytischen Philosophie des Geistes.

Literatur

  • Noë, Alva: Action in Perception. Cambridge, MA.: The MIT Press 2004.
  • Noë, Alva: Is the Visual World a Grand Illusion?. Special Issue of Journal of Consciousness Studies. Volume 9, Nr. 5-6, Mai/Juni 2002.
  • Noë, Alva & Thompson, Evan (Hg.): Vision and Mind: Selected Readings in the Philosophy of Perception. Cambridge, MA.: The MIT Press 2002.

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