Am Wasser gebaut
Am Wasser gebaut
Studioalbum von Fettes Brot
Veröffentlichung 21. März 2005
Label Fettes Brot Schallplatten GmbH (FBS)
Format CD, LP
Genre Hip-Hop
Anzahl der Titel 10
Laufzeit 43 min 14 s

Besetzung

Gesang: Boris Lauterbach
Gesang: Martin Vandreier
Gesang: Björn Warns

Produktion André Luth, Donz, DJ exel. Pauli, Arne Diedrichson, Sebi Professionell, Jansen, J-Luv, Malte Hagemeister und Fettes Brot
Chronologie
Amnesie
(2002)
Am Wasser gebaut Strom und Drang
(2008)

Am Wasser gebaut ist das fünfte Studioalbum der Hip-Hop-Gruppe Fettes Brot. Es erschien am 21. März 2005 als erstes Album der eigenen Plattenfirma Fettes Brot Schallplatten GmbH. Die Vorabsingle Emanuela wurde in Deutschland und Österreich jeweils mit einer goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Das Album selbst erhielt in Deutschland ebenfalls eine goldene Schallplatte. Es ist bis 2009 das zweitbestplatzierte Album in den deutschen Charts.[1]

Inhaltsverzeichnis

Entstehung und Produktion

Gründung der Fettes Brot Schallplatten GmbH

Als die Verträge der Band mit dem Label Yo Mama ausliefen und ein weiteres Album produziert werden sollte, wurde von Fettes Brot die Möglichkeiten eines Vertrages mit einem Major-Label, sowie die Vor- und Nachteile bei Gründung eines eigenen Labels durchdacht. Ein Major-Label konnte der Band nichts anderes bieten als einen finanziellen Rückhalt, weshalb sich die Gruppe entschied ihr eigenes Label Fettes Brot Schallplatten GmbH zu gründen.[2]

Albenplanung und Produktion

Zu Beginn der Albenplanungen wollte die Band ein Soulalbum aufnehmen, das mit nachdenklichen, tiefsinnigen Texten die Hörer emotional berühren sollte. Das Album enthielt aus Sicht der Band am Ende der Aufnahmen einen Mix aus tiefsinnigen Liedern, wie auch Partylieder, wobei die hintergründigen Musikwerke überwiegen.[3]

Die Mitglieder von Fettes Brot haben das Album zur Hälfte selbst produziert, weitere Produktionen kamen z.B. von DJ exel. Pauly und Arne Diedrichson. Für das Album wurde mit verschiedenen Sängerinnen und Sängern zusammengearbeitet, wobei dies laut Boris Lauterbach nichts mit den amerikanischen Zusammenarbeiten von Rappern und Soulsängerinen gemeinsam habe, bei denen die Sängerinnen den Rappern einen Hit-Refrain schreiben sollen.[3] Innerhalb eines Jahres nahm die Band diverse Stücke auf, die jedoch nicht alle für das Album verwendet wurden. Die Band wollte ein Album ohne Zwischenfüller machen, in dem jedes Lied Singlequalität haben sollte. Aus den aufgenommenen Titeln suchte Fettes Brot zehn Titel aus, die mit der Vorstellung der Gruppe über die musikalische Ausrichtung des Tonträgers überein stimmten.[4] Abgemischt wurde das Album von Sebastian Hackert alias Sebi Professionell von Deichkind, ausführender Produzent war André Luth, gemastert wurde es von Chris Gehringer (Serling Sound). Den Vertrieb für das Album übernahm in Deutschland Indigo, in Österreich Hoanzl und in der Schweiz Musikvertrieb.

