Amberg in der Oberpfalz


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Amberg
Amberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Amberg hervorgehoben
49.44444444444411.848333333333374Koordinaten: 49° 27′ N, 11° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 374 m ü. NN
Fläche: 50,04 km²
Einwohner: 44.216 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 884 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92224
Vorwahl: 09621
Kfz-Kennzeichen: AM
Gemeindeschlüssel: 09 3 61 000
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 11
92224 Amberg
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Wolfgang Dandorfer (CSU)

Amberg ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Oberpfalz in Ostbayern. Die historische Stadt Amberg, die zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen Europas zählt, liegt rund 60 Kilometer östlich von Nürnberg an der Vils und ist gemeinsam mit Weiden Sitz einer Fachhochschule.

Amberg ist auch Kreisstadt des Landkreises Amberg-Sulzbach.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Amberg – Blick vom Maria-Hilf-Berg auf die Altstadt

Amberg wurde 1034 als Ammenberg zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Im Mittelalter war es ein bedeutender Umschlagplatz für Eisen und Eisenerz. Die Oberpfalz gilt als das Ruhrgebiet des Mittelalters. Im Amberger Land wurde Eisenerz abgebaut und verhüttet, Eisen wurde über die Vils nach Regensburg verschifft. Auf der Rückfahrt – die Schiffe wurden von Pferden flussaufwärts getreidelt – war Salz geladen. Relikte des Salzhandels sind heutige Straßennamen wie Salzstadelplatz.

Ab 1269 kam es unter die Herrschaft der Wittelsbacher und wurde später Hauptstadt der oberen Pfalz, die zusammen mit der unteren Pfalz (Hauptstadt Heidelberg) von einer Nebenlinie der Wittelsbacher regiert wurde. Von 1294 ist das erste Stadtrecht bekannt.[1]

Kurze Zeit (1410–1415) war Amberg auch der Sitz eines romtreuen Bischofs, Hermann von Hessen, den Papst Gregor XII. für das Bistum Regensburg eingesetzt hatte. Der damalige Regensburger Oberhirte, Bischof Albert III., hielt nämlich – wie die meisten deutschen Bischöfe – den durch das Konzil von Pisa gewählten Papst Alexander V. bzw. seinen 1409 gewählten Nachfolger Johannes XXIII. für das rechtmäßige Oberhaupt der Kirche.[2]

Nach Einführung der Reformation stand Amberg unter kurpfälzischer Hoheit. Von 1595 bis 1620 wurde die Oberpfalz durch den pfälzischen Statthalter Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg regiert, der seinen Amtssitz in Amberg hatte.

Während des Dreißigjährigen Kriegs fiel Amberg 1620 an Bayern und wurde mit der Oberpfalz wieder katholisch, nachdem der pfälzische Kurfürst und böhmische König Friedrich V. von der Pfalz 1620 in der Schlacht am Weißen Berg den mit Maximilian von Bayern verbündeten Habsburgern unterlegen war. In der Folge flohen viele Protestanten in die freien Reichsstädte Nürnberg und Regensburg.

Amberg, durch Eisenerzbergbau reich geworden, leistete sich eine gigantische Stadtbefestigung. Sie muss in der damaligen Zeit so furchteinflößend gewesen sein, dass sie bis 1703 (im spanischen Erbfolgekrieg wird Amberg nach mehrwöchiger Belagerung durch kaiserliche Truppen besetzt) nie ernsthaft belagert wurde. Über 100 Türme und mehrere Kilometer zweireihige Stadtmauern beschützten die Amberger. Die ganze Stadt wurde durch den stets gefüllten und aufgestauten Stadtgraben zu einer Wasserfestung. Der Chronist Michael Schwaiger schrieb in seiner Chronica Amberg 1564: „München seyn die schönst, Leipzig die reichist, Amberg die festeste Fürstenstatt“.

