Am188
Ein 80186 von Intel im CPGA-Gehäuse

Der Intel 80186 und der Intel 80188 sind Weiterentwicklungen der 8086- und 8088-CPUs von Intel aus dem Jahr 1982. Die Unterschiede zwischen den beiden CPUs sind analog zu den Unterschieden zwischen 8086 und 8088: Der 80186 hat einen externen 16-Bit-Datenbus, der 80188 nur einen 8 Bit breiten. Beide wurden – im Gegensatz zu den übrigen Prozessoren der x86-Reihe – nur sehr selten in PCs eingesetzt, da Intel Funktionen in den Chip integriert hatte, die eher für einen Mikrocontroller typisch sind und die beim Bau eines IBM-kompatiblen PCs keinen Vorteil boten.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Architektur des i80186.

Zusätzlich zu einem CPU-Kern, der dem Real-Mode Teil der 80286 entsprach, bot die 8018x

  • Taktgenerator
  • Drei Zeitgeber / Zähler
  • DMA-Steuerung mit zwei Kanälen
  • Interrupt-Steuerung
  • Programmierbare Chip-Select-Generierung
  • Refresh-Generator für DRAM

Im Prinzip sind damit alle Komponenten eines typischen PC-Systems auf einem Chip vereint.

Rechner mit 80186

Ober- und Unterseite einer R80C186 CPU von Intel gefertigt in Malaysien.

Trotzdem gab es Hersteller, die PCs mit diesen CPUs realisiert haben: Der 1984 erschienene Siemens PC-D, der erste DOS-PC von Siemens, wurde mit MS-DOS in Version 2.11 ausgeliefert. Er entstand unter Weglassung einer externen Speicherverwaltung (MMU) aus der Sinix-Workstation Siemens PC-X. Alle Modelle besaßen eine mit 8 MHz getaktete 80186-CPU. Weitere Desktoprechner mit 80186 CPU waren:

  • MAD Computer (USA)
  • MITAC Paragon (USA)
  • Tandy 2000 (USA)
  • HP 200lx (USA)
  • Philips YES (Holland)
  • Compis (Schweden)
  • RM Nimbus (England)
  • Apricot Portable (UK)
  • Unisys ICON (Kanada)
  • Goupil G4

Compis, Nimbus und ICON waren dabei spezielle Entwicklungen für den Schuleinsatz.

Einsatzgebiet

Ein Intel 80188.

Das Haupteinsatzgebiet des 80186/88-Prozessors war und ist jedoch der Embedded-Markt, für den beide CPUs aufgrund der Integration eines Timers und eines Interrupt-Controller eigentlich prädestiniert sind. Programme für den 80186/88 können ohne weiteres mit den unter MS-DOS üblichen Entwicklungswerkzeugen, beispielsweise von Borland, programmiert werden; ein Vorteil, der unter anderem einer der Gründe dafür ist, warum 80186/88-kompatible Prozessoren derart beliebt sind und sogar bis heute eingesetzt werden. Beispielsweise wurde der auf dem 80186 basierende Am186 von AMD erst im Jahr 2000 abgekündigt.

Trotzdem werden bis heute 80186-kompatible Embedded-Module angeboten, da sie aufgrund der geringeren Komplexität des CPU-Kerns wesentlich stromsparender sind als vergleichbare Module, beispielsweise auf Basis des Pentium. Es gibt sogar 80186-IP-Cores, die es ermöglichen, die logische Beschreibung eines 80186 auf einen FPGA-Baustein zu laden und die darüber hinaus für den Anwendungszweck benötigten externen Funktionen hinzuzufügen. Und so arbeiten bis heute in vielen Haushaltsgeräten, industriellen Steuerungen, Labor- und Messgeräten 80186/88-kompatible Prozessoren.

Siehe auch

Weblinks


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