Amardschargal

Rintschinnjamyn Amardschargal (mongol. Ринчиннямын Амаржаргал; * 2. Februar 1961) war Premierminister der Mongolei vom 30. Juli 1999 bis zum 26. Juli 2000.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Akademische Laufbahn

Amardschargal ist 1961 in Ulaanbaatar geboren. Er spricht neben Mongolisch fließend Russisch und Englisch. Er besuchte die Plechanow-Institut für Volkswirtschaft in Moskau und erwarb dort 1982 ein Diplom in Finanzökonomie. Von 1981 bis 1982 besuchte er zusätzlich die Abendhochschule für Marxismus-Leninismus.

Anschließend arbeitete er in der Mongolei bis 1983 beim Zentralrat der mongolischen Gewerkschaften. Von 1983 bis 1990 lehrte er am Militärinstitut und von 1990 bis 1991 an der Technischen Universität in Ulaanbaatar. Von 1991 bis 1996 war er Direktor der Ökonomischen Hochschule. 1994 begann er ein einjähriges Aufbaustudium zur Ökonomie der Marktwirtschaft an der Universität Bradford, welches er 1995 mit einem Master of Science in Macroeconomic Policy and Planning abschloß. Bei einem Staatsbesuch im März 2000 wurde ihm von dieser Universität dann die Ehrendoktorwürde verliehen. Außerdem trägt er einen Titel als Ehrendoktor der Managementakademie und als Ehrenprofessor der Militärakademi in Ulaanbaatar.

2003 arbeitete Amardschargal as Gastprofessor am Institut für Wirtschaftsforschung der Hitotubashi Universität in Japan.

Politische Laufbahn

Amardschargal war schon ganz zu Beginn an der Bewegung zur Demokratisierung der Mongolei beteiligt. Er war ein Gründungsmitglied der Neuen Fortschritts-Union und der Nationalen Fortschritts-Partei. Ebenfalls half er mit, diese mit einigen anderen Parteien zur National-Demokratischen Partei (MNDP, Mongol Ündäsnii Ardqilsan Nam) zu vereinigen. Für diese wurde er 1996 in den Großen Staats-Chural (Parlament) gewählt.

Im April 1998 wurde er Außenminister unter Tsachiagiin Elbegdordsch. Im September gleichen Jahres wurde er entsprechend einer Einigung zwischen der Regierungskoalition und dem Staatspräsidenten beinahe Premierminister, scheiterte aber bei einer knappen Abstimmung im Parlament. Sein Amt als Außenminister übte er danach noch bis im Dezember aus, als Elbegdordsch abtreten musste.

1999 wurde er Vorsitzender der MNDP. Am 30. Juli des gleichen Jahres wurde Amardschargal doch noch Premierminister. Seine Amtszeit dauerte ein knappes Jahr bis zum 26. Juli 2000, als die Demokratische Partei in den Parlamentswahlen geschlagen wurden. Aufgrund einer damals noch geltenden Klausel in der mongolischen Verfassung musste er zum Antritt seiner Regierungstätigkeit das Parlamentsmandat niederlegen. Ebenfalls im Jahr 2000 vereinigten sich die MNDP und die Sozialdemokratische Partei (MSDP) zur Demokratischen Partei.

Seit 2004 hält Amardschargal wieder einen Sitz im nationalen Parlament.

Amarjargal Foundation

2001 gründete Amardschargal die Amarjargal Foundation. Dabei handelt es sich um eine Nichtregierungsorganisation, welche eine transparente und offene Gesellschaft fördert, und Studien in den Bereichen Sozialwesen, Wirtschaft, Politik und Recht durchführt. Sie vermittelt auch ausländische Hilfe und Investitionen.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Rintschinnjamyn Amardschargal — (mongol. Ринчиннямын Амаржаргал; * 2. Februar 1961) war Premierminister der Mongolei vom 30. Juli 1999 bis zum 26. Juli 2000. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 1.1 Akademische Laufbahn 1.2 Politische Laufbahn …   Deutsch Wikipedia

  • Tujaa — Njam Osoryn Tujaa (mongol. Ням Осорын Туяа; * 1958) ist eine Politikerin der Mongolei. Vom 22. bis zum 30. Juli 1999 führte sie die Geschäfte des Premierministers aus. Seit 1998 war Tujaa in der Regierung von Dschanlawyn Narantsatsralt… …   Deutsch Wikipedia

  • Enchbajar — Nambaryn Enchbayar im November 2005 Nambaryn Enchbajar [ˈnɑmbɑʁɨːn ˈɛŋxbɑjɑʁ] (Mongolisch Намбарын Энхбаяр; englische Transkription Enkhbayar; * 1. Juni 1958 in Ulaanbaatar) ist seit Mai 2005 Staatspräsident der Mongolei …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Am — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Nambariin Enchbajar — Nambaryn Enchbayar im November 2005 Nambaryn Enchbajar [ˈnɑmbɑʁɨːn ˈɛŋxbɑjɑʁ] (Mongolisch Намбарын Энхбаяр; englische Transkription Enkhbayar; * 1. Juni 1958 in Ulaanbaatar) ist seit Mai 2005 Staatspräsident der Mongolei …   Deutsch Wikipedia

  • Nambaryn Enkhbayar — Nambaryn Enchbayar im November 2005 Nambaryn Enchbajar [ˈnɑmbɑʁɨːn ˈɛŋxbɑjɑʁ] (Mongolisch Намбарын Энхбаяр; englische Transkription Enkhbayar; * 1. Juni 1958 in Ulaanbaatar) ist seit Mai 2005 Staatspräsident der Mongolei …   Deutsch Wikipedia

  • Njam-Osoryn Tujaa — (mongol. Ням Осорын Туяа; * 1958) ist eine Politikerin der Mongolei. Vom 22. bis zum 30. Juli 1999 führte sie die Geschäfte des Premierministers aus. Seit 1998 war Tujaa in der Regierung von Dschanlawyn Narantsatsralt Außenministerin für die… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Premierminister der Mongolei — Der Premierminister der Mongolei ist das höchste Mitglied des Kabinetts der Mongolei, und damit Chef der Regierung. Der Premierminister wird durch den Großen Staats Chural (Parlament) ernannt, und kann durch ein Misstrauensvotum wieder entfernt… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Staatsoberhäupter 1999 — Übersicht ◄◄ | ◄ | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | Liste der Staatsoberhäupter 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | ► | ►► Weitere Ereignisse Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Staatsoberhäupter 2000 — Übersicht ◄◄ | ◄ | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | Liste der Staatsoberhäupter 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | ► | ►► Weitere Ereignisse Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”