Am 24. August 1796 wurde die Stadt einer der Mittelpunkte der Koalitionskriege, ging als Schlacht bei Amberg in die Geschichtsbücher ein. Erzherzog Karl von Österreich besiegt das französische Heer unter General Jean-Baptiste Jourdan.

Im Jahre 1810 wurde der Regierungssitz der Oberpfalz von Amberg nach Regensburg verlegt.

In der Zeit des Nationalsozialismus stellte sich die Stadt Amberg gegenüber der Situation im gesamten Land nicht als Ausnahme dar. Da die Mehrheit der Bevölkerung aus praktizierenden Katholiken bestand, und die katholische Kirche den nationalsozialistischen Machthabern teilweise mit Misstrauen begegnete, erzielte die NSDAP bis 1933 in Amberg zugunsten der kirchennahen BVP geringere Wahlerfolge als im Landesdurchschnitt; nach der Machtergreifung 1933 erzielten die Nationalsozialisten bei Abstimmungen allerdings jeweils vorhersehbare Zustimmungsquoten in Höhe von 90 %. Gegen kirchenfeindliche Aktionen der Nazis regte sich denn auch der Widerstand der Amberger Bürger, etwa 1941 bei einer Protestdemonstration von ca. 500 Personen gegen den „Kruzifixerlass“ des Kultusministers, durch den die Kruzifixe aus den Schulen entfernt werden sollten. Andererseits wurden die Maßnahmen des Regimes gegen die Bevölkerungsgruppe, die am meisten unter Verfolgung zu leiden hatte, nämlich die Juden, vom Großteil der christlichen Einwohnerschaft ohne jeglichen Protest hingenommen. 1933 lebten in Amberg noch 64 Juden. Diese kleine jüdische Gemeinde, nur 0,2 % der Bevölkerung, war bis zum Mai 1943 vollständig zerschlagen worden: siebzehn Amberger Juden wanderten aus, dreiundzwanzig verzogen in andere deutsche Städte, elf starben in Amberg. Von den übrigen dreizehn wurden viele in die Ghettos Theresienstadt und Piaski bei Lublin deportiert.

Im Zuchthaus Amberg wurden mit dem Beginn der NS-Gewaltherrschaft politische Gegner des Regimes inhaftiert, von denen 46 dem Terror zum Opfer fielen. Auf dem Katharinenfriedhof erinnert ein Gedenkstein an 23 namentlich genannte Opfer. Dort befindet sich auch ein Massengrab für 300 sowjetische Kriegsgefangene sowie 293 weitere Opfer des NS-Regimes, an die mit Gedenktafeln erinnert wird.[3]

Am 1. Juli 1972 wurden im Zuge der Gebietsreform die Orte Ammersricht, Gailoh, Karmensölden und Raigering eingemeindet.

Militär

Die Stadt war jahrhundertelang eine wichtige Garnisonsstadt und beherbergt derzeit noch eine Bundeswehrkaserne (Leopoldkaserne), welche der Sitz der Panzerbrigade 12 ist. Eine weitere Kaserne (Schweppermannkaserne) ist unmittelbar am Stadtrand in der Nachbargemeinde Kümmersbruck gelegen. Das Bundeswehrkrankenhaus wurde zum 31. März 2007 geschlossen. Die Gebäude der ehemaligen, 1994 aufgelösten Kaiser-Wilhelm-Kaserne werden seit 1995 von der Amberger Abteilung Technik der Fachhochschule Amberg-Weiden genutzt. Ebenfalls in Amberg befindet sich eine der 14 bundesdeutschen Außenstellen des Militärischen Abschirmdienstes.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 gehörte Amberg zur Amerikanischen Besatzungszone. Die US-Army nutzte die vorhandenen Kasernen; bis in die 1990er Jahre existierte auch der US-Stützpunkt Pond Barracks in der ehemaligen Ritter-von-Möhl-Kaserne (bis 1945 Wehrmachtskaserne).