Es erschien sowohl als limitierte Auflage im exklusiven Digipak mit CD-ROM-Extras, als normale Ausgabe in einer Plastikhülle sowie auf Vinyl. Die Schallplatte erschien allerdings erst zwei Wochen nach dem eigentlichen Veröffentlichungstermin, da die Arbeiten an der Vinylausgabe nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnten.[5] Um das Album zu promoten, veranstaltete die Band, in Kooperation mit dem Privat-Radiosender energy 97,1, am 1. April 2005 um 7:00 Uhr morgens im Einkaufszentrum des Hamburger Hauptbahnhofs ein Konzert.[6]

Die Fotos für die CD zeigen Fettes Brot im Hafen, sowie einem leeren Hafenbecken. Aufgenommen wurden die Bilder von Jan-Christoph Schultchen, Felix Schlüter entwarf das Cover Artwork.

Bedeutung des Albumtitels

Der Titel des Albums weist, nach Aussage von Björn Warns, auf die Herkunft der Bandmitglieder sowie auf den Gründungsort des Labels Fettes Brot Schallplatten GmbH in Hamburg und der damit verbundenen Nähe zum Meer hin.[7]
Nach einer weiteren Aussage deutet er zudem auf den emotionalen Hintergrund einiger Songtexte hin und darauf, dass ursprünglich ein Soulalbum geplant war. Ein dritter Grund für die Titelgebung ist, dass die Band mit der eigens für dieses Album gegründeten eigenen Plattenfirma Neuland betreten hatte und sich damit noch auf unsicherem Boden befand.[8]

Musikstil

Fettes Brot legt Wert darauf, dass man ihre Lieder nicht alleine dem Genre Hip-Hop zuordnet, da sich ihre Musik mit einer Mischung aus Latinanleihen, Soul, Hip-Hop, Rockmusik, quer durch alle Genregrenzen zieht[9]. Sie sind allerdings auf dem Album durchaus dem Hip-Hop treu geblieben, da auf den Songs weiterhin Sprechgesang verwendet wird und nur die Hooklines teilweise gesungen werden.[9]

Bei den einzelnen Musikstücken und den Melodien spielt die Inspiration durch Reisen in andere Länder eine große Rolle. Da sich die Band aus den verschiedenen Bereichen der Musikgenres bedient, entstehen musikalische Werke wie z.B. Emanuela, die man nicht einzig und alleine einer musikalischen Gattung zuordnen kann. Boris Lauterbach inspirierte ein Brasilienurlaub zur Melodie von Emanuela. Auch werden Samples von bekannten Musikwerken anderer Künstler, wie z.B. Falcos Jeanny für den Titel An Tagen wie diesen, verwendet.[8]
Beim Lied Yasmin wurde dagegen eine Idee, die bereits beim Demotapes existierte, umgesetzt. Inspiriert von dem Spruch „In die war jeder verliebt“ wurde von Boris Lauterbach ein Lied über ein Mädchen in Textform umgesetzt. Das Mädchen symbolisiert die erste Schwärmerei, die Jugendliebe und die Angst davor zurückgewiesen zu werden.[10] In Lauterbach wird aus Sicht der Band das Gedanken- und Wertesystem und dessen Fehler thematisiert. Arne Diedrichson von Montana Chromeboy produzierte das Stück. [10] Kuba handelt dagegen von revolutionärem Bewusstsein und den Versuch etwas zu verändern, sowie das Scheitern am Ende. Die Melodie enthält Latinanleihen und Akustische Gitarren.[9]. Falsche Entscheidung ist ein selbstironisches Lied über alles was die Bandmitglieder nicht würden haben wollen und nicht sein will. [9] Angesprochen wird das Trendsetting, das Nacheifern von diversen gerade aktuellen Trends, u.a. Mode und Schönheitsoperationen.[11]
Wie immer enthält das Arrangement eines Chors, bei dem Martin Vandreiers Schwester mitsingt.[3] Bei Die meisten meiner Feinde revanchieren sich Fettes Brot auf humorvolle Art und Weise u.a. bei Kool Savas und dessen bereits über sechs Jahre zurückliegenden Diss Ihr müsst noch üben, sowie weiterer verbaler Angriffe seitens Savas gegen Martin Vandreier.[9] Das Lied soll sich insbesondere an die Neue bzw. jüngere Generation des Rap richten. Musikalisch enthält das Stück ein Arrangement von Thies Mynther, der die digitalen Holz- und Blechbläser beisteuerte.[10]

Die Band selbst beschreibt das Album als textlich einerseits unbefangen, andererseits ernster als die Vorgänger.[10]

Als Gäste sind Alex Prince, J-Luv sowie Pascal Finkenauer auf dem Album vertreten.

