Amalienbrunnen mit Fruchtgeschmack

Amalienbrunnen ist der Name eines Mineralwassers aus Sömmerda, dessen Quelle seit Ende der siebziger Jahre versiegt ist. Nach diesem Mineralwasser benannt war die Limonade Amalienbrunnen mit Fruchtgeschmack, die unter anderem aus diesem Mineralwasser hergestellt und in der DDR bis Mitte der achtziger Jahre in Thüringen und Sachsen-Anhalt verkauft wurde.

Es handelte sich um eine klare farblose tonicartige Limonade mit dezentem Fruchtaroma, die zuletzt durch die Braugold-Brauerei Erfurt aus Limonadengrundstoff hergestellt und vertrieben wurde. Als einzige klare Limonade in Thüringen wurde sie Mitte der achtziger Jahre unbeliebt und zunehmend durch die naturtrüben, gefärbten und wesentlich geschmacksintensiveren Limonaden wie Karena ersetzt. Amalienbrunnen mit Fruchtgeschmack gab es ausschließlich in kleinen 250 ml fassenden Pfandflaschen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Seit September 1930 wurde in Sömmerda ein hochwertiges Mineralwasser unter Namen „Amalienbrunnen“ gefördert, das durch einen Unternehmer Erich Landgraf in ca. 30 Metern Tiefe erbohrt, auf Flaschen gezogen und mit seiner Firma „Kobersborn“ (hochdeutsch: Korbmachers Brunnen) lokal vertrieben wurde. Das Wasser enthielt vor allem gesunderhaltende Mengen von Halogenverbindungen, darunter Iod, Fluorit und Bromsalze, um die es zur damaligen Zeit beim Mineralwasser oft ging. Durch Zuckerzusatz und natürliche Fruchtessenzen entstand daraus die klare Limonade „Amalienbrunnen mit Fruchtgeschmack“, die der Verkaufsschlager der Firma war und auch überregional gern gekauft wurde. Die Aromatisierung war sehr dezent und verglichen mit später hergestellten Limonaden von sehr geringer Süße. Sie erinnerte nicht an bestimmte Früchte, sondern war allgemein nur "fruchtig".

Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Abfüllmenge stetig auf ca. 6 m³ (20.000 Flaschen) täglich angehoben. Im Jahre 1943 erfolgten weitere Bohrungen, die die Fördermenge erhöhen sollten, jedoch kriegsbedingt nicht mehr genutzt werden konnten. Erst Jahre nach dem Krieg wurde die Produktion wieder angefahren und bereits 1956 arbeitete der Betrieb mit staatlicher Beteiligung der großen Braugold-Brauerei aus Erfurt. Erst im Jahre 1969 wurde die Kapazität durch den Einbau einer neuen Abfüllanlage mit einer Jahresleistung von 2.400 bis 4.000 m³ ausgereizt. Mit dem 10. April 1972 wurde die Firma „Kobersborn“ in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt und in das Kombinat Braugold integriert. Der Sömmerdaer Zweigbetrieb musste jedoch kurz danach die Arbeiten einstellen, da der Quellstrom aufgrund maßloser Ausbeute abriss, das Wasser trüb wurde und die Quelle ganz versiegte. Der Verlust war ein regionales Ärgernis. Insbesondere wurde auch der Bau einer Straße für die Trübungen verantwortlich gemacht. Weitere Bohrungen wurden jedoch nicht unternommen, das Betriebsgelände wurde gastronomisch genutzt.

Die klare Limonade „Amalienbrunnen mit Fruchtgeschmack“ wurde noch einige Jahre als Getränkekonzentrat hergestellt und vertrieben, sank jedoch ähnlich wie die Fassbrause in der Gunst der Käufer, da sich der bevorzugte Geschmack in Richtung natürlicher Säfte und Saftlimonaden sowie Tonic-Water mit echtem Chinin zum Mischen mit Alkoholika geändert hatte. Nach dem Herunterfahren der Produktion war in Thüringen bis zur Wende keine klare farblose Limonade mehr erhältlich.

DDR-Preise

Der Verkaufspreis war wie folgt auf die Packungsgrößen verbindlich festgesetzt und wurde nie geändert:

  • EVP 0,12 M (0,25-l-Flasche)

Amalienbrunnen heute

Auch heute sind noch Getränke unter diesem Namen erhältlich, die jedoch auf andere Quellen gleichen Namens zurück gehen und mit dieser Limonade nichts zu tun haben.

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