Des Weiteren beherbergte Amberg von 1801 bis 1919 die Gewehrfabrik Amberg, eine von vier reichsdeutschen Gewehrfabriken (auf dem Gelände der heutigen Deprag).

Bevölkerung

Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1400 2.720 1950 37.920
1500 3.180 1960 41.849
1600 4.280 1970 41.522
1700 3.720 1980 44.264
1800 5.763 1990 43.111
1859 12.312 2000 43.794
1900 22.039 2006 44.394

Religionen

Die Stadt Amberg gehört zum katholischen Dekanat Amberg-Ensdorf innerhalb des Bistums Regensburg. Mit der Pfarrkirche St. Martin befindet sich eine Basilica minor in der Stadt.

Amberg gehört zum evangelischen Dekanatsbezirk Sulzbach-Rosenberg; der zuständige Regionalbischof hat seinen Dienstsitz in Regensburg.

In Amberg selbst gibt es außerdem eine jüdische Gemeinde, die eine kleine Synagoge in der Nähe des Marktplatzes besitzt. Ferner existiert eine kleine, ebenfalls in der Altstadt gelegene Moschee.

Politik

Stadtrat

CSU SPD ödp FW GRÜNE FDP Gesamt
2002 21 14 1 2 1 1 40
2008 19 12 3 3 2 1 40

(Stand: Kommunalwahl vom 3. März 2002 bzw. vom 2. März 2008)

Oberbürgermeister

Partnerstädte

Patenschaft

  • Die Stadt Amberg übernahm 1954 die Patenschaft für die aufgrund der Beneš-Dekrete aus ihrer angestammten Heimat vertriebenen deutschen Bewohner der Stadt und des Kreises Eger im Sudetenland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Historische Gebäude

Profane Bauten

Die Stadtbrille, das Wahrzeichen von Amberg
Marktplatz mit gotischem Rathaus
  • Die Altstadt ist umgeben von einer fast vollkommen erhaltenen mittelalterlichen Ringmauer mit heute vier Toren: Nabburger Tor, Ziegeltor, Vilstor und Wingershofer Tor.
  • Eine Besonderheit stellt die so genannte „Stadtbrille“ dar, ein fünftes Tor über den Fluss Vils. In zwei Bögen überspannt hier die mittelalterliche Stadtmauer den Fluss; einer der Pfeiler steht dabei im Wasser, so dass sich die zwei Bögen mit ihrer Spiegelung im Wasser zu zwei nebeneinander stehenden Kreisen ergänzen, was zum Namen führte. Der dritte Bogen auf festem Grund war lange Zeit vermauert; erst vor kurzem wurde er wieder geöffnet und so der Originalzustand hergestellt, was von vielen Ambergern jedoch als „Zerstörung“ der typischen, zweibögigen „Brille“ mit Missmut gesehen wurde.
  • Gotisches Rathaus
  • Das Kurfürstliche Schloss war der Regierungssitz der Pfalzgrafen. Kurfürst Ludwig III. ließ es im Jahre 1417 erbauen. Kurfürst Friedrich I. wandelte es in eine Zwingburg um. Heute wird der Gebäudekomplex als Landratsamt genutzt.
  • Ehemaliges kurfürstliches Zeughaus
  • Ehemalige kurfürstliche Regierungskanzlei (bemerkenswerter Renaissancebau)
  • Alte Veste (im Kern gotischer Bau und erster kurfürstlicher Hof)
  • „Klösterl“ (gotischer Bau und Teil der früheren kurfürstlichen Residenz)
  • Mit dem historischen „Eh’häusl“ besitzt Amberg heute eines der kleinsten Hotels der Welt.