Titelliste

Nr. Titel Geschrieben von Gastbeiträge Beteiligte Min.
1. Wie immer B. Lauterbach, M.Vandreier, B.Warns, Malte Hagemeister, Arne Diedrichson Produziert & arrangiert: Diedrichson, Hagemeister, Fettes Brot; Bass, Drums, Horns: Diedrichson; Gitarre, Horns: Hagemeister; Strings: Schrader (arrangiert von Hagemeister); Chor: Schrader, Knaus, Müller, Wulf 4:16
2. Emanuela B. Lauterbach, M.Vandreier, B.Warns Bass: Björn Beton; Mundharmonika, Schifferklavier, Orgel: Kramer; Spanische Gitarre: Sven Waje; Intro/Outro Stimme: F. Roberto McCaleon; Arrangement: Pauli 3:34
3. Soll das alles sein? B. Lauterbach, M.Vandreier, B.Warns, Tim Waje, Sven Waje Musik produziert, gespielt, arrangiert: Waje Brothers; Stimmen aufgenommen und produziert: Fettes Brot 5:03
4. Die meisten meiner Feinde B. Lauterbach, M.Vandreier, B.Warns Produziert, programmiert, aufgenommen, arrangiert: Donz; Cuts, Arrangement: DJ exel. Pauli; Digitale Holz-/Blechbläser: Thies Mynther 5:13
5. Yasmin B. Lauterbach, M.Vandreier, B.Warns, M. Pauli Produziert, aufgenommen, arrangiert: DJ exel. Pauli, Fettes Brot; Beat & Cuts: DJ exel. Pauli 5:01
6. Lauterbach B. Lauterbach, M.Vandreier, B.Warns, Arne Diedrichson Produziert: Diedrichson, König Boris; Shouter: Bam Bam Boris; Musik programmiert, gespielt, aufgenommen: Diedrichson; Cuts: DJ exel. Pauli 2:53
7. Kuba B. Lauterbach, M.Vandreier, B.Warns, Sebastian Hackert, Florian Pfeifle (aka Jansen), Malte Hagemeister feat. Alex Prince Produziert, programmiert, arrangiert: Sebi Professionell, Jansen, Björn Beton, Hagemeister; Gitarre und Stimmaufnahmen von Alex Prince: Hagemeister; Krähe und Cut: DJ exel. Pauli 3:41
8. An Tagen wie diesen B. Lauterbach, M.Vandreier, B.Warns, R. Bolland, F. Bolland, J. Hoelzel feat. Finkenauer Produziert: Fettes Brot; Stimmen: Finkenauer, Falco auf 45; Bass, Arrangement: Diedrichson; Arrangement: Pauli; Gitarre: Hagemeister; Musik/Sample: Jeanny (Falco/Bolland & Bolland) 3:56
9. Glaub dran B. Lauterbach, M.Vandreier, B.Warns, Julian Williams feat. J-Luv Beat Produktion, Gastsänger (Solo & Chor): J-Luv; Gesangsproduktion: Fettes Brot, J-Luv; Cuts, Arrangement: DJ exel. Pauli 4:54
10. Falsche Entscheidung B. Lauterbach, M.Vandreier, B.Warns Produziert, aufgenommen, programmiert: Fettes Brot; Strings: Kramer; Kinderchor: Die Rothekelchen; Arrangement: DJ exel. Pauli 4:32

Singleauskopplungen

Emanuela

Anderthalb Monate vor der Veröffentlichung des Albums Am Wasser gebaut wurde am 14. Februar 2005 die Single Emanuela veröffentlicht. Das Lied handelt von einem Mädchen, in das alle Jungs verliebt sind, aber keiner haben kann. Der Text handelt von einer verrückten/unerfüllten und romantischen Liebe.[12]

