Ambrosianum
Ambrosianum Tübingen
Ambrosianum Tübingen
Typ Propädeutikum
Anschrift Collegiumsgasse 5
72070 Tübingen
Bundesland Baden-Württemberg
Land Deutschland
Bistum Rottenburg-Stuttgart
Universität Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Leiter Gerhard Schneider
Kosten 455 EUR monatlich, 525 EUR Aufnahmegebühr
Webadresse www.ambrosianum-tuebingen.de


Das Ambrosianum Tübingen ist das theologisch-propädeutische Jahr der Diözese Rottenburg-Stuttgart, das im Herbst 2009 von Ehingen (Donau) nach Tübingen verlegt werden wird. Das Ambrosianum dient dem Erwerb derSprachkenntnisse in Latein, Griechisch und Hebräisch, die für das Studium der Theologie benötigt werden. Darüber hinaus werden weitere theologische Fächer wie Philosophie oder Bibelkunde unterrichtet, die einen Einstieg ins Theologiestudium erleichtern. Der Kontakt zu den Ausbildungseinrichtungen der Universität und der Diözese soll schließlich die Berufsorientierung und -wahl (Priester, Pastoralreferent/referentin, Religionslehrer/lehrerin) erleichtern. Teilnehmen können alle, die ein Theologiestudium beginnen möchten, die dafür notwendigen Schulabschlüsse erworben haben und ausreichende Deutschkenntnisse besitzen.

In das Studienjahr integriert ist die propädeutische Phase der Diözese Rottenburg-Stuttgart, an der die Diözesantheologen der Diözese Rottenburg-Stuttgart teilnehmen.

Das Ambrosianum wird eine von drei Ausbildungseinrichtungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart sein, die in Tübingen verortet sind: Während des Theologiestudiums wohnen die Diözesantheologen[1] im Wilhelmsstift. Die Studenten mit dem Berufsziel Pastoralreferent/referentin sind Mitglieder des Bewerberkreises des Theologischen Mentorats. Das Priesterseminar der Diözese, in das die Diözensantheologen, die nach Abschluss des Theologiestudiums als Alumnen (universitär) oder jetzt als Priesteramtskandidaten (theologisch)[2] bezeichnet werden, eintreten, befindet sich in Rottenburg am Neckar.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Entwicklung

Das Ambrosianum der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat eine belebte Geschichte mit drei Standorten hinter sich. Als Collegium Ambrosianum in Stuttgart gegründet, in Ehingen als Theologisches Vorseminar fortgeführt und in Tübingen nun als propädeutisches Jahr bekannt, prägte es zahlreiche Theologen verschiedener Bistümer.

Collegium Ambrosianum

Seit 1958 existiert das Collegium Ambrosianum und war bis 1983 das Spätberufenenseminar der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Stuttgart-Sommerrain, ein staatlich anerkanntes privates Institut zur Erlangung der Hochschulreife.

In den späten 1970ern machte sich bereits eine erste Spätberufenenwelle bemerkbar und es wurden unterschiedliche Klassen für den reinen Erwerb der alten Sprachen - Hebräisch, Altgriechisch und Latein - und den Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife eingerichtet, jedoch nahmen die Schülerzahlen stark zu, insbesondere im Bereich des Ersten Bildungsweges, und um weiterhin die drei Bildungswege, die Allgemeine Hochschulreife, das Sprachenjahr unmittelbar nach dem Abitur und den Zweiten Bildungsweg zu gewährleisten, wurden diese drei Bildungseinrichtungen im Jahre 1983 auf das Albertus-Magnus-Gymnasium in Stuttgart und das Theologische Vorseminar Ambrosianum in Ehingen (Donau) aufgeteilt. Das Spätberufenenseminar ging gänzlich in das bereits seit 1959 existente Kolleg St. Pirmin in Sasbach über.

Theologisches Vorseminar Ambrosianum

Bischöfliches Kolleg St. Josef in Ehingen

1983 wurde das Collegium Ambrosianum von Stuttgart-Sommerrain nach Ehingen (Donau) in das bischöfliche Kolleg St. Josef verlegt und das ehemalige Ambrosianum in das Albertus-Magnus-Gymnasium umgewandelt; in Ehingen existiert bereits seit dem Jahr 1706 ein Konvikt. Hier wurde das Collegium Ambrosianum in Theologisches Vorseminar Ambrosianum umbenannt und dient Studenten ohne die nötigen altsprachlichen Kenntnisse dem Erwerb ebendieser. Die Studenten werden auf das Hebraicum, Graecum und Große Latinum in einem separaten Gebäude mit eigenen Klassenräumen und privaten Lehrkräften vorbereitet. Das Hebraicum und die universitäre Prüfung in Bibelgriechisch werden in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen durchgeführt, die staatlichen Prüfungen für das Graecum und das Große Latinum werden, ähnlich einer Abiturprüfung, durch das Regierungspräsidium Tübingen durchgeführt. Das Collegium Ambrosianum wurde ursprünglich gegründet, um Priesteramtskandidaten ohne die an der Universität Tübingen nötigen Sprachzertifikate eine solide Ausbildung zu ermöglichen. Seit vielen Jahren steht das Ambrosianum aber jedem Interessenten mit Hochschulzugangs- oder Fachhochschulzugangsberechtigung offen. Im Wintersemester 2008/2009 sind 18 Schüler aus ganz Deutschland eingeschrieben. Das Ambrosianum steht auch jenen Bewerbern offen, die bei ihrer beruflichen Entscheidung noch auf der Suche sind oder schlichtes Interesse an der Altphilologie haben und die katholische Prägung des Jahres bejahen.