Bedeutende Kirchen

Basilika St. Martin

Klöster

Museen

Stadtmuseum Amberg

Die Sammlungen des Stadtmuseums Amberg umfassen neben Exponaten, die die Geschichte der Stadt und der hier gewesenen kurfürstlichen Residenz der Oberen Pfalz veranschaulichen, Abteilungen, welche sich mit Handwerk und Industrie in Amberg und deren Geschichte auseinandersetzen, vor allem der Steingut- und Fayenceproduktion, die seit dem 18. Jahrhundert bis 1911 in einer großen Amberger Manufaktur betrieben wurde, und der hiesigen Emailindustrie im 19. und 20. Jahrhundert. Außerdem gibt es eine Abteilung, die die Geschichte der Kleidung vom Biedermeier bis heute zeigt, und eine bedeutende Sammlung von Werken des in Amberg geborenen Graphikers und Malers Michael Mathias Prechtl. Das Dachgeschoss beherbergt das Archäologische Museum der Oberpfalz Amberg, ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München. Des Weiteren werden im Stadtmuseum wechselnde Ausstellungen gezeigt, darunter 2003 die Landesausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte „Der Winterkönig“ über das Leben des Friedrich V. von der Pfalz.

Luftmuseum

Das Luftmuseum im Klösterl wurde 2006 vom Künstler Wilhelm Koch in Amberg gegründet. Die Stadt Amberg fördert das Museumsprojekt durch mietfreie Überlassung des Gebäudes. Gezeigt werden Exponate, die technisch mit Luft arbeiten oder betrieben werden, und Kunstobjekten, die sich mit dem Thema Luft auseinandersetzen.[4]

Moderne Gebäude

Im Stadtteil Bergsteig befindet sich die sog. „Glasmacherkathedrale“, das ehem. Thomas Glaswerk (heute Kristallglasfabrik Amberg GmbH & Co. KG), das im Auftrag der Rosenthal AG ab 1967 durch Walter Gropius (TAC – The Architects Collaborative Inc.) geplant wurde. Es war das letzte Werk von Gropius, der die Fertigstellung im Jahre 1970 nicht mehr erlebte. Die ausgedehnte basilikaartige Anlage ist in eine Geländesenke eingefügt; die als „Mittelschiff“ dominierende Schmelzofenhalle weist einen dreieckigen Querschnitt auf, stark plastisch gegliedert durch Stahlbetonbinder und übereinandergestaffelte geneigte Dachflächen mit horizontal eingeschobenen Fensterbändern. Die den Längsseiten vorgelagerten niedrigen Flachbauten (für Endverarbeitung, Lager und Versand) sind durch verglaste Gänge mit der zentralen Ofenhalle verbunden. Das Bauwerk ist als Einzelbaudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.

Stadttheater

Seit 1803 besitzt Amberg ein Theater in der ehemaligen gotischen Kirche eines in der Säkularisation aufgehobenen Franziskanerklosters. Seit 1872 ist die Stadt Amberg Träger des Theaters. 1953 musste der Spielbetrieb aus brandschutzrechtlichen Gründen zunächst eingestellt werden, nach einer umfassenden Sanierung ist das Stadttheater aber seit 1978 wieder in Betrieb. Das Stadttheater Amberg besitzt kein eigenes Ensemble, es finden aber regelmäßig Gastspielveranstaltungen statt.

Bibliotheken

Staatliche Bibliothek (Provinzialbibliothek)

In Amberg ist die Staatliche Bibliothek (Provinzialbibliothek) beheimatet. Sie wurde im Jahr 1803 im Zuge der Säkularisation gegründet. Ihre alten Buchbestände stammen aus dem Jesuitenkolleg in Amberg sowie den aufgegebenen Klöstern Ensdorf, Michelfeld, Reichenbach, Speinshart, Walderbach und Waldsassen. Der erste Standort der Bibliothek war im aufgegebenen Salesianerinnenkloster, und der Bestand lag bei rund 50.000 Büchern. Im Jahr 1815 wurden durch ein Feuer rund 16.500 Bücher vernichtet. Im Jahr 1826 zog die Bibliothek endgültig an den heutigen Standort im Maltesergebäude um. Von 2001 bis 2003 erfolgten Sanierungs- und Anbaumaßnahmen. Der Buchbestand wird ständig erweitert und umfasst alle wissenschaftlichen Bereiche, wobei der Schwerpunkt bei den Geisteswissenschaften liegt. Die Bibliothek besitzt heute rund 115.000 Bücher.