Durch die Filmfirma, die das Video drehte, entstand Möglichkeit im südafrikanischen Kapstadt zu drehen.[3] Der im Musikvideo zu sehende Spielmannszug, der durch eine Stadt, über Brücken und durch Sanddünen marschiert, sollte den Marschrhythmus der Musik unterstreichen. Die Uniformen, die im Video zu sehen sind, stammen von einem Zug aus Kapstadt.[11] Die Band nahm mit dem Lied an Stefan Raabs Bundesvision Song Contest teil und stellte die aus einer Mischung von Latino, Soul und Disco bestehende Single damit einem großen Publikum vor. Emanuela erreichte am Ende den 2. Platz. Nach Angaben von Björn Warns war die Single bereits vorher auf einer Party getestet worden, mit dem Resultat, dass der Titel anfänglich für große Verwirrung gesorgt habe. Er selbst empfand das Stück als zu sperrig, da man sich erst einmal mit ihm anfreunden müsse.[13] Emanuela entwickelte sich zum Gassenhauer, mit dem Ergebnis, dass die Single 22 Wochen ohne Unterbrechung in den deutschen Singlecharts vertreten war und in Deutschland und Österreich mit einer goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde. Die Single wurde als CD und als Vinyl Maxi-Single veröffentlicht. Beide Versionen enthalten zusätzlich das Lied und die Instrumentalversion von Schrotteimer.

Fettes Brot 2006 im Kölner Jugendpark

Während eines Konzertes der Band im Kölner Jugendpark 2006 verriet Martin Vandreier, dass Emanuela eine Kiosk-Besitzerin sei.[14]

Als Werder Bremen den Fußballspieler Patrick Owomoyela umwarb, wurde in Anlehnung an das Lied Emanuela von den Arminia Bielefeld-Fans im Stadion ein „Lasst die Finger von Owomoyela“ gesungen. Martin Vandreier interpretiert es als Adelsschlag für jeden Musikkünstler, dass eines seiner Werke in einem Stadion gesungen wird.[15] Für einen Radiosender wurde daraufhin von Fettes Brot noch eine Fußballversion des Liedes aufgenommen.[16]

Aufgrund der großen Nachfrage nach Klingeltönen des Liedes Emanuela vereinbarte die Band mit der Firma Jamba, dass das Stück als Klingelton zur Verfügung gestellt würde. Der Vertrag untersagte der Firma Jamba, den Song für Werbezwecke zu verwenden. Die Firma hielt sich allerdings nicht daran und warb in diversen Werbebeiträgen im Fernsehen mit dem Klingelton zu Emanuela. Ebenso seien alle mono- und polyphonen Klingeltöne, die verkauft wurden, nicht von der Band genehmigt worden. Sie veröffentlichte daher auf der ersten Edition von Am Wasser gebaut Klingeltöne des Liedes für Mobiltelefone.[5]

An Tagen wie diesen

Der aus einer Mischung von Hip-Hop und Soul[17] bestehende Song erschien als zweite Single am 29. August 2005 und wurde gemeinsam mit Pascal Finkenauer aufgenommen. Es handelt von der Berichterstattung der Medien im Umgang mit Kriegen und wie Menschen, die so etwas nur aus den Nachrichten kennen, dies wahrnehmen, dass sie beispielsweise gegen die grausamen Bilder emotional abstumpfen, u.a. auch, weil ihnen niemand sagen kann, warum es soviel Grausamkeiten gibt.[9] Das Sample ist vom Stück Jeanny des österreichischen Musikers Falco übernommen worden. Der Refrain wurde von Pascal Finkenauer vorgetragen. Das Video zur Single wurde von Warwick und Häring in einer Siedlung in der Nähe von Berlin gedreht. Im Video nehmen Panzer die Funktion von PKWs und Bussen ein. Sie wurden nachträglich digital in die einzelnen Szenen eingebaut. Sowohl Finkenauer als auch DJ Pauli sind ebenfalls im Video zu sehen.[18] Die Single erschien als CD mit zwei Versionen des Liedes, sowie Was In Der Zeitung Steht und Big Bad Boris (Lauterbach Remake). Die Vinyl Maxi-Single wurde mit vier verschiedenen Versionen der Single und den Titeln Was In Der Zeitung Steht, Big Bad Boris (Lauterbach Remake), Big Bad Boris (Lauterbach Sprachlos) und Was Nicht In Der Zeitung Steht veröffentlicht. Die Single befand sich 26 Wochen in den Singlecharts.

