Amalie Zephyrine von Hohenzollern-Sigmaringen
Fürstin Amalie Zephyrine zur Zeit des Wiener Kongresses (1815)

Amalie Zephyrine von Salm-Kyrburg (* 6. März 1760 in Paris; † 17. Oktober 1841 in Sigmaringen) heiratete 1782 den Erbprinzen Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen und gilt als die „Retterin Hohenzollerns“.

Leben

Amalie Zephyrine von Hohenzollern-Sigmaringen stammte aus dem Haus Salm-Kyrburg und wuchs in Paris auf. 1782 heiratete sie auf Wunsch ihrer Eltern den Erbprinzen Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen, empfand jedoch das Leben in der schwäbischen Kleinstadt an der Donau als „unerträglich einengend“.[1] Daher kehrte sie 1785 bereits zehn Wochen nach der Geburt ihres Sohnes Karl alleine nach Paris zurück.

Hier ließ ihr Bruder Friedrich III. Fürst zu Salm-Kyrburg durch den Architekten Pierre Rousseau 1782-1787 ein Adelspalais, das Hôtel de Salm (an der Rue de Lille bzw. am Quai d'Orsay, seit 1804 Palais und Museum der 1802 gegründeten Ehrenlegion) erbauen und von Antoine-François Peyre ausstatten. Der Pariser Wohnsitz der Familie Salm-Kyrburg war bald ein Treffpunkt der hochadligen Oberschicht des vorrevolutionären Frankreichs.

Der Bau des Hôtel de Salm (Musée Carnavalet, Paris)

Als jedoch die Französische Revolution ihren Lauf nahm, schlugen sich sowohl Amalie Zephyrines Bruder Friedrich wie auch ihr Geliebter Alexandre de Beauharnais auf die Seite der Revolution. Dennoch verloren die beiden Männer während der jakobinischen Terrorherrschaft ihr Leben unter der Guillotine. Amalie Zephyrine selbst überlebte die Revolution, erwarb 1797 (mit einem geheimen Vertrag) den Friedhof Cimetière de Picpus, auf dem ihr Bruder und auch ihr Geliebter in Massengräbern bestattet worden waren und pflegte gleichwohl beste Kontakte zu einflussreichen Persönlichkeiten der Revolution wie Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord und Joséphine, der Witwe ihres ehemaligen Geliebten, welche 1796 Napoléon Bonaparte geheiratet hatte.

In den Jahren von 1800 bis 1806 nutzte sie ihre Beziehungen zum napoleonischen Hof, um sich zu Gunsten ihres Sohnes Karl für den Erhalt des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen und dessen volle Souveränität einzusetzen. Sie konnte schließlich die drohende Mediatisierung zugunsten von Württemberg oder von Baden sowohl von Hohenzollern-Sigmaringen als auch von Hohenzollern-Hechingen abwenden. Zugleich setzte sich Amalie Zephyrine für das neugeschaffene Fürstentum Salm ein und vertrat dessen designierten Fürsten, ihren minderjährigen Neffen Friedrich IV. zu Salm-Kyrburg, vormundschaftlich.

Amalienfels bei Inzigkofen auf einer Postkarte des frühen zwanzigsten Jahrhunderts

Nach zwanzig bewegten Jahren in Paris kehrte Amalie Zephyrine nach Hohenzollern-Sigmaringen zurück. Hier lebte sie zunächst im Amtshaus des ehemaligen Klosters Inzigkofen, später dann und bis zu ihrem Tod im heute so genannten Alten Prinzenbau in Sigmaringen, den ihr Gemahl Anton Aloys nach ihrer Rückkehr aus Paris in den Jahren 1822 bis 1825 eigens für sie hatte errichten lassen. Ihre Untertanen schätzten sie als großzügige Fürstin, der Amalienfelsen im Donautal trägt ihren Namen und eine Gedenkinschrift sowie das Allianzwappen (Salm-Kyrburg und Hohenzollern-Sigmaringen).

Fußnoten

  1. zitiert nach Bumiller, Casimir, siehe unter Literatur

Literatur

  • Bumiller, Casimir: Von Napoleons Gnaden - Die Fürstinnen von Hohenzollern-Sigmaringen und von Fürstenberg wollten 1806 die Souveränität ihrer Herrschaften erhalten, in: Momente, Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg, 3/2006 ISSN 1619-1609
  • Gunter Haug: Die Schicksalsfürstin. Amalie Zephyrine, die Retterin von Hohenzollern, 2005 ISBN 3871810258

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