Bibliothek der Fachhochschule Amberg-Weiden

Die Fachhochschulbibliothek Amberg-Weiden wurde im Zusammenhang mit der Fachhochschule Amberg-Weiden 1994 gegründet und ist auf beide Standorte verteilt. Der in Amberg befindliche Buchbestand orientiert sich in seinen Fachgebieten an den hier gelehrten technischen Fächern (Elektro- und Informationstechnik, Maschinenbau, Medienproduktion und Medientechnik, Patentingenieurwesen, Angewandte Informatik, Umwelttechnik). Der Gesamtbestand der Bibliothek an beiden Standorten umfasst derzeit knapp 50.000 Medien.

Stadtbibliothek Amberg

Die Stadtbibliothek Amberg ist in der Innenstadt im so genannten Raseliushaus untergebracht und umfasst einen Bestand von circa 40.000 Medien.

Archive

Das für den Regierungsbezirk Oberpfalz zuständige staatliche Archiv verwahrt die gesamte Schriftgutüberlieferung aller staatlichen Behörden und Institutionen sowie deren Vorläufer, darunter auch der Klöster, Herrschaften und Hofmarken vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.

Das Stadtarchiv bewahrt historische Dokumente der Stadtgeschichte auf. In seinem Kern geht es auf die unter der Leitung des Rates stehende Registratur zurück. Zu dieser städtischen Überlieferung zählen auch Pergamenturkunden, Amtsbücher sowie Rechnungen. Darüber hinaus beherbergt das Stadtarchiv Amberg außerdem umfangreiche Nachlässe und Deposita. Zu den Beständen des Stadtarchivs gehören auch sämtliche in Amberg erschienenen Tageszeitungen, eine Plakat- und Plansammlung, wie auch ein umfangreiches Bildarchiv.

Natur

Renaturierte Flusslandschaft südlich der Altstadt zur Landesgartenschau 1996.

Israelitischer Friedhof

Am Ende der Philipp-Melanchthon-Straße befindet sich der Jüdische Friedhof, auf dem Einzel- und Reihengräber an 16 jüdische Opfer des NS-Terrors erinnern.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Amberg kann über die A 6 mit den Anschlussstellen Amberg-West, Amberg-Süd und Amberg-Ost erreicht werden. Des Weiteren kreuzen sich die Bundesstraße 85 (Bayreuth–Amberg–SchwandorfChamPassau) und die B 299 (LandshutNeumarkt–Amberg–Falkenberg).

Schienenverkehr

Der Anschluss an das bayerische Eisenbahnnetz erfolgte im Jahre 1859. Von dem am 12. Dezember 1859 von der AG der Bayerischen Ostbahnen eröffneten Amberger Bahnhof gibt es derzeit Direktverbindungen nach Nürnberg und Schwandorf (Bahnstrecke Nürnberg–Schwandorf) im Stundentakt sowie nach Regensburg und Prag (Praha). Von den drei zwischen 1898 und 1910 eröffneten Bahnstrecken nach Lauterhofen, Schmidmühlen und Schnaittenbach ist nur noch die nach Schnaittenbach im Güterverkehr in Betrieb.

Nahverkehr

Der Bahnhof ist zentraler Knotenpunkt zwischen der Deutschen Bahn sowie den Stadt- und Überlandbussen. Bahn- und Busnetz liegen im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN).