Soll das alles sein?

Das Soullied handelt von einer alleinerziehenden Mutter und ihrer finanziellen Situation. Der sozialkritische, ernste Text ist nicht direkt auf eine Wirtschaftskrise oder der Arbeitsmarktreform Hartz IV bezogen, da es vergleichbare soziale Probleme bereits vor Hartz IV gegeben hat.[7] Sven Waje steuert bei diesem Lied die Gitarrenparts bei.[10] Die Single wurde sowohl als CD, als auch als Vinyl Maxi-Single veröffentlicht. Beide Versionen enthalten zusätzlich das Lied Liebe, Glaube, Hoffnung in normaler Version, sowie als Instrumentalversion.

Tournee und Jahresabschluss-/Charitykonzert

Fettes Brot 2006 im Kölner Jugendpark

Die Tournee Am Wasser gebaut Tour 2005 startete am 12. April 2005 und führte neben Städten in Deutschland, auch nach Österreich und die Schweiz. Begleitet wurde die Band von DJ exel. Pauli, Arne Diedrichson, Pascal Finkenauer, der Sängerin Emel aus Zürich und J-Luv. Das Vorprogramm übernahmen Fiva & Radrum, die bei der Tour exklusiv ihr neues Album vorstellten.[19]

Das Tour- und Jahresabschlusskonzert am 22. Dezember 2005 fand in der Hamburger ColorLine Arena vor 13.000 Besuchern statt und wurde deutschlandweit sowohl von den Radiosendern N-Joy, Radio Fritz (RBB), You FM (HR), SWR/Das Ding, SR/Unser Ding, sowie vom Musikfernsehsender MTV übertragen.[20] Da ein Konzert von Eminem und 50 Cent abgesagt wurde, beschlossen Fettes Brot in einer einwöchigen Aktion die Konzertkarten der beiden US-Rapper gegen Nachlass von 10 % für ihr Jahresabschlusskonzert umzuwandeln.[21]

Am 16. April 2006 nahm die Band an der exklusiven Charity-Party des Projektes Viva con Agua de Sankt Pauli teil. Weitere Gäste waren Starkoch Tim Mälzer, Elton, sowie die Spieler des FC St. Pauli. Das Projekt wurde von dem FC St. Pauli-Spieler Benjamin Adrion gemeinsam mit der Welthungerhilfe ins Leben gerufen und setzt sich für sauberes Trinkwasser in anderen Teilen der Welt ein. Das Projekt befasste sich zum Zeitpunkt der Party mit der Wasserversorgung in 120 Kindergärten Kubas.
Die Karten für die Party konnte man nicht kaufen, sondern lediglich per SMS-Gewinnspiel gewinnen, zu dem es zusätzlich noch ein Gewinnspiel gab, bei dem es ein DVD Autoradio und ein Navigationsgerät zu gewinnen gab.
Bei dieser Veranstaltung wurde exklusiv ein Tour-Dokumentarfilm „Am Wasser gebaut 2005” vorgestellt und die Band selbst trat als Schwule Mädchen Soundsystem auf.
Fettes Brot gab am 28. April bekannt, das 6.000 Euro zusammengekommen seien und damit 16 kubanische Kindergärten mit sauberem Trinkwasser versorgt werden können.[22]