Das Ambrosianum Tübingen als theologisch-propädeutisches Jahr

Das Johanneum war eines der beiden Theologenkonvikte der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Tübingen. Gegründet wurde es im Jahre 1935, da ein Jahr zuvor zum ersten Mal über 75 Neustudenten[3] im Wilhelmsstift eingeschrieben waren und nicht genügend Zimmer zur Verfügung standen. 2010 soll das theologisch-propädeutische Jahr Ambrosianum in das Johanneum verlegt werden.

Bischöfliches Theologenkonvikt Johanneum in Tübingen

Ab Wintersemester 2009/2010 wird das Theologisch-propädeutische Seminar in Tübingen seine Pforten öffnen.[4] Bis zum Abschluss des Umbaus des Theologenkonvikts "Johanneum" wird der Unterricht im Wilhelmsstift stattfinden. Das Seminar wird aus drei Ausbildungsabschnitten bestehen:

  • Von September bis März stehen die Alten Sprachen im Mittelpunkt: Im März finden die Prüfungen zum Hebraicum und in Bibelgriechisch statt.
  • Im zweiten Halbjahr von März bis Juli wird weiterhin Latein und Griechisch unterrichtet. Die Prüfung zum Großen Latinum wird im Juli abgelegt. Ein wichtiger Bestandteil dieses zweiten Abschnitts sind die bereits genannten Basiskurse, die Einführung ins Geistliche Leben und verschiedene andere Sonderelemente wie ein gemeinsames Sozialpraktikum oder eine Romfahrt. An diesen Veranstaltungen nehmen nicht nur die Teilnehmer der Sprachkurse teil, sondern auch die Studenten, die sich auf den Priesterberuf in der Diözese Rottenburg-Stuttgart vorbereiten. Sofern diese die sprachlichen Qualifikationen bereits erworben haben, im Theologiestudium bereits fortgeschritten sind oder aus anderen Gründen nicht am Sprachunterricht teilnehmen, absolvieren sie stattdessen Praktika in Gemeinden oder verschiedenen anderen Bereichen.
  • Unmittelbar vor Beginn des folgenden Wintersemesters folgt nach einem ca. vierwöchigen Griechisch-Kompaktkurs (Beginn Mitte September) der Abschluss des Griechischkurses mit der Prüfung zum Graecum. Das Graecum ist nicht Voraussetzung für das Theologiestudium (an der Katholisch-Theologischen Fakultät Tübingen reicht der Abschluss in Bibelgriechisch), bietet aber eine umfassende und interessante Vertiefung der Griechischkenntnisse.

Schulische Voraussetzungen

  • Allgemeine Hochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife, je nach Art auch Fachhochschulreife
  • Studienstatus: Schüler
  • Studiendauer: 2 Semester
  • Studienort: Theologisches Vorseminar Ambrosianum im Bischöflichen Kolleg St. Josef - Ehingen (Donau). Ab September 2009: Tübingen

Abschlüsse

Am Ambrosianum werden Prüfungen für das Hebraicum, Graecum, Bibelgriechisch und Große Latinum abgelegt.

Das Hebraicum sowie das Bibelgriechisch sind universitäre Prüfungen, die in Zusammenarbeit mit der Eberhard-Karls-Universität Tübingen durchgeführt werden. Das Große Latinum und das Graecum wird zentral vom Regierungspräsidium Tübingen durchgeführt und stellen staatliche Prüfungen dar, die von auswärtigen Prüfern abgenommen werden.

Die weiteren Pfichtfächer dienen in erster Linie der Vorbereitung auf das Studium in Tübingen, sie sind daher vom Stoff her den Anforderungen am Katholisch-Theologischen Seminar Tübingen angepasst. Prüfungen werden in diesen Fächern allerdings nicht abgelegt.

mit dem Ambrosianum verbundene Einrichtungen

Quellen

  1. http://wilhelmsstift.de/
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelmsstift/
  3. Katholisches Volksblatt vom 4. 4. 1935, Nr. 79, S. 12
  4. Ehinger Tagblatt

Weblinks



48.2808333333339.72805555555567Koordinaten: 48° 16′ 51″ N, 9° 43′ 41″ O


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