Die zwölf Stadtbuslinien, die so genannten „Citybusse“, werden von 20 Omnibussen im Halbstundentakt befahren. Die längste Linie ist die 402 von Amberg nach Ammersricht mit 25 Haltestellen und einer Länge von 5,4 Kilometern. Den Betrieb führt seit 1975 die Firma Linzer.

Im Jahre 1999 wurde der Amberger Busbahnhof aufwändig saniert und 2005 erweitert, so dass jetzt alle Stadt- und Überlandbusse die 20 Haltebuchten anfahren können.

Flugverkehr

Etwa 2 km westlich von Amberg befindet sich der Flugplatz Rammertshof mit den Koordinaten 49 26 25,2 N / 11 48 41,8 E.

Ortsansässige Unternehmen

Größter Arbeitgeber ist die Siemens AG, die mit etwa 3.700 Beschäftigten in Amberg elektronische Bauelemente und numerische Steuerungen fertigt. Ein weiteres großes Unternehmen ist die Firma Grammer AG. Sie stellt Fahrer- und Passagiersitze, sowie Komponenten für die Pkw-Innenausstattung her. Weitere Unternehmen der ansonsten vom kleineren Mittelstand geprägten Region sind in den Bereichen der Informationstechnologie, Metallindustrie und Maschinenbau tätig. Glas (Fa. Nachtmann) spielt traditionell ebenfalls eine Rolle.

Bergbau

Amberg nahm seit dem Mittelalter eine europaweit zentrale Rolle im Bergbau ein. In den umliegenden Stollen wurden Eisen abgebaut, durch das die Stadt sehr reich wurde. Die heute noch teils erhaltene mehrere Kilometer lange Stadtbefestigung aus dem Spätmittelalter mit ihren über 100 Türmen wurde durch das erwirtschafte Geld aus dem Eisenerzbergbau finanziert. Übrigens sind Teile der Altstadt auf Schlacke gebaut. Das Bergbaugebiet um Amberg wird von namhaften Historikern auch als „Ruhrgebiet des Mittelalter“ bezeichnet. Die Bergbau-Bedeutung der Stadt ließ nach dem Dreißigjährigen Krieg nach, fiel nach dem Zweiten Weltkrieg durch Billig-Eisen aus Spanien in die Bedeutungslosigkeit. Während des Hitler-Regimes war Amberg einer von fünf Standorten des drittgrößten deutschen Konzerns Reichswerke Hermann Göring. Die großen Hütten der Stadt schlossen in den 60er Jahren.

Brauereien

Amberg beherbergte im ausgehenden Mittelalter über 30 Brauereien (meist Klein-, Familien- oder Hausbrauereien). Bis in die 1970er Jahre gab es in der Stadt zehn große Brauereien gleichzeitig (Brauhaus Amberg, Bruckmüller Brauerei, Falk Brauerei, Jordan Bräu, Brauerei Kummert, Malteser Brauerei, Schießl Brauerei, Brauerei Sterk, Brauerei Wingershof, Brauerei Winkler), wodurch Amberg jahrhundertelang europaweit als Stadt mit den meisten Brauereien (im Verhältnis zur Einwohnerzahl) galt. Heute existieren davon noch die Bruckmüller Brauerei, Brauerei Kummert, Brauerei Sterk und die Brauerei Winkler, die teilweise noch Bier der vergangenen Marken herstellen. Dazugekommen sind kleine Brauereien, wie die Sudhang-Brauerei oder die Gastronomiebrauerei Schloderer. Als größtes Bierfest in Amberg gilt das Bergfest, wo alle Brauereien Ende Juni/Anfang Juli zur Wallfahrt vor der Maria-Hilf-Kirche ihre Zelte aufschlagen. Bemerkenswert ist auch, dass es im Umland von Amberg noch zahlreiche kleine Brauereien gibt, für die Amberg ein wichtiger Absatzmarkt ist. Dazu gehören etwa die Brauerei Märkl aus Freudenberg (Oberpfalz) mit den „Freudenberger Bieren“ oder die Brauerei Dorfner aus Hirschau.

