Amasismaler
Olpe des Amasis-Malers, Paris, Louvre Inv. F 30

Der Amasis-Maler (tätig um 550–510 v. Chr. in Athen) war ein griechischer Vasenmaler des schwarzfigurigen Stils. Seinen Notnamen verdankt er der Tatsache, dass acht von dem Töpfer Amasis hergestellte signierte Arbeiten (Amasis hat mich – hat es – gemacht) von einem Maler bemalt worden sind, den man daraufhin den Amasis-Maler nannte. Von diesen Arbeiten ausgehend, werden ihm heute rund 90 Werke zugeschrieben, von denen sicherlich noch weitere von Amasis dem Töpfer geformt worden sind.

In seinen frühen Werken knüpfte er noch an den alten Traditionen mit übermäßig langen Figuren mit kleinen Köpfen und eckigen Bewegungen an. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern gelang es ihm aber bald, seine eigenen Arbeiten mit Leben und Spannung zu füllen. Er lockerte die überlieferten Formen einesteils auf und bereicherte sie gleichzeitig um neue Kompositionsformen. Seine Figuren werden im Laufe der Zeit immer fülliger und strotzen vor Lebensmut. Auslöser für diese Änderung war höchstwahrscheinlich die gegen 540 v. Chr. eingeführte rotfigurige Malerei mit ihren neuen Darstellungsmöglichkeiten, von der er sich offensichtlich inspirieren ließ. Er übernahm die von den jungen rotfigurigen Maler angewandten reicheren Ausgestaltungen und übertrug sie, soweit möglich, auf seine schwarzfigurige Malerei. Im Gegensatz zu einigen jüngeren Zeitgenossen, wie z. B. den Andokides-Maler, an dem er sich vielleicht orientiert hat, hielt er weiterhin an der schwarzfigurigen Malerei fest und stellte sich nicht um. Trotzdem scheint er sich, wie einige wenige zugewiesene Beispiele belegen, in der rotfigurigen Malerei versucht zu haben.

Ausgewählte Werke

  • Athen, Akropolismuseum:
    Pinax 2510
  • Berlin, Antikensammlung:
    Bauchamphora F 1688 • Amphora F 1691 • Fragment einer Bauchamphora F 1692
  • Bloomington, Indiana University Art Museum:
    Amphora 71.82
  • Boston, Museum of Arts:
    Halsamphora 18.026 • Amphora 01.8026 • Amphora 01.8027 • Schale 10.651
  • London, British Museum:
    Olpe B 52 • Olpe B 471
  • Malibu, J. Paul Getty Museum:
    Schale 79.AE.197
  • München, Glyptothek und Antikensammlung:
    Bauchamphora 1383 • Amphora 8763
  • New York, Metropolitan Museum of Art:
    Bauchamphora 06.1021.69 • Amphora 56.171.10
  • Paris, Musée National du Louvre:
    Schalen-Skyphos A 479 • Amphora F 25 • Amphora F 26 • Oinochoe F 30 • Amphora F 36 • Schale F 75
  • Würzburg, Martin-von-Wagner-Museum:
    Amphora L 265

Literatur

  • John D. Beazley: Attic Black-Figure Vase-Painters. Oxford 1956, S. 150 ff., 698, 714.
  • John D. Beazley: Paralipomena. Additions to Attic black-figure vase-painters and to Attic red-figure vase-painters. Oxford 1971, S. 62–67.
  • Dietrich von Bothmer: The Amasis Painter and his world. Vase-painting in 6. century B.C. Athens. J. Paul Getty Museum, Malibu, California 1985, ISBN 0-500-23443-4, ISBN 0-89236-086-0.
  • Semni Karouzou: The Amasis painter. Oxford 1956.
  • Papers on the Amasis painter and his world. Colloquium sponsored by the Getty Center for the History of Art and the Humanities and symposium sponsored by the J. Paul Getty Museum. J. Paul Getty Museum, Malibu, California 1987, ISBN 0-89236-093-3.

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  • Amasismaler — Amasismaler,   attischer Vasenmaler des mittleren 6. Jahrhunderts v. Chr., Zeitgenosse des Exekias, benannt nach dem Töpfer einiger seiner Vasen und mit diesem wohl identisch; malte in schwarzfiguriger Technik sorgfältig und dekorativ, oft… …   Universal-Lexikon

  • Vasen —   [v ; französisch, von lateinisch vas »Gefäß«], Gefäße aus unterschiedlichem Material (Keramik, Metall, Glas, Stein), im Altertum zu kultischem oder alltäglichem Gebrauch, in der Neuzeit v. a. als Ziergefäße verwendet …   Universal-Lexikon

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