Fehlinformationen zu The Dome und der ÖVP

Die Band distanziert sich von dem angeblich geplanten Auftritt bei The Dome im Februar 2005 in Salzburg, da im Vorfeld der Veranstaltung Plakate erschienen, die mit einem Auftritt der Band warben. Fettes Brot hatte nie die Absicht an dieser Veranstaltung teilzunehmen.
Eine weitere unerwünschte Gegebenheit ereignete sich bei einem Festival, wo sich die Band mit zwei Herren fotografieren ließ, in der Annahme, dass es sich dabei um die örtlichen Veranstalter handele. Diese gehörten jedoch zur Österreichischen Volkspartei und das Bild erschien in der Niederösterreichischen Ausgabe des Parteiheftes. Fettes Brot hat nie eine Genehmigung zur Veröffentlichung des Bildes gegeben und distanziert sich ausdrücklich von dieser Partei, da sie Jörg Haider ermöglichte, „an der österreichischen Regierung teilzunehmen“.[5]

Erfolg

Das Album sowie die Single Emanuela wurden in Deutschland jeweils mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.[23]

In Österreich, wo sich die Single Emanuela am höchsten in den Charts platzieren konnte, wurde Fettes Brot ebenfalls mit der Goldenen Schallplatte geehrt.[24]
Die Band erhielt im Veröffentlichungsjahr des Albums verschiedene Preise bei den Bravo-Ottos und gewann in der Kategorie Man of the Year 2005 als Beste Musiker bei dem Magazin GQ. Für Emanuela erhielt die Band eine 1Live Krone[25]

Ausgezeichnet wurde Fettes Brot des Weiteren mit dem Musikpreis Comet als „Beste Band“ und Emanuela als „Bester Song“.[26]

Das Album befand sich insgesamt 38 Wochen in den Albencharts. Es stieg am 4. April 2005 auf Platz 4 ein, befand sich dreizehn Wochen in den Charts, acht Wochen nach Chartausstieg stieg es am 22. August 2005 erneut für 16 Wochen in die Charts ein. Am 19. Dezember 2005 kehrte es für weitere sieben Wochen in die Charts zurück und letztmalig für zwei Wochen am 27. März 2006 [27].

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkung
DE AT[28] CH[29]
2005 Am Wasser gebaut
4 9 23 Gold in Deutschland


Die Single Emanuela erschien am 14. Februar 2005 und befand sich für 22 Wochen in den Media-Control-Charts. Sie erreichte ein halbes Jahr nach Ausstieg aus den Charts im Januar 2006 noch einmal eine Chartposition. Anfang September erschien mit An Tagen wie diesen die zweite Single. Sie befand sich für 26 Wochen in den Singlecharts. Soll das alles sein? ist die dritte und letzte Single, die vom Album am 10. März 2006 veröffentlicht wurde. Sie erreichte Platz 40 in den Singlecharts und war neun Wochen in den Charts vertreten.

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkung
DE[30] AT[31] CH[32]
2005 Emanuela 3 1 20 Gold in Deutschland; Gold in Österreich
2005 An Tagen wie diesen 9 10 69
2006 Soll das alles sein? 40 54 -

