Isabella (Rebsorte)

Isabella (Rebsorte)
Trauben der Rebsorte Isabella

Isabella ist eine rote Rebsorte, die ihren Ursprung in Nordamerika hat. Sie ist ein Direktträger und erlangte während der Reblauskatastrophe große Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Rebsorte ist starkwüchsig und reichtragend. Sie besitzt hohe Pilz- und Reblausresistenz und benötigt kaum Dünger. Sie kommt gut mit tropischen und subtropischen Bedingungen zurecht. Isabella bringt stark wollige Triebspitzen mit einem leichten Ansatz von Karminrot hervor. Ihre mittelgroßen Blätter sind dreilappig mit langgezogenem, keilförmigem Mittellappen. Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün. An der Unterseite sind sie grauweiß und extrem wollig bis filzig. Die Stielbucht der Blätter hat V-Form und ist geschlossen bis überlappend. Der Blattrand weist nur eine leichte Zähnung auf.

Die großen, lockerbeerigen Trauben sind meist zylindrisch bis konisch und nur einfach geschultert. Ihre mittelgroßen, ovalen Beeren sind dickschalig, tiefschwarz und stark duftend. Die Beerenfarbe bildet sich schon vor der eigentlichen Reife heraus. Ihr Geschmack besitzt einen ausgeprägten Fox-Ton. Als weiteres Charakteristikum gilt, dass die Trauben nicht gleichzeitig reifen.

Abstammung und Geschichte

Isabella ist eine amerikanische Hybride aus Vitis labrusca x Vitis vinifera oder eine Selektion von Vitis labrusca.

Nach den meisten Quellen ist sie eine Hybridrebe der amerikanischen Wildrebe Vitis labrusca und einer nicht näher bekannten Vitis vinifera-Art. Der Ampelograph Rudolf Goethe andererseits ist der Meinung, dass es sich um eine direkte Selektion von Vitis labrusca handelt und demnach keine Hybridrebe wäre. Dies wird auch dadurch unterstützt, dass, wie bei Vitis labrusca beschrieben, unter dem gleichen Namen eine Selektion von Vitis labrusca-Reben schon früh erfolgte.

Die Bezeichnung Isabella soll auf den Rebenzüchter William R. Prince auf Long Island zurückgehen. Er erhielt von Frau Isabella Gibbs Rebpflanzen und verwendete diese für seine Züchtungen. Eine daraus entstandene Rebsorte wurde von dem Rebenzüchter nach dem Vornamen von Frau Gibbs Isabella benannt. Nach ihrer Angabe sollen die Reben aus der Ortschaft Dorchester in South Carolina stammen. Die Herkunft aus South Carolina wird heute bezweifelt. 1816 wurde die Rebsorte erstmals beschrieben. Schon im Jahr 1820 kam die Rebsorte nach Frankreich und über die Brüder Baumann aus dem elsässischen Bollweiler nach Deutschland.

Verwendung

Beim Keltern gibt Isabella einen schleimigen Most, der nur schwierig vergoren werden kann. Dies mindert die Ausbeute und erschwert die Weinherstellung neben der ungleichzeitigen Reife zusätzlich. Die Weine sind hellrot und besitzen einen intensiven, an künstliches Erdbeeraroma erinnernden Fox-Ton. Meist werden die Trauben als Tafeltrauben verwendet. Wenn es zu einer Verarbeitung kommt, werden sie häufig zu Traubensaft oder leichten Roséweinen, gelegentlich aber auch zu Schaumwein verarbeitet.

Nach den drastischen Ausfällen der europäischen Weinreben durch die Reblaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden resistentere als die bisher vornehmlich angebauten Rebsorten gesucht. Folglich wurde Isabella gemeinsam mit anderen aus Amerika stammenden Rebsorten verstärkt nach Europa importiert und kultiviert. So wurde sie über ganz Europa verbreitet. Daher kommt auch die große Zahl von über 50 Synonymen.

Größere Bedeutung hat die Rebsorte heute noch in den GUS-Staaten, hier vornehmlich in Aserbeidschan, Georgien, Moldawien und Ukraine, als auch in der Schweiz, Portugal und auf der portugiesischen Insel Madeira. Kleine Bestände existieren auch noch in Österreich, Italien und Frankreich. Im österreichischen Burgenland wird sie gerne für die lokale Weinspezialität Uhudler verwendet. Allerdings werden in Österreich fälschlicherweise oft alle roten Direktträger als Isabella bezeichnet. In Nordosten Italiens wird aus ihr ein Wein mit dem Namen Fragolino gewonnen. Im italienischen Sprachraum gibt es unter dem Namen Uva fragola die gleichen Verwechslungen wie in Österreich.

