Alvagni
Alvaneu
Wappen von Alvaneu
Basisdaten
Kanton: Graubünden
Bezirk: Albula
BFS-Nr.: 3511Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 7492
Koordinaten: (769159 / 172618)46.6833299.6499961181Koordinaten: 46° 41′ 0″ N, 9° 39′ 0″ O; CH1903: (769159 / 172618)
Höhe: 1'181 m ü. M.
Fläche: 35,63 km²
Einwohner: 406
(31. Dezember 2007)[1]
Website: www.alvaneu.ch
Alvaneu Dorf
Alvaneu Dorf
Karte
Karte von Alvaneu

Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Wartung/Pixel

Alvaneu, rätoromanisch Alvagni, ist eine politische Gemeinde im Kreis Belfort des Bezirks Albula im Kanton Graubünden in der Schweiz.

Die vier anderen Gemeinden des Kreises Belfort sind Brienz/Brinzauls, Surava, Schmitten und Lantsch/Lenz. Alvaneu ist ein Haufendorf in 1181 m Höhe auf einer Terrasse nördlich des Albulatales an der Kantonsstrasse zwischen Lenzerheide und Davos, aufgeteilt in Alvaneu Dorf am Hang und Alvaneu Bad im Talboden.

Inhaltsverzeichnis

Bevölkerung

Sprachen

Die traditionelle Sprache der Bevölkerung war bis Mitte des 19. Jahrhunderts Surmeirisch, eine regionale Mundart des Romanischen. Bereits 1880 gaben nur noch 80 % der Einwohnerschaft Romanisch als Muttersprache an. Dieser Erosionsprozess setzte sich fort (1910: 68 %, 1941: 56 %, 1970: 47 %). 1960 war die letzte Volkszählung mit romanischer Bevölkerungsmehrheit, 1970 waren diese noch eine relative Mehrheit. Seit 1980 hat die deutsche Sprache ein ständig grösser werdendes Übergewicht erlangt, wie folgende Tabelle zeigt:

Sprachen in Alvaneu
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 189 49,87 % 230 60,53 % 308 76,43 %
Rätoromanisch 157 41,42 % 109 28,68 % 68 16,87 %
Italienisch 30 7,92 % 28 7,37 % 14 3,47 %
Einwohner 379 100 % 380 100 % 403 100 %

Obschon noch 31 % der Einwohnerschaft Romanisch beherrscht, ist Deutsch heute alleinige Behördensprache.

Herkunft und Nationalität

Von den Ende 2005 421 Bewohnern waren 394 (≈ 93 %) Schweizer Staatsangehörige.

Wappen

Beschreibung: In Gold (Gelb) der stehende Heilige Mauritius in blauer Rüstung mit Schwert, silbern (weiss) nimbiert, in der Rechten eine blaue Fahne mit goldenem Kreuz. Das Wappen zeigt das vereinfachte bisherige Siegelbild in der Farben des Zehngerichtebundes.

Geschichte

Im 13. Jahrhundert erlaubten die Freiherren von Vaz einer Gruppe von Walsern die Siedlung auf einem ihrer Höfe, die neben churbischöflichen Gütern von Romanen mit vorwiegender Schafzucht lagen. Seither liegt Alvaneu im Bereich der deutsch- rätoromanischen Sprachgrenze. Als erste Gemeinde Graubündens stimmte Alvaneu 1799 für den Anschluss an die Helvetische Republik.

Sehenswürdigkeiten

Nach mehreren Bränden bauten von 1697–1698 Kapuziner aus dem benachbarten Tiefencastel eine barocke Kirche und betreuten Alvaneu als Pfarrei bis 1890. Im Jahre 1859 und 1873 zerstörten zwei Grossbrände viel historische Bausubstanz. Dennoch zeigen sich im Dorfbild restaurierte Häuser mit Malereien und Sgraffiti, kunstgeschmiedeten Fenster- und Balkongittern.

Einen Blick auf zeitgenössische Kunst lässt die Künstlergasse zu, wo Metallgestalter, Kunstmaler und Kunstschmiede, Instrumentenbauer und Holzschnitzer ihre Werke und ihr Wirken präsentieren. In der Nähe von Alvaneu liegt die Ruine der Burg Belfort, eine der grössten Graubündens. Auch kann man die zweitstärkste Schwefelquelle Europas besuchen: Ava Forta, das rostig-rote Wasser, das nach faulen Eiern riecht.

Besonderheiten von Alvaneu-Bad

Fassade des alten Hotel und Kurhaus Alvaneu-Bad

Die Besonderheit von Alvaneu-Bad sind die Schwefelquellen, die schon die Römer zur Heilung nutzten. Ein Schwefelbad wurde zum ersten Mal 1474 beschrieben. Mehrfach wurde hier gebaut, investiert und neugeplant. 2001 entstand hier ein Kur- und Wellnessbad mit durch Schwefelwasser stets auf 34 Grad gehaltenen Innen- und Aussenbecken und zusätzlichen Angeboten wie Dampfbad, Solarium, Sauna usw. sowie ein sogenannter mentaler Wasser-Wanderparcours. Auch ein 1996 eingerichteter 18-Loch-Golfplatz (PAR 72) soll die wirtschaftliche Lage stabilisieren. Er gilt als einer der abwechslungsreichsten Anlagen Graubündens

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden

Weblinks


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