Alvaneu
Alvaneu
Wappen von Alvaneu
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden
Bezirk: Albulaw
Gemeindenummer: 3511i1f3f4
Postleitzahl: 7492
Koordinaten: (769170 / 172248)46.689.651181Koordinaten: 46° 40′ 48″ N, 9° 39′ 0″ O; CH1903: (769170 / 172248)
Höhe: 1'181 m ü. M.
Fläche: 35,63 km²
Einwohner: 383 (31. Dezember 2009)[1]
Website: www.alvaneu.ch
Alvaneu Dorf

Alvaneu Dorf

Karte
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Über dieses Bild
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Alvaneu (bündnerdeutsch [alvɐˈnœɪ̯]; rätoromanisch Alvagni [alvɐˈɲi])[2] ist ein Dorf und eine politische Gemeinde im Kreis Belfort des Bezirks Albula im Schweizer Kanton Graubünden. Alvaneu ist Teil der Region Surmeir.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Alvaneu ist ein Haufendorf in 1181 m Höhe auf einer Terrasse nördlich des Albulatales an der Kantonsstrasse zwischen Lenzerheide und Davos, aufgeteilt in Alvaneu Dorf am Hang und Alvaneu Bad im Talboden. Ebenfalls zur Gemeinde Alvaneu gehört das im obersten Schanfigg gelegene Welschtobel mit der Alp Ramoz, wo sich die Ramozhütte SAC befindet.

Bevölkerung

Sprachen

Die traditionelle Sprache der Bevölkerung war bis Mitte des 19. Jahrhunderts Surmeirisch, eine regionale Mundart des Romanischen. Bereits 1880 gaben nur noch 80 % der Einwohnerschaft Romanisch als Muttersprache an. Dieser Erosionsprozess setzte sich fort (1910: 68 %, 1941: 56 %, 1970: 47 %). 1960 war die letzte Volkszählung mit romanischer Bevölkerungsmehrheit, 1970 waren diese noch eine relative Mehrheit. Seit 1980 hat die deutsche Sprache ein ständig grösser werdendes Übergewicht erlangt, wie folgende Tabelle zeigt:

Sprachen in Alvaneu
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 189 49,87 % 230 60,53 % 308 76,43 %
Rätoromanisch 157 41,42 % 109 28,68 % 68 16,87 %
Italienisch 30 7,92 % 28 7,37 % 14 3,47 %
Einwohner 379 100 % 380 100 % 403 100 %

Obschon noch 31 % der Einwohnerschaft Romanisch beherrscht, ist Deutsch heute alleinige Behördensprache.

Herkunft und Nationalität

Von den Ende 2005 421 Bewohnern waren 394 (≈ 93 %) Schweizer Staatsangehörige.

Wappen

Blasonierung: In Gold (Gelb) der stehende Heilige Mauritius in blauer Rüstung mit Schwert, silbern (weiss) nimbiert, in der Rechten eine blaue Fahne mit goldenem Kreuz

Das Wappen zeigt das vereinfachte bisherige Siegelbild in der Farben des Zehngerichtebundes.

Geschichte

Im 13. Jahrhundert erlaubten die Freiherren von Vaz einer Gruppe von Walsern die Siedlung auf einem ihrer Höfe, die neben churbischöflichen Gütern von Romanen mit vorwiegender Schafzucht lagen. Seither liegt Alvaneu im Bereich der deutsch- rätoromanischen Sprachgrenze. Die Herkunft des erstmals 1244 als Herkunftsbezeichnung (Hainricus de Aluenude) belegten Ortsnamens ist unklar.

Als erste Gemeinde Graubündens stimmte Alvaneu 1799 für den Anschluss an die Helvetische Republik.

Sehenswürdigkeiten

Nach mehreren Bränden bauten von 1697–1698 Kapuziner aus dem benachbarten Tiefencastel eine barocke Kirche und betreuten Alvaneu als Pfarrei bis 1890. Im Jahre 1859 und 1873 zerstörten zwei Grossbrände viel historische Bausubstanz. Dennoch zeigen sich im Dorfbild restaurierte Häuser mit Malereien und Sgraffiti, kunstgeschmiedeten Fenster- und Balkongittern.

Einen Blick auf zeitgenössische Kunst lässt die Künstlergasse zu, wo Metallgestalter, Kunstmaler und Kunstschmiede, Instrumentenbauer und Holzschnitzer ihre Werke und ihr Wirken präsentieren. In der Nähe von Alvaneu liegt die Ruine der Burg Belfort, eine der grössten Graubündens. Auch kann man die zweitstärkste Schwefelquelle Europas besuchen: Ava Forta, das rostig-rote Wasser, das nach faulen Eiern riecht.

Alvaneu-Bad

Fassade des alten Hotel und Kurhaus Alvaneu-Bad

Die Besonderheit von Alvaneu-Bad sind die Schwefelquellen, die schon welche aufgrund von Münzfunden wohl schon die Römer zur Heilung nutzten. Das Schwefelbad wurde zum ersten Mal 1474 beschrieben und gilt aufgrund der Temperatur als Mineralheilbad. Entgegen der verbreiteten Meinung handelt es sich nicht bei allen warmen Bädern um ein Thermalbad, sondern in diesem Fall um ein Mineral(warm)bad. Nach schweizerischer Definition liegt nämlich erst dann ein Thermalbad vor, wenn das Wasser mit über 20 °C aus dem Boden gefördert wird. In anderen Ländern wie zum Beispiel Italien gilt diese Definition nicht.[3] Mehrfach wurde hier gebaut, investiert und neugeplant. 2001 entstand hier ein Kur- und Wellnessbad mit durch Schwefelwasser stets auf 34 Grad gehaltenen Innen- und Aussenbecken und zusätzlichen Angeboten wie Dampfbad, Solarium, Sauna sowie ein sogenannter mentaler Wasser-Wanderparcours. Auch ein 1996 eingerichteter 18-Loch-Golfplatz (PAR 72) soll die wirtschaftliche Lage stabilisieren. Er gilt als einer der abwechslungsreichsten Anlagen Graubündens

Weblinks

 Commons: Alvaneu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden
  2. Gunhild Hoyer/Andres Kristol: Alvaneu / Alvagni GR (Albula) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 87.
  3. Heilbad Alvaneu, Schweiz, auf Graubünden Ferien

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