2. Königlich Bayerische Division

Die 2. Königlich Bayerische Division war ein Großverband der Bayerischen Armee. Das Kommando stand in Augsburg.

Inhaltsverzeichnis

Gliederung

1914 war die Division Teil des I. Bayerischen Armee-Korps.

Ihr unterstanden in der Friedensgliederung, Stand: 1. August 1914, folgende Verbände:

Kriegsgliederung ab 2. September 1914:

  • 3. Bayerische Infanterie-Brigade
  • 4. Bayerische Infanterie-Brigade
  • 4. Bayerisches Chevaulegers-Regiment „König“
  • 2. Bayerische Feldartillerie-Brigade
  • Divisionstruppen bestehend aus 2. Kompanie des 1. Bayerisches Pionierbataillons, Divisions-Brückentrain 2 sowie Sanitätskompanie 2.

Geschichte

Die Division wurde zu Beginn des Ersten Weltkrieges im Rahmen der 6. Armee an der Westfront eingesetzt. Aus ihrem Bereitstellungsraum westlich von Saarburg trat die Division mit der unterstellten 7. preußischen Kavallerie-Division gegen das französische VIII. und XIII. Armeekorps (2. frz. Armee) in Richtung Süden an und stieß bis 10. August 1914 auf Blâmont vor. Nachdem die Division wegen eines französischen Gegenangriffs in ihre Ausgangsstellungen bei Saarburg ausgewichen war, griff sie am 20. August 1914 erneut an und erreichte bis 24. August 1914 die Ortschaft Bazien. Nach Abbruch der Schlacht in Lothringen (sog. Wunder an der Marne) wurde die 2. Division am 5. September 1914 im Zuge der Verlegung des I. Armeekorps nach Gouy beordert. Nach Ankunft am 22. September 1914 trat sie unverzüglich an und überschritt tags darauf die Somme bei Péronne. Wegen einer Bedrohung der linken Flanke musste die Division den Angriff einstellen. Die rasch herangeworfene 3. Kgl. Bay. Infanterie-Division brachte am 26. September 1914 Entlastung, aber der Angriff des I. Armeekorps blieb auf den Vimy-Höhen vor Arras liegen.

Nachdem sich im Frühjahr 1915 sich die Ausgangslage der Division auf den Vimy-Höhen deutlich verbessert hatte, beabsichtigte das I. Armeekorps weiter anzugreifen, musste jedoch die 2. Division wegen eines Einbruchs französischer Kräfte im Fort Douaumont in den Kampf werfen. Die Division konnte am 24. Mai 1915 die Ausgangslage schnell wieder herstellen, ein weiterer Vorstoß am 25. Mai 1915 scheiterte jedoch. Am 12. Juni 1915 setzte die Division den Angriff in Richtung Thiaumont fort. Danach wurde die Division aus dem Abschnitt herausgelöst und durch das Deutsche Alpenkorps ersetzt. Im Oktober 1915 wurde die Division nordwestlich von Sailly eingesetzt, wo sie sich gegen Angriffe englischer Truppen behaupten und die Stellungen bis 5. November halten konnte.

Im April 1917 rückte die 2. Division am Damenweg zwischen Hurtebise und Craonne ein. Am 22. Mai 1917 wies sie französische Angriffe ohne Geländeverlust ab.

In der Michael-Schlacht im März/April 1918 unterstützte die 2. Division von Cambrai über Péronne kommend am rechten Flügel der 18. Armee den Angriff der 2. Armee und erreichte Moreuil an der Avre. Am 2. April 1918 setzte sie über die Avre und kam von allen deutschen Truppen am nächsten an das Angriffsziel, Amiens, heran. Am 8. April 1918 waren die Kräfte der Division vollkommen erschöpft und sie wurde nach Rosières zurückgenommen. Sie hatte in der 14 Tage dauernden Schlacht über 3000 Mann und hunderte von Offizieren verloren. Im Mai und Juni 1918 war die Division ununterbrochen im Kampf stehend schon schwer dezimiert, dass sie an der Schlacht bei Noyon (9.—3. Juni 1918) als Reserve der 18. Armee ostwärts Lagny nicht teilnehmen brauchte. Für die Schlacht ostwärts Reims wurde die 2. Division im Rahmen des I. Armeekorps der 3. Armee unterstellt und trat am 15. Juli 1918 westlich der Straße Somme Py – Souain-Perthes-lès-Hurlus zum Angriff auf Souain an. Nach anfänglichen Erfolgen versteifte sich der französische Widerstand und der Angriff wurde ohne weitere Truppen ins Gefecht zu schicken abgebrochen.

Am 25. Juli 1918 wurde die 2. Division bei Courville und Crugny südostwärts Fismes eingesetzt. Am 11. November 1918 stand die Division westlich der Maas bei Givet. Anfang Dezember erreichte sie Wetzlar. Von dort erreichten die einzelnen Regimenter zu Fuß oder mit der Bahn die Demobilmachungsorte.

Kommandeure

Dienstgrad Name Datum
Maximilian von Feder 1869
Karl Anton Friedrich Haupt Graf von Pappenheim 1869 bis 1870
Joseph Maximilian von Maillinger 10. November 1870 bis 24. April 1873
Rudolf Freiherr von und zu Tann-Rathsamhausen 1873 bis 1875
August Freiherr von Leonrod 1875 bis 1882
Otto Ritter von Schmidt 1882 bis 1887
Benignus Ritter von Safferling 1887 bis 1889
Moritz von Orff 1890 bis 1893
Adolf Freiherr von Asch zu Asch auf Oberndorf 1893
Eugen von Malaisé 1893 bis 1898
Karl Ritter von Klaus 1898 bis 1901
Theophil Freiherr Reichlin von Meldegg 1901 bis 1905
Karl Ritter von Endres 1905
Felix Graf von Bothmer 1905 bis 1909
Maximilian Freiherr von Speidel 1909 bis 1911
Generalleutnant Ludwig Freiherr von Gebsattel 15. Dezember 1911 bis 19. März 1914
Ludwig Ritter von Hetzel 19. März 1914 bis 8. August 1915
Bernhard von Hartz 7. September 1915 bis 8. Februar 1917
Eugen Ritter von Zoellner 8. Februar 1917 bis November 1918

Quellen

  • Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914–1918, Konrad Krafft von Dellmensingen, Friedrichfranz Feeser, Chr. Belser AG, Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1930

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