Auch in Neuseeland wurde sie wegen ihrer Reblauswiderstandsfähigkeit gepflanzt. Dort war sie 1960 noch die häufigste Rebsorte. Isabella reift auch unter tropischen Bedingungen und wird deshalb gerne in den Ländern der Neuen Welt kultiviert, wie z.B. in Brasilien, Uruguay, Japan, Indien und auf dem indonesischen Bali.

Die weltweite Verbreitung wird auf ca. 70.000 Hektar bestockter Rebfläche geschätzt. Mehr als ein Viertel dieses Bestandes ist in Brasilien beheimatet.

Bei der in Indien weitverbreiteten Rebsorte Bangalore Blue handelt es sich vermutlich um eine Selektion der Rebsorte Isabella. An den Rebsorten Carter und York-Madeira sind Sämlinge von Isabella beteiligt.

Synonyme

Albany, Albany Surprise, Alexander, Amerikanische, Arkansas-Traube, Black Cape, Captraube, Christie's improved isabella, Constantia, Constanzia, Frutilla (Uruguay), Gros framboisé, Isabelle, Isabellinha (Brasilien), Izabella, Odessa (GUS-Staaten), Paign's Isabella, Payne's early, Raisin dui cap, Raisin fraise, Sainte-Hélène, Schuykill, Seksarda, Starwberry grape, Uva amrericana, Uva fragola, Woodward;

Literatur

  • Farbatlas der Rebsorten, 300 Sorten und ihre Weine, Verlag Eugen Ulmer, 2. Auflage, 1998, ISBN 3800157195
  • Norbert Tischelmayer: Wein-Glossar. 2777 Begriffe rund um den Wein, Np Buchverlag, Mail 2001, ISBN 3853261779
  • Der Brockhaus Wein, Verlag F. A. Brockhaus, 1. Ausgabe 2005, ISBN 3-7653-0281-3

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем написать курсовую

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Isabella (Begriffsklärung) — Isabella, Isabelle, Isabell oder Isabel ist: ein weiblicher Vorname, siehe Isabella und Liste von Adligen namens Isabella eine Naturfarbe, siehe Naturfarben#Isabellfarben eine helle Fellfarbe bei Pferden, siehe Cream Gen des Pferdes Isabellin,… …   Deutsch Wikipedia

  • Rebsorte — Weintrauben der weißen Rebsorte Gutedel (Chasselas) Die Pflanze, aus deren Früchten Wein im ursprünglichen Sinn gewonnen wird, ist die Edle Weinrebe (Vitis vinifera). Wie die meisten Kulturpflanzen liegt sie in unterschiedlichen Sorten vor, die… …   Deutsch Wikipedia

  • Erdbeer-Rebe — Fuchs Rebe Vitis labrusca mit Beeren Systematik Klasse: Dreifurchenpollen Zweikeimblättrige (Rosopsida) …   Deutsch Wikipedia

  • Fuchs-Rebe — Vitis labrusca mit Beeren Systematik Klasse: Dreifurchenpollen Zweikeimblättrige (Rosopsida) …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Rebsorten — Die Weinrebe liegt wie die meisten Nutzpflanzen in unterschiedlichen Sorten vor, die als Rebsorten bezeichnet werden und von denen es weltweit schätzungsweise 8.000 bis 10.000 gibt. Die vorliegende Liste der Rebsorten untergliedert sie in Rotwein …   Deutsch Wikipedia

  • Rebsorten — Weintrauben der weißen Rebsorte Gutedel oder Chasselas Die Pflanze, aus deren Früchten Wein im ursprünglichen Sinn gewonnen wird, ist die Edle Weinrebe (Vitis vinifera). Wie die meisten Nutzpflanzen liegt sie in unterschiedlichen Sorten vor, die… …   Deutsch Wikipedia

  • Traubensorte — Weintrauben der weißen Rebsorte Gutedel oder Chasselas Die Pflanze, aus deren Früchten Wein im ursprünglichen Sinn gewonnen wird, ist die Edle Weinrebe (Vitis vinifera). Wie die meisten Nutzpflanzen liegt sie in unterschiedlichen Sorten vor, die… …   Deutsch Wikipedia

  • Schweizer Wein — Weinbau findet in der Schweiz in den französischsprachigen Westschweizer Kantonen Wallis, Waadt, Neuenburg und Genf statt. In der Deutschschweiz konzentriert sich der Weinbau auf die Drei Seen Region sowie die Kantone Aargau, Zürich, Schaffhausen …   Deutsch Wikipedia

  • Weinanbau in Kanada — Weintrauben in British Columbia Weinhänge am Lake Okanagan in British Columbia Der Weinanbau in Kanada wird seit etwa 200 Jahren in vi …   Deutsch Wikipedia

  • Selbstträger — Direktträger der Sorte Ripatella Ein Direktträger oder Selbstträger ist im Weinbau ein Rebstock, der nicht gepfropft wurde, also auf seinen eigenen Wurzeln wächst. Ein solcher Rebstock wird als wurzelecht bezeichnet. Fast alle europäischen… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”