Medien

Die Amberger Zeitung ist die auflagenstärkste lokale Tageszeitung. Sie ist Teil des Verlages Der neue Tag. Die Mittelbayerische Zeitung (MZ) betrieb zeitweilig die Ausgabe einer örtlichen Tageszeitung mit dem Titel „Amberger Nachrichten“, welche ihr Erscheinen aber mittlerweile eingestellt hat. Dennoch berichtet das Blatt weiterhin als „MZ“ aus der Region Amberg.

Der lokale Radiosender „Radio Ramasuri“ hat eine Redaktion in Amberg und versorgt die Region seit 1990 mit lokalen Informationen auf der UKW Frequenz 103,9. Das Jugendformat „Radio Galaxy“ auf der UKW Frequenz 105,5 in Amberg und dem Umland zu empfangen.

Seit 1996 ist der regionale Fernsehsender Oberpfalz TV (OTV) in der Stadt ansässig. Er bietet Sendungen und Nachrichten für die gesamte nördliche Oberpfalz.

Mit dem Buch & Kunstverlag Oberpfalz befindet sich in Amberg auch ein Buchverlag, dessen Schwerpunkt auf der Herausgabe von Regionalia liegt.

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

Amberg ist eine ausgesprochene Schulstadt. Neben sieben Grund- und Hauptschulen, einer Montessori-Schule, zwei Förder- und Sonderschulen, acht berufsbildenden Schulen, einer Volkshochschule, einer Elternschule und mehreren Musikschulen existieren in Amberg folgende Schulen:

Feuerwehr

Seit 1981 ist der Sitz der Feuerwache am Schießstätteweg. Die etwa 100 aktive Mitglieder zählende Freiwillige Feuerwehr, die sich seit 1997 unter der Leitung von Stadtbrandrat Bernhard Strobl befindet, beschäftigt acht hauptamtliche Kräfte und gilt als eine der größten Freiwilligen Feuerwehren Bayerns. Für den Landkreis Amberg-Sulzbach befindet sich in der Feuerwache die Einsatzzentrale. Als innovativ gilt die Wehr besonders im Bereich des Wechselladersystems. In Amberg ist ein Löschzug „Gefahrgut“ stationiert, welcher wie auch die Abrollbehälter im überregionalen Bereich angefordert werden kann. Neben der Feuerwehr der Stadt Amberg gibt es noch vier Ortsteilwehren in Ammersricht, Gailoh, Karmensölden und Raigering.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Hartmann Schedel (1440–1514), Arzt, Humanist und Historiker
  • Friedrich Pfannmüller (1490–1562), ab 1549 Bürger in Amberg, Orgelbauer
  • Johannes Matthaeus, (1526–1588), deutscher evangelischer Theologe
  • Martin Schalling der Jüngere (1532–1608), evangelischer Theologe, Kirchenlieddichter und Reformator, war 1559–1567 in Amberg Hofprediger
  • Urban Pierius (1546–1616), deutscher evangelischer Theologe
  • Andreas Raselius (um 1563–1602), Humanist, Komponist und Hofkapellmeister
  • Christian I. (Anhalt-Bernburg) (1568–1630), kurpfälzischer Statthalter der Oberpfalz in Amberg
  • Friedrich V. (1596–1632), Kurfürst von der Pfalz, der spätere „Winterkönig“
  • Wolfgang Dientzenhofer (1648–1706), Baumeister des Barock, in Amberg gestorben
  • Johann Conrad Vogel (1656–1721), oberpfälzer Orgelbauer, Vorgänger von Funtsch, in Amberg gestorben
  • Valentin Stephan Still (1750–1795) - späterer Bruder Barnabas, der Sohn eines Braumeisters trat 1773 in das Paulanerkloster ein und nannte sich von da ab "Frater Barnabas"; bereits ein Jahr später wurde er als Braumeister der Paulaner nach München gerufen
  • Franz Troglauer (1754–1801), ein zu seinen Lebzeiten bekannter Räuberhauptmann, wurde am 6. Mai 1801 in Amberg am Galgenberg hingerichtet
  • Ludwig Thoma (1867–1921), Familie väterlicherseits kommt aus Amberg
  • Pierre Brice (* 1929), Winnetou-Darsteller, ist mit der Ambergerin Hella Krekel verheiratet
  • Mildred Scheel (1932–1985), Gründerin der Deutschen Krebshilfe, wuchs in Amberg auf

