Amateurkamera

Als Amateurkamera bezeichnet man in der Fotografie einen Fotoapparat, der für die Nutzung durch den Fotoamateur konzipiert wurde.

Die Zielgruppe

Der Amateurfotograf führt eine Tätigkeit aus, die weder objektive Qualitätskriterien erfüllen muss, noch der Sicherung des Lebensunterhaltes dient. Die Amateurkamera gibt ihm die Möglichkeit, seinem persönlichen Interesse in der Fotografie zu folgen. Seine Schwerpunkte liegen oft auf dem Preis und einer ausgewählten Funktionalität (Beispiel: Motivprogramme).

Differenzierungen

Die typische Amateurkamera zeichnet sich durch vereinfachte Bedienung (zu Lasten individueller Einstellmöglichkeiten), geringes Gewicht, einen niedrigen Preis sowie teilweise auch durch eine permanente Aufnahmebereitschaft aus. Wirtschaftlich betrachtet kennzeichnet sie häufig auch ein rascher Modellwechsel und ein geringer Grad der Integration in ein Kamerasystem.

Eine andere Art von Amateurkamera präsentiert sich als "eierlegende Wollmilchsau". Sie suggeriert eine Fülle von Funktionen zu Lasten der einfachen Bedienbarkeit und des niedrigen Preises. Konzipiert sind sie oft für die Zielgruppe der finanziell bessergestellten Amateure.

Den Gegensatz zur Amateurkamera bildet die Profikamera für den Berufsfotografen; typische Bauformen sind hier die höherwertigen Spiegelreflexkameras, die Mittelformatkameras und die Großformattechnik. Einfachere Spiegelreflexkameras sind oft auf den ambitionierten Amateurfotografen (Semiprofi) zugeschnittene, wie etwa die Canon EOS 1000D.

Die Grenzen zwischen Profi- und Amateurgerät sind oft fließend, besonders im erwähnten Bereich der Spiegelreflexkameras, so wie auch die Grenze zwischen Berufs- und Amateurfotografie oft nicht allzu genau definiert ist. Als Beispiel hierfür können die Kameras aus der M-Serie von Leica gelten, die in den 50er und 60er Jahren ausgesprochene Profigeräte und bevorzugtes Arbeitsgerät von Pressereportern waren, heute aber überwiegend von Amateuren gekauft und genutzt werden, obwohl sie fast alle Eigenschaften professioneller Kamerasysteme über die Jahre beibehalten haben.

Geschichte

Speziell für die Anforderungen der Amateurfotografie konzipierte Kameras entstanden erstmals in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit den Handkameras, die ohne Stativ genutzt werden konnten. Mit der folgenden Ausdifferenzierung der Fototechnik entstanden dann um 1880 die Boxkameras, als deren Prototyp die Kodak Nr. 1 gilt.

Im 20. Jahrhundert lösten dann ab den 60er Jahren die Kompaktkameras für Kleinbild- und Pocket-Film die Boxkameras als typische Amateurkameras ab.

Siehe auch: Kamerabauform


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