Kritiken

Laut der schweizerischen Seite aightgenossen.ch erzählt das Album gefühlvolle, ehrliche Geschichten aus dem Leben, die versehen sind mit galanten, ruhigen Beats mit einem etwas rockigen Einschlag, zudem werden reine Rap-Titel vermisst, da auf dem Album fast nur gesungen wird.[33] Laut.de sowie verschiedene andere Kritiken sind der Ansicht, dass man an vielen überraschend ruhigen, unaufdringlichen Beats, sowie den erwachsenen Texten erkenne, dass die Zeiten der grenzpubertären Texten vorbei sei. Da sich die Band auch nicht um Genregrenzen kümmere, ziehe sich der musikalische Inhalt des Albums mit Latinanleihen, Pop, Soul, Hip-Hop, Rock, sowie einer Schräglage in Richtung R'n'B „quer durch den stilistischen Gemüsegarten“.[34] Es besteche vor allem durch Grooves und Melodien, die zum Entspannen und Genießen anregen.[35] Das solide Album vermittele nicht nur „Sommer-Sonne-Cocktail-Stimmung“, sondern zeichne sich auch durch nachdenkliche Themen und Textzeilen in einzelnen Liedern aus. Neben der Partyhymne Emanuela würde nur der mit Samples gespickte Titel Falsche Entscheidung herausragen.[34][9][36][37][35] Jörg Utecht von plattentests.de empfand das Album als „zu seicht“.[36]
Bei rap.de war man sich hingegen nicht sicher, ob man eigentlich eine Review des Albums für die Seite schreiben solle, da man sich mit der Frage konfrontiert sah, ob das überhaupt noch etwas mit Hip-Hop oder Rap zu tun hätte. Entsprechend schlecht schnitt das Album in der Albenkritik ab, indem spekuliert wurde, dass sämtliche Reviews der Konkurrenzmedien lediglich den Pressetext zum Album kopiert hätten. Kritisiert wurde, dass das Album angenehme Bügelmusik für Mütter enthalte und die Themen alles andere als neu und kreativ wären.[38] Joachim Hentschel von der deutschen Ausgabe des Rolling Stone ist der Ansicht, dass das Album eher etwas für Pop- und Soulfans sei und die Texte eher banal wären.[39]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Übersicht der Albenchartplatzierungen in den deutschen Charts
  2. Interview mit Fettem Brot bei discover.de (Mai 2005)
  3. a b c d Interview mit eightgenossen.ch (7. März 2005)
  4. Interview mit salzburg.com (31. März 2005)
  5. a b c Blogeintrag der Band zur Albenveröffentlichung
  6. Bericht bei abendblatt.de (2. April 2005 )
  7. a b Interview mit cd-kritik.de (Februar 2005)
  8. a b Interview mit exitmusic.ch (4. März 2005)
  9. a b c d e f g Review bei allesreal.de
  10. a b c d e Albeninfo bei hurricane.de
  11. a b Interview mit menshealth.de (6/2005)
  12. Kurzzusammenfassung in der Beschreibung für An Tagen wie diesen bei wastin.com
  13. Interview mit laut.de (12. Juli 2005)
  14. Bericht im Kölner Stadt-Anzeiger (25. August 2006)
  15. Interview bei zeit.de
  16. Bericht bei abendblatt.de vom 2. Mai 2005
  17. Information zur Single bei indigo.de
  18. Blogeintrag von Björn Warns auf fettesbrot.de
  19. Blogeintrag zur Am Wasser gebaut Tour 2005 auf fettesbrot.de
  20. Blogeintrag zum Jahresabschlusskonzert 2005 auf fettesbrot.de
  21. Blogeintrag zu Aktion der Eintritskartenumwandlung auf fettesbrot.de
  22. Blogeintrag zum Charity-Konzert auf fettesbrot.de
  23. Fettes Brot „Am Wasser gebaut“ in der IFPI-Datenbank DE AT CH
  24. Eintragung der Goldenen Schallplatte für Emanuela bei ifpi.at – Suchanfrage erforderlich
  25. Auflistung aller Preise auf der Homepage von Göttingen (7. November 2008)
  26. Kurzmitteilung über die Verleihung des Comet (31. Dezember 2005)
  27. Chartverlauf bei musicline.de
  28. Chartplatzierung bei austriacharts.at
  29. Chartplatzierung bei hitparade.ch
  30. Chartplatzierungen bei musicline.de
  31. Chartplatzierungen bei austriacharts.at
  32. Chartplatzierungen bei hitparade.ch
  33. Albenkritik bei aightgenossen.ch
  34. a b Laut.de Albenkritik bei Laut.de
  35. a b Review bei splashmusik.de
  36. a b Review bei plattentests.de
  37. Review bei brigitte.de
  38. Review bei rap.de
  39. Rolling Stone (April 2005)

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