Quellen

  1. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 32-42.
  2. vgl. Bauerreis: Kirchengeschichte Bayerns. Band V
  3. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 113
  4. Internetpräsenz des Luftmuseums, zuletzt aufgerufen am 8. Januar 2008
  5. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 113

Literatur

  • Karl-Otto Ambronn, Achim Fuchs, Heinrich Wanderwitz (Hrsg.): Amberg 1034–1984. Aus tausend Jahren Stadtgeschichte. Katalog zur Ausstellung aus Anlass der 950-Jahr-Feier. Amberg 1984, ISBN 3-924707-00-6
  • Hans Bungert, Franz Prechtl (Hrsg.): Ein Jahrtausend Amberg. Schriftenreihe der Universität Regensburg Band 11. Mittelbayerische Druck- und Verlagsgesellschaft, Regensburg 1985, ISBN 3-921114-60-8
  • Hans Hummel, Amberg öffnet Tür und Tor. Ein Stadtspaziergang. Stadtführer. Buch & Kunstverlag Oberpfalz, Amberg 2003, ISBN 3-935719-13-2
  • Rainer Kilbert, Der Amberger Orgelbauer Friedrich Specht. In: Oberpfälzer Heimat, 1984, S. 86–95
  • ders.: Die Orgeln der Stadt Amberg. In: Die Oberpfalz, 1991, S. 228 ff
  • Eberhard Kraus: Historische Orgeln in der Oberpfalz. Schnell und Steiner, München 1990, ISBN 3-7954-0387-1
  • Johannes Laschinger: Amberg. Die kurfürstliche Haupt- und Regierungsstadt der oberen Pfalz (Bayerische Städtebilder), Stuttgart 2000, ISBN 3-09-303880-4
  • Felix Mader: Stadt Amberg. In: Die Kunstdenkmäler Bayerns, Band 2: Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg, Heft XVI. Reprint der Ausgabe München 1909. Oldenbourg, München 1981, ISBN 3-486-50446-0
  • Bernhard Setzwein et al, Die Stadt an der Vils. Bildband. Buch & Kunstverlag Oberpfalz, Amberg 2000, ISBN 3-924350-88-4
  • Johann Baptist Schenkl: Neue Chronik der Stadt Amberg. Nachdruck der Ausgabe 1817. Carl Mayr, Amberg 1972
  • Karl Schwämmlein, Orgeln und Orgelbauer in Amberg vom 15.–17. Jahrhundert, in: Verhandlungen des historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Laßleben, Kallmünz 1987, 127. Band, S. 84–94
  • Michael Schwaiger: Chronica oder kurtze beschreibung der Churfürstlichen Stad Amberg in der Obern Pfalz in Beiern gelegen. Nachdruck der Ausgabe Wittenberg 1564. Carl Mayr, Amberg 1969
  • Hermann Fischer und Theodor Wohnhaas, Die Orgelbauerfamilie Funtsch in Amberg. In: Oberpfälzer Heimat Nr. 22 (1978), S. 117–123
  • Amberg in der Oberpfalz. Herausgegeben vom Stadtrat der Stadt Amberg, bearbeitet von Stadtbaurat Engelhardt. Deutscher Architektur- und Industrie-Verlag), Berlin 1927.

Weblinks


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