Ambient Music
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Musikrichtung Ambient; für die Software siehe MorphOS.

Ambient ist eine Variante der Elektronischen Musik. Ambient soll eine bestimmte (nicht notwendigerweise angenehme) Atmosphäre schaffen, ohne aufdringlich zu sein oder dem Hörer Aufmerksamkeit abzuverlangen. Perkussion und Rhythmus stehen (sofern überhaupt vorhanden) bei der klassischen Ambient-Musik völlig im Hintergrund. Es dominieren sanfte, langgezogene und warme Akkorde, räumliche Effekte, Soundscapes und Feldaufnahmen von Geräuschen aus der Natur. Häufig werden auch elektronische Orgeln (Keyboards) und Blasinstrumente eingesetzt. Die Musikstücke sind meist sehr lang und bauen sich oft gemächlich auf, wobei sie eher selten einer klassischen Songstruktur folgen.

Es gibt nur wenige Künstler, die ausschließlich in diesem Genre produzieren. Bedeutende Vertreter sind Geir Jenssen (Biosphere), Tetsu Inoue, Pete Namlook, Bill Laswell und Steve Roach.

Geschichte

Der Futurist Francesco Balilla Pratella trat in seinem technischen Manifest bereits 1911 für Atonalität und irreguläre Rhythmik in der Musik ein. Luigi Russolo kündigte als Musik der Zukunft in seinem 1913 veröffentlichten futuristischem Manifest L’arte di rumori die Geräuschkunst an und schrieb wie Pratella entsprechende Musikstücke. Russolo gilt heute als Wegbereiter der synthetischen Musik. 1920 komponierte Eric Satie die „Musik zum Weghören“, (musique d’ameublement, furniture music, deutsch in etwa: „Musik als Möbel“), die als Frühform von Ambient angesehen werden kann.

Als Begründer des Ambient gilt aber das frühere Roxy-Music-Mitglied Brian Eno, der den Stil mit der Veröffentlichung seines Albums Ambient 1: Music for Airports geprägt hat. Die Veröffentlichung war tatsächlich als Musik für öffentliche Gebäude wie Flughäfen gedacht. Sie hatte den Anspruch, sowohl für Durchreisende als auch für Wartende angenehm und interessant zu sein, selbst wenn die Wartezeit so lange ist, dass das Album mehrere Male hintereinander gespielt wird.

Verwandte Stile

Die Grenzen zwischen Ambient und anderen Stilrichtungen der Elektronischen Musik sind fließend. Eng verwandt mit Ambient ist beispielsweise Muzak, die gewöhnlich in Fahrstühlen, Kaufhäusern, Hotels und manchen Arbeitsumgebungen eingesetzt wird. Speziell diese Art der Hintergrundmusik wird oft als belanglos oder nichtssagend eingestuft und abfällig als „Fahrstuhlmusik“ bezeichnet.

Manchmal wird Dark Ambient, ein Genre, das vor allem dunkle und düstere Atmosphären zu erzeugen versucht, als ein Subgenre des Ambient kategorisiert. Trotz des Namens haben viele Künstler des Dark Ambient ihre Wurzeln primär im Industrial-Umfeld. Ein verwandtes Genre ist das besonders durch DJ Spooky bekannt gewordene Illbient. Einige Vertreter des Black Metal haben ihren Stil in (Dark) Ambient geändert oder beide Stile miteinander kombiniert. Beispiele sind Burzum, Darkspace, Paysage d'Hiver und Vinterriket.

In den letzten Jahren hat sich der Musikstil Live Ambient durch eine Vielzahl von Gruppenimprovisationstechniken vom Mutterstil Ambient abgesetzt.

Siehe auch: Klangkunst

Weblinks


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