Alzeyer Schloss
Alzeyer Schloss

Das Alzeyer Schloss ist vermutlich aus einer staufischen Reichsburg hervorgegangen und wurde im 16. Jahrhundert zum Schloss ausgebaut.

Es wurde 1689 im Pfälzer Erbfolgekrieg zerstört und erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Großherzogtum Hessen wieder aufgebaut. Das Schloss war vor der Zerstörung Sitz der Oberamtsverwaltung und beherbergt heute das Amtsgericht von Alzey und das Mädcheninternat des Alzeyer Aufbaugymnasiums.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Die Entstehung der Burg in Alzey kann heute nicht mehr eindeutig datiert werden. Frühestens entstand sie jedoch 1125 nachdem die Staufer in den Besitz des Reichsgutes in Alzey gekommen waren.

Bevor der Staufer Herzog Friedrich II. das Reichsgut übernahm, existierte in Alzey ein florierender Gutshof. Ob dieser schon befestigt war, ist nicht geklärt. Herzog Friedrich II. war im Burgenbau erfahren und hätte auch politisches Interesse an einer Festung in Alzey gehabt. Es ist daher gut möglich, dass er den Grundstein zur Alzeyer Burg legte. Dies ist aber nicht eindeutig nachweisbar[1]. Es könnte also sein, dass nicht Herzog Friedrich II., sondern erst sein Sohn Pfalzgraf Konrad, der seine Kindheit in Alzey verbracht hatte, den Bau der Burg veranlasste. Zumindest scheint dieser Alzey als Herrschaftssitz ins Auge gefasst zu haben. Belegen lassen sich entsprechende Aktivitäten des Pfalzgrafen in Alzey allerdings nicht.

Nach Konrads Tod gelangte Alzey im Zuge der berühmten Liebesheirat seiner Tochter Agnes mit Heinrich dem Langen an die Welfen, die aber keinerlei Interesse an diesem "Fernbesitz" zeigten. Diese Epoche (1195-1213) ist als Gründungszeitpunkt also eher unwahrscheinlich.

Erst 1214, als Alzey an den Wittelsbacher Pfalzgrafen Ludwig I. fiel wäre wiederum ein günstiger Zeitpunktgewesen, eine Burg in Alzey zu errichten. Diese dritte Variante zum Entstehungszeitpunkt der Burg könnte sich auf zwei Überlegungen stützen: Zum einen wurden am heutigen Schloss keine Bauteile gefunden, die aus der Zeit vor 1200 stammen, zum anderen wird eine Burg (castrum) Alzey erstmals 1278 genannt. Dies könnte andeuten, dass der Bau der Burg erst kurz zuvor erfolgt war.

Das könnte auch den "großen Streit" von 1260 erklären, bei dem die Stadtbefestigung in Mitleidenschaft gezogen wurde. Damals griffen die Bürger von Worms, denen die Burgherren von Alzey schon lange ein Dorn im Auge waren, den Ort an. Der Bau einer Burg könnte der Auslöser für die Aggressivität gewesen sein.

Für sämtliche möglichen Entstehungszeiten der Burg in Alzey - um 1125, um 1168 und kurz nach 1214 - lassen sich weder schriftliche Quellen beibringen noch archäologische Befunde anführen. Es lässt sich auch nicht genau sagen, wie die frühe Burganlage ausgesehen haben mag. Wahrscheinlich hat es sich dabei um eine Turmhügelburg gehandelt.

Legende von der raugräflichen Burg

Vor allem die ältere Geschichtsforschung hat vermutet, dass bereits im 11. Jahrhundert eine Befestigung in Alzey erbaut worden sei. Diese Annahme geht auf die Überlieferung durch den sponheimischen Abt Trithemius (1462-1516) zurück. Die Anekdote ist aber von der modernen Forschung als unwahrscheinlich entlarvt worden[1].

Erste Dokumentierte Epoche

Erstmals genannt wird die Anlage 1278. Zu dieser Zeit hatte Werner Truchsess von Alzey (der Stifter des Zisterzienserinnenkloster Sion in Mauchenheim) das Kommando auf der Burg. Die Ministerialen von Alzey hatten 1190 den Titels eines Truchsessen von Alzey zuerkannt bekommen. Vermutlich waren sie mit dem Bau der Burg beauftragt worden. Nach der Fertigstellung wurde ihnen diese dann von den Bauherren - also entweder den Staufern oder den Pfalzgrafen - als erbliches Lehen überlassen. Ein damals typisches Vorgehen, das für beide Seiten durchaus vorteilhaft war. Der Bauherr brauchte sich nicht um die Verwaltung, Bemannung und Instandhaltung seiner Burg zu kümmern. Seine Lehnshoheit sicherte ihm zudem das Mitspracherecht über die Zukunft der Burg.

In Alzey funktionierte dieses System aber nur schlecht. Die Truchsessen betrachteten die Lehnsburg als ihren Eigenbesitz und nutzten ihre gewonnene Position in Alzey, um sich einen eigenen Herrschaftsbereich zwischen Rhein und Donnersberg aufzubauen.

Anmerkungen

  1. a b Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz

Weblinks

49.7460472222